{"id":416,"date":"2017-04-10T00:57:00","date_gmt":"2017-04-10T00:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/2017\/04\/10\/durch-die-wildnis-louisianas-und-laura-plantation\/"},"modified":"2025-02-01T21:00:50","modified_gmt":"2025-02-01T20:00:50","slug":"durch-die-wildnis-louisianas-und-laura-plantation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.chbworld.net\/index.php\/2017\/04\/10\/durch-die-wildnis-louisianas-und-laura-plantation\/","title":{"rendered":"Durch die Wildnis Louisianas und Laura Plantation"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Nat\u00fcrlich wollte mein TomTom maximal lange auf der Interstate fahren, aber wir konnten ihn gerade noch dazu \u00fcberreden, minimal lange auf Interstates zu verbringen. So ging sich die Laura Plantation bei bestem Wetter trotzdem gut aus.<\/p>\n<p align=\"justify\"><iframe loading=\"lazy\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/embed?mid=1OrPB7Tq2LHG-ETZAm1e16jSA0TA\" width=\"640\"><\/iframe><\/p>\n<p align=\"justify\">Von unserem wilden Platz im Wald ging es \u00fcber Highways nach Louisiana (zur\u00fcck) wo wir gleich den gro\u00dfen Unterschied zwischen Texas und Louisiana festgestellt haben: Wo man gerade noch 75mi\/h fahren durfte, waren es nur mehr 55mi\/h. Echt \u00f6de.<\/p>\n<p align=\"justify\">Lustiger sind die D\u00f6rfernamen wo man durchf\u00e4hrt. Z.B. Kinder. Und damit man sich nicht wundert warum das Dorf so hei\u00dft, gibt es auch Erkl\u00e4rungen daf\u00fcr.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150048_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"657\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Erst nach langem Fahren durch kleine D\u00f6rfer, wo TomTom auch noch nach Abk\u00fcrzungen suchte (!), ging es kurz vor Baton Rouge auf die Interstate, und nach ein paar Meilen zur\u00fcck auf Highways zu der Stra\u00dfe der Plantagen. Davor ist eine der mutig hohen Br\u00fccken \u00fcber den Mississippi.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150061_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150064_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"545\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150070_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150074_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/chbwien.blogspot.com\/2016\/05\/new-orleans.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Letztes Jahr<\/a> haben wir die Oak Alley Plantage besucht, weil sie so gar arg ber\u00fchmt ist. Wegen der Eichenallee (man glaubt es bei dem Namen kaum). Dieses mal sollte es zu einer anderen Plantage gehen: Laura Plantation. Schon am Parkplatz wird man von Pflanzen fast gefressen und selbst das Klo ist echt h\u00fcbsch.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150080_0082_re25255B325255D.jpg\" width=\"961\" height=\"300\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Das Haupthaus ist nicht ganz so imposant wie das von Oak Alley, aber es macht auf jeden Fall etwas her.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150083_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150090_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Trotzdem haben wir es bei dem Haus eigentlich mit einem Fertigteilhaus zu tun. Es wurden nur gemauerte Fundamente verwendet, damit es besser gek\u00fchlt werden kann und bei \u00dcberflutungen wassersicherer ist. In Afrika wurde das Haus aus Zedern in franz\u00f6sischem Stil hergestellt, durchnummeriert und nach Louisiana gekarrt. Da brauchte es nur mehr aufgebaut werden. Ganz ohne N\u00e4gel, nur mit Holz und Pfl\u00f6cken.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150103_HDR_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"681\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Geschichte hat mit einem Franzosen begonnen, der den Amerikanern im Krieg gedient hat und daher um ein St\u00fcck Land bat, das ihm auch im noch neuen Lousiana genehmigt wurde. Er heiratete und starb 3 Jahre nach dem Hausbau, soda\u00df seine Frau alles erbte.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150109_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Zusammen hatten sie drei Kinder, zwei S\u00f6hne und eine Tochter. Die S\u00f6hne unterst\u00fctzten die Mutter bei der F\u00fchrung der Plantage, die Zuckerrohr anbaute und Zucker auch auf der Plantage herstellte. Aber wie es mit den armen M\u00e4nnern so ist, die beiden S\u00f6hne starben (und hatten keine offiziellen Kinder, weil sie lieber Spa\u00df mit Sklavinnen hatten) und die Plantage fiel wieder auf die einzige Tochter. Die wollte eigentlich viel lieber mit einem Franzosen in Frankreich leben (das schon gekaufte Chateau in Frankreich hinten am Bild), aber da ihre Mutter sie zur F\u00fchrung der Plantage brauchte, kam sie nie dazu.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150110_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Der Blick vom Haus ist nicht so toll wie in Oak Alley, aber hat auf jeden Fall etwas. Vorallem wenn man bedenkt, da\u00df der Damm damals noch nicht da war.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150122_0166_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"662\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Da das Haus f\u00fcr viele Leute ein Heim war, waren au\u00dfer dem E\u00dfzimmer alles Schlafzimmer. Jeder hatte nat\u00fcrlich seinen pers\u00f6nlichen Sklaven, soda\u00df es in dem Haus sicher wuselte.