Pensacola Beach – oder der Tag danach

Der Tag danach war deprimierend. Dazu haben wir einen alten Bekannten getroffen, den Nebel des Grauens. Also steht man auf und ist absolut unhappy wegen des Einbruches und hat einen Tag am Strand vor sich, wo der Nebel rumwabert. Ganz genial. Paßt sich das Wetter meiner Stimmung an.

Nach dem Frühstück ging es halt doch los in Richtung Perdido Bay. Die Text-Beschreibung des Weges zum Strand war einmal mehr einzigartig, aber überraschenderweise passend. Weil in der Beschreibung auch ‚Winn Dixi on left hand side‘ vorkommt, waren wir dort gleich einkaufen (btw, sehr teuer, z.T. vergammelte Ware, aber ich habe nun auch davon eine Kundenkarte). Jedenfalls sind wir auf den Key gefahren (wieder so eine vorgelagerte Insel wie bei Daytona Beach) und waren neben dem nebligen Wetter von der einzigartigen Hässlichkeit überrascht: Eine Bettenburg nach der anderen. Dabei hatte der Reiseführer von dem schönsten Strand Floridas gesprochen…

Eine asphaltierte Straße führt unter einem grauen Wolkenhimmel an sandigen Banketten und Strommasten vorbei, während rechts ein hoher, beiger Wohnblock