Leider kommt vom Nordwesten schon wieder eine Kaltfront. In der Nacht hat es schon in Champaign getröpfelt und es war stark bewölkt am Morgen. Daher haben wir uns gegen den zweiten Versuch beim Great Pumpkin Patch entschlossen.
Wir haben daher alles zusammengeräumt, was aber nicht schwer ist, wenn man nichts in einen Raum transferiert, sondern in seinem ‘eigenen Haus’ übernachtet. Wir haben das RV daher aus der Einfahrt herausmanövriert (wieder mit Besen und Rechen zum Baumzurückhalten) und haben dann noch ein gemeinsames Frühstück genossen. Und schon war wieder Abschied angesagt.
Zunächst ging es über die Interstate in den Süden, wobei wir sehr bald einen Umweg von 10 Minuten genommen haben, weil der Umweg über 30mi kürzer ist. Dafür geht es über wirklich schöne Landstraßen durch’s Land.

Kurz vor dem Garden of the Gods wird die Straße noch ‘romantisch’ bleibt aber überraschend gut beschildert (was mit TomTom nicht notwendig gewesen wäre, weil er brav bis auf den Parkplatz navigiert hat).

Der Aussichtsweg ist nicht so gar arg lang, aber man braucht schon seine Zeit, weil man auch auf den Steinen rumklettert. Zunächst ein schöner Weg bis zum ersten Felsen.

Und weil wir da noch unterwegs sind, mal wieder die Geschichte der Gegend. Vor laaaanger Zeit war hier ein Meer, der Sand wurde zu Sandstein und es bildeten sich Felsformationen. Irgendwann kamen Siedler und haben versucht Ackerbau zu betreiben. In den 1920ern sah die Gegend ungefähr so aus wie eine gescheiterte Landwirtschaftsausstellung. Die Böden waren ausgelaugt, viele Farmer gaben auf und das Land lag brach. Die Regierung schaute sich das an und sagte:
„Vielleicht sollten wir aufhören, hier Mais anzubauen, und stattdessen einen Wald daraus machen.“
Das CCC pflanzte Bäume, die Natur half mit, und aus ehemaligen Farmen wurde nach und nach der Shawnee National Forest. Jahrzehnte später bemerkten die Menschen:
„Moment mal. Zwischen all den Bäumen stehen ja einige der verrücktesten Felsen des Mittleren Westens!“
Also schützte man das Gebiet dauerhaft (zuletzt 1990 vergrößert). Die berühmteste Formation heißt Camel Rock. Mit etwas Fantasie erkennt man tatsächlich ein Kamel. Mit zu viel Fantasie erkennt man vermutlich auch den Nachbarn von gegenüber.
Im Gegensatz zu vielen Nationalparks gibt es hier keine spektakulären Wasserfälle, keine Bären und keine Elche. Dafür bekommt man etwas Seltenes: einen Aussichtspunkt, von dem man kilometerweit über den Shawnee National Forest blicken kann. Der auch noch nicht komplett zugewachsen ist.
Aber zuerst Felsen. Mit ein wenig Aussicht.

Und Astrid.

Auf dem Rundgang wird sicher keinem fad, weil es geht da Schlag auf Schlag. Auch mit Aussicht.

Man könnte manchmal glauben, man ist in Colorado oder Utah.

Die Formationen haben alle Namen, das mit dem Gesicht ist wenigstens auch mir aufgefallen.

Astrid hatte heute Kletterwut.

Spanisch sprechende Leute hatten ihren Spaß auf den Felsen zu stehen und sich über das Tal anzubrüllen. Nicht so romantisch, aber man sieht es nicht auf den Bildern.

Wieder zurück durch den Wald und schon ging es weiter zum nächsten Statepark. Warum nicht dort in der Ruhe Übernachten? Ja, da gibt es einen Campingplatz, der nur $10 kostet, aber auch absolut nichts außer dem Stellplatz bietet. Wir wollten aber zumindest Strom, weil bei den 32°C wollte Astrid nicht ohne Klimaanlage sein.

Der Cave-in-Rock SP ist nur wenige Meilen entfernt. Da braucht man nur eine halbe Stunde. Dafür ist alleine auf der Fahrt schon echt was zu sehen. Man muß sich halt mit dem RV dort fahren trauen.

Am Statepark Campingplatz wurden wir von einer ganzen Gruppe Rehe quasi niedergerannt. Hier die zwei langsamsten, die ich noch erwischt habe.

Kaum einen Platz ausgesucht, schon sind wir noch zur namensgebenden Höhle gefahren. Die Höhle an sich ist natürlich durch Auswaschung entstanden.
Im späten 18. Jahrhundert wurde die Höhle zum legendären Versteck einer Bande von Flusspiraten und Gesetzlosen. Berühmt wurde besonders Samuel Mason, ein Revolutionskriegsveteran, der vom Patrioten zum Räuber wurde (man brauchte wohl ein Ziel im Leben) und Cave-in-Rock als Basis nutzte. Die Piraten lockten Reisende mit Geschichten über Gastfreundschaft, Glücksspiel oder Unterhaltung in die Höhle. Anschließend verschwanden Geldbörsen, Ladungen und manchmal auch die Reisenden selbst.
Wir haben mal den Weg gesucht, weil angeschrieben ist die Höhle nicht.

Einmal gefunden ist die Höhle überraschend groß. Und wir hatten Glück, weil es braucht wohl das tiefstehende Nachmittagslicht, um die schönen Fotos zu bekommen.

In der Höhle gibt es einen Felsspalt, sodaß der hintere Bereich komplett selbständig ausgeleuchtet wird.

Damit ging es an den Campingplatz. Das ist auch der bisher billigste Platz mit $20 inkl. aller Abgaben und vollem Strom. Der Campingplatz ist riesig und wirklich ruhig; es sind auch nur 3 oder 4 andere da.