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150174_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150182_0185_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"492\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150191_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Das Haus hat alle St\u00fcrme und Hochwasser ausgehalten. Nur im Jahr 2004 kam es zu einem Schaden in einem Computer und 80% des Hauses brannten nieder. Die Wiederherstellung dauerte zwei Jahre, wobei der K\u00fcchenblock im hinteren Teil des Hauses nicht mehr hergestellt wurde. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150193_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150196_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150203_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Familiengeschichte ist sehr kompliziert und es w\u00e4re wohl auch nicht so gar arg spannend die hier zu wiederholen, aber zu den wichtigen Dingen. Im Prinzip haben immer die Frauen \u00fcberlebt und die ganze Plantage alleine geerbt. Nur einmal gab es Streit zwischen Geschwistern, denn die eine wollte verkaufen, der Bruder nicht. So wurde das Land halbiert. Sie waren so sauer aufeinander, da\u00df der Plantagenteil die Zuckerm\u00fchle am zweiten Teil nicht verwenden durfte. <\/p>\n<p align=\"justify\">Warum hei\u00dft die Plantage Laura? Die letzte Besitzerin war als M\u00e4dchen f\u00fcr die Werbekampagne der Zuckermarke verwendet worden. Und die hie\u00df Laura. Gleichzeitig war es aber auch Laura, die die Plantage verkauft hat (zu einem F\u00fcnftel des Wertes, Hauptsache weg), weil sie mit der Sklavenhaltung und den Nachwirkungen nicht mehr leben wollte und viel lieber mit ihrem Liebhaber und sp\u00e4teren Mann in St. Louis lebte. Die Familiengeschichte ist deswegen so gut bekannt, weil Laura ihre Memoiren geschrieben hat und die 2000 ver\u00f6ffentlicht wurden. Hier geht es auch sehr viel um Sklaven und ihre Geschichte.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150209_0210_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"379\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150214_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Hinter dem Haus wurden Bananenstauden angepflanzt, aber vorwiegend als Schattenspender. Diesen J\u00e4nner gab es zwei kalte Tage und die Bananen haben es nicht so gesch\u00e4tzt. Sollen die Bananen doch mal in \u00d6sterreich leben\u2026 <img decoding=\"async\" class=\"wlEmoticon wlEmoticon-devil\" style=\"border-top-style: none; border-left-style: none; border-bottom-style: none; border-right-style: none\" alt=\"Devil\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/wlEmoticon-devil25255B225255D.png\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150218_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Zu den Sklaven. Anfangs waren es \u00fcberlieferte 17 Sklaven auf der Plantage. Das wei\u00df man, weil es in einer Aufstellung zu einem Erbe aufgezeichnet wurde. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150219_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Bis zum Ende der Sklavenhaltung waren es gesch\u00e4tzte 250 Sklaven, die dort geschuftet haben. Arbeitssklaven lebten in eigenen H\u00fctten (zwei Familien pro H\u00fctte) und davon gab es immerhin 69 auf der Plantage.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150221_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150231_re25255B225255D.jpg\" width=\"683\" height=\"1024\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150232_HDR_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"681\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.chbworld.net\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/P1150243_re25255B225255D.jpg\" width=\"1024\" height=\"683\"><\/p>\n<p align=\"justify\">Nach dem B\u00fcrgerkrieg, der die Sklaverei verbot, \u00e4nderte sich nicht so gar arg viel. Denn es wurde bestimmt, da\u00df Sklaven jetzt frei sind, aber wo findet man als Ex-Sklave einen Job? Z.B. auf der Plantage, wo er schon vorher gearbeitet hat. Wenn man als Sklave Schmied oder Handwerker war, konnte man in die Stadt ziehen, aber als Zuckerrohrschneider blieb wohl nur die Plantage. Selbst \u2018Obersklaven\u2019, die die Zuckerherstellung \u00fcberwachten, konnten wohl nur auf einer Plantage Zucker herstellen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Daher wurden Sklaven nun dort bezahlt. Mit Tokens, die sie aber auch f\u00fcr Essen und Wohnung wieder zur\u00fcckzahlen mu\u00dften. Zu Weihnachten stellte sich dann heraus, ob man Tokens gespart oder geborgt hatte. Da konnte man sich (einmal j\u00e4hrlich) die Tokens in echtes Geld umwandeln lassen. Trotzdem war es f\u00fcr Mitarbeiter schwer aus der Plantage rauszukommen, denn Familien mu\u00dften ihre alten Leute ja auch erhalten. Diese konnten aber nicht mehr arbeiten. So wundert es nicht sehr, da\u00df die letzten 4 Familien bis in die 1970er Jahre noch dort lebten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach der Plantage ging es noch eine knappe Stunde in die Stadt New Orleans, wo wir auf einem wunderbaren Campingplatz \u00fcbernachten konnten. Trotz Stadt Sternenhimmel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich wollte mein TomTom maximal lange auf der Interstate fahren, aber wir konnten ihn gerade noch dazu \u00fcberreden, minimal lange auf Interstates zu verbringen. So ging sich die Laura Plantation bei bestem Wetter trotzdem gut aus. Von unserem wilden Platz im Wald ging es \u00fcber Highways nach Louisiana (zur\u00fcck) wo wir gleich den gro\u00dfen Unterschied zwischen Texas und Louisiana festgestellt haben: Wo man gerade noch 75mi\/h fahren durfte, waren es nur mehr 55mi\/h. Echt \u00f6de. Lustiger sind die D\u00f6rfernamen wo man durchf\u00e4hrt. Z.B. Kinder. 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