{"id":1248,"date":"2008-10-14T03:21:00","date_gmt":"2008-10-14T03:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/2008\/10\/14\/die-villa-vizcaya-in-miami\/"},"modified":"2025-02-02T00:40:07","modified_gmt":"2025-02-01T23:40:07","slug":"die-villa-vizcaya-in-miami","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/2008\/10\/14\/die-villa-vizcaya-in-miami\/","title":{"rendered":"Die Villa Vizcaya in Miami"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">\n<p>Der Tag begann weniger gut: es gewitterte und war dementsprechend na\u00df. Der Wetterbericht hat von isolierten Gewittern gesprochen und wie ich so das aktuelle Wetter-Radarbild gesehen habe, mu\u00dfte ich das best\u00e4tigen. Genau \u00fcber Miami war ein einzelnes Gewitter. Half mir nur nix. Gegen 11 Uhr hat sich das ganze dann beruhigt und ich konnte meinen urspr\u00fcnglichen Plan doch noch umsetzen: Der Besuch in der <a href=\"http:\/\/www.vizcayamuseum.com\/\">Villa Vizcaya<\/a>.<\/p>\n<p>Die Geschichte dieser Villa ist einmal mehr schr\u00e4g. Mr. James Deering (der von den landwirtschaftlichen Ger\u00e4ten) war zu seiner Zeit einer der reichsten Leute der USA. Er war viel unterwegs, darunter auch in Europa. Die alten Bauwerke haben ihm gar sehr gefallen, also wollte er auch so etwas haben. Und da Mr. Deering auch ein Snowbird war (also jemand, der den Winter im warmen Florida verbringt), hat er sich in der damaligen Gegend von nix (heute Miami) ein Schlo\u00df bauen lassen, da\u00df franz\u00f6siche und italienische Elemente hatte. Damit das ein wenig ruckzuck ging, hat er gleich 1000 Leute dort arbeiten lassen. Vom Startschu\u00df weg waren sie in knappen drei Jahren fertig.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher war das ein riesiges Areal mit eigenen L\u00e4ndereien und einem eigenen Dorf (das europ\u00e4isch auszusehen hatte). Heute ist nur der Kernbereich erhalten.<\/p>\n<p>Und nun genug geschwafelt, zu den harten Fotofakten. Die Anfahrt ist schon ein Erlebnis f\u00fcr sich, denn man f\u00e4hrt durch den Park in einer Art nat\u00fcrlichem Tunnel, denn diie B\u00e4ume haben den Weg schon lange \u00fcberwachsen:\u00a0<\/p>\n<p><img alt=\"Zwei wei\u00dfe Steins\u00e4ulen mit fig\u00fcrlichen Reliefs flankieren eine asphaltierte Zufahrt, die sich schattig in einen dichten, gr\u00fcnen Laubwald erstreckt\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3749_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\"><\/p>\n<p>Vom Parkplatz (sogar gratis!) geht man auf verwunschenen Wegen zur Zahlpforte. Dieser Eingang war fr\u00fcher nur die Hintert\u00fcre, denn man ist fr\u00fcher nat\u00fcrlich per Boot gekommen (Wege gab es ja kaum welche):\u00a0<\/p>\n<p><img alt=\"Schattiger Gehsteig schl\u00e4ngelt sich durch einen dichten, satten Gr\u00fcnwald mit \u00fcppigem Farnwuchs und hochragenden Laubb\u00e4umen unter hellem Himmelslicht\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3747_re.jpg\" width=\"768\" height=\"1024\"><\/p>\n<p>Und schon kann man den ersten Blick auf die Wasserfront (Haupteingang) werfen:<\/p>\n<p><img alt=\"Imposanter heller Schlossbau mit vertikalen Fenstern, kunstvollen Ziegeln auf dem Dach und kleinen Balkonen, davor ein gro\u00dffl\u00e4chig gepflasterter Vorplatz unter einem tiefblauen Himmel\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3757_3758_re.jpg\" width=\"948\" height=\"1024\"><\/p>\n<p>Das Ding im Wasser ist ein steinernes Schiff. Praktisch h\u00e4lt es die Wellen von der Anlegestelle ab, aber eine einfache Mauer war nicht h\u00fcbsch genug:<\/p>\n<p><img alt=\"Das pr\u00e4chtige Ca\u2019 d\u2019Zan in Sarasota zeigt eine venetianisch inspirierte Palastfassade am blauen Wasser, ges\u00e4umt von einer breiten Stiege und historischen Holzschiffen im Hafen\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3761_3765_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"303\"><\/p>\n<p>Der Hammer ist der Garten. Irgendwie eine Mischung aus Versailles und italienischer Kunst. Hier ein kleines Wasserbecken:<\/p>\n<p><img alt=\"Das historische Becken im Vizcaya Museum and Gardens in Miami zeigt lachsrosa Mauern aus Korallenstein, ges\u00e4umt von klassizistischen S\u00e4ulen und B\u00fcsten, vor einem dichten Hintergrund aus sattgr\u00fcnen B\u00e4umen unter blauem Wolkenhimmel\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3780_3781_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"410\"><\/p>\n<p>Im hinteren Bereich gibt es ganze Bauwerke an Mauern und Statuen. Springbrunnen d\u00fcrfen auch nicht fehlen.<\/p>\n<p><img alt=\"Im historischen Ca\u2019 d\u2019Zan-Garten in Florida pl\u00e4tschert ein Springbrunnen vor einer maurisch inspirierten Terrasse mit Steinbalustrade, gemauerten Ziegelb\u00f6gen und geschwungener Stiege, umgeben von knorrigen Eichen\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3786_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\"><\/p>\n<p>In den Pavillions geht es auch nicht schlecht zu; man glaubt, sie h\u00e4tten Schlo\u00df Sch\u00f6nbrunn ausger\u00e4umt (man beachte das neckisch integrierte Selbstportrait, ich hei\u00dfe aber nicht Willson):<\/p>\n<p><img alt=\"Prunkvoller Salon mit goldgerahmtem Kaminspiegel, prachtvollem Luster, vergoldeter Konsole, zwei gepolsterten Sesseln und einem kleinen Tisch auf Holzboden\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3794_3795_re.jpg\" width=\"515\" height=\"1024\"><\/p>\n<p>Selbst die romantische H\u00f6hle darf nicht fehlen:\u00a0<\/p>\n<p><img alt=\"Die historische Grotte im Park von Schloss Sch\u00f6nbrunn zeigt eine reich verzierte steinerne Muschelnische mit zwei Atlantenfiguren, die einen geschwungenen Torbogen st\u00fctzen, w\u00e4hrend im schattigen Hintergrund ein Brunneng\u00fcrtel aus hellem und dunklem Stein ins Auge sticht\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3800_re.jpg\" width=\"768\" height=\"1024\"><\/p>\n<p>Klar, da\u00df \u00fcberall Statuen rumstehen. Mr. Deering war zu der Zeit auch \u00fcberall auf Kunstauktionen und hat gekauft wie ein wilder. Das ganze hat er dann hierher schicken lassen und der arme Architekt durfte schauen, wie er das ins Haus oder in den Garten gebracht hat:<\/p>\n<p><img alt=\"Der historische Park Vizcaya in Miami mit ockergelben Mauern aus Korallenstein, grauen Steinfiguren auf Sockeln, einem offenen Tor und schattigen Baumkronen unter blauem Himmel\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3803_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\"><\/p>\n<p>Dieser Bereich wird leider gerade renoviert. Das war klassisch Versaille, den aus allen L\u00f6chern im Brunnen und in den Gr\u00e4ben rundherum sind Springbrunnen:\u00a0<\/p>\n<p><img alt=\"Die kunstvolle Steinfont\u00e4ne im \u00fcppig bewachsenen Hotel Nacional de Cuba in Havanna steht auf einem gepflegten Rasen, umgeben von schattigen Palmen und tropischen Laubb\u00e4umen unter strahlend blauem Himmel\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3806_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\"><\/p>\n<p>Labyrinthe und Hecken durften auch nicht fehlen:<\/p>\n<p><img alt=\"Im prunkvollen Park von Schloss Mirabell in Salzburg f\u00fchrt eine geschwungene Stiege aus hellem Stein vorbei an kunstvollen Reliefs und B\u00fcsten durch einen alten Baumbestand nach oben\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3811_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\"><\/p>\n<p>Am Abend zuvor hat es in der Stadt ein kr\u00e4ftiges Gewitter gegeben. Daher war es immer noch na\u00df in der Gegend. In dem Bild ist daher nur zu erahnen, wo das Wasserbecken und wo der Weg ist:<\/p>\n<p><img alt=\"Ein r\u00f6tlicher Pavillon mit steingefa\u00dftem Brunnenbecken und geschwungener Steinmauer ragt in ein k\u00fcnstliches Gew\u00e4sser mit gr\u00fcn schimmerndem Wasser, umgeben von gepflegten Rasenfl\u00e4chen und Str\u00e4uchern im Hintergrund\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3813_re.jpg\" width=\"768\" height=\"1024\"><\/p>\n<p>Ummauerte G\u00e4rten zum Lustwandeln. Klar hat man sowas:<\/p>\n<p><img alt=\"Das historische Ringling Museum of Art in Sarasota zeigt einen versenkten, von grauen Steinmauern und kunstvollen Stiegen mit Eisengel\u00e4ndern umrahmten Garten mit \u00fcppiger subtropischer Bepflanzung, w\u00e4hrend im Hintergrund das blaue Wasser der Baco-Bucht schimmert\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3817_3818_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"316\"><\/p>\n<p>Die komischen Pfeiler sehen nicht nur aus wie die in Venedig, sie haben auch genau den \u00a0Sinn. Mr. Deering wollte nat\u00fcrlich nicht alleine im Haus sein, er hat dort Parties veranstaltet. Und da der Anweg schon l\u00e4nger war, war man so 2-3 Wochen dort zu Gast. Damit einem nicht fad wird, gab es auch was zu tun. Z.B. sich von Gondoliere in der Gegend rumschippern lassen. Dazu waren im ganzen Gel\u00e4nde handgeschaufelte Kan\u00e4le errichtet worden:<\/p>\n<p><img alt=\"Das prunkvolle Ringling Museum of Art in Sarasota mit beiger Fassade steht direkt am tiefblauen Wasser, davor ankert eine steinerne Skulptur in Schiffsform vor \u00fcppigen Palmen und einem strahlend blauen Himmel mit weissen Wolken\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCF3827_3829_re.jpg\" width=\"1024\" height=\"344\"><\/p>\n<p>Das Haus ist auch zu besichtigen, man darf aber keine Fotos machen. Mr. Deering war technisch verspielt und hat alles was man sich nur erdenken konnte einbauen lassen: 2 Lifte f\u00fcr Personen, einen Speiselift (damit man die warme K\u00fcche in den Stock verfrachten konnte), Nirosta Sp\u00fclbecken (aus 90% Silber, weil sonst hatte man nix anderes), Badewannen mit 4 Wasserh\u00e4hnen (kalt und warm f\u00fcr S\u00fc\u00df- und Salzwasser) und so weiter und so fort. Das Haus soll alleine beim Bau 20 Millionen Dollar gekostet haben.<\/p>\n<p>Er hat es aber nur 9 Winter lang verwenden k\u00f6nnen. Er litt an einer damals v\u00f6llig unheilbaren und seltsamen Krankheit (die man heute als Vitamin B12 Mangel diagnostizieren w\u00fcrde). Die seltsamsten Behandlungen wurden durchgef\u00fchrt. Schlu\u00dfendlich ist er auf einem Schiff von Paris kommend im Hafen von New York verstorben. Dabei h\u00e4tten es simple Tabletten getan.<\/p>\n<p>Nur ein Jahr darauf hat ein Hurrican dort aufger\u00e4umt und damit war lange Schlu\u00df mit feiern. Erst als der Staat das gannze bekommen hat wurde es teilrenoviert und f\u00fcr Staatsempf\u00e4nge (Papst, britische Queen, spanischer K\u00f6nig, &#8230;) verwendet. An meinem Besuchstag war Tag der Br\u00e4ute. Es ist ein Wunder, da\u00df ich so viele Fotos zusammengebracht habe, ohne eine Braut drauf zu haben.<\/p>\n<p>Am Heimweg zum Campingplatz hat uns dann ein Megagewitter erwischt. Eigentlich verfehlt, denn wir waren gerade beim Einkaufen und das zum allerersten mal in einem Shoppingtempel mit Parkhaus. Es hat also drau\u00dfen gewaschelt und wir waren im Trockenen. Als wir aus dem Parkhaus kamen, \u00a0war alles vorbei. Gl\u00fcck mu\u00df man haben.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging es ins Miami Seaquarium.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag begann weniger gut: es gewitterte und war dementsprechend na\u00df. Der Wetterbericht hat von isolierten Gewittern gesprochen und wie ich so das aktuelle Wetter-Radarbild gesehen habe, mu\u00dfte ich das best\u00e4tigen. Genau \u00fcber Miami war ein einzelnes Gewitter. Half mir nur nix. Gegen 11 Uhr hat sich das ganze dann beruhigt und ich konnte meinen urspr\u00fcnglichen Plan doch noch umsetzen: Der Besuch in der Villa Vizcaya. Die Geschichte dieser Villa ist einmal mehr schr\u00e4g. Mr. James Deering (der von den landwirtschaftlichen Ger\u00e4ten) war zu seiner Zeit einer der reichsten Leute der USA. Er war viel unterwegs, darunter auch in Europa.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20269,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-1248","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aroundtheworld"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1248"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37348,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248\/revisions\/37348"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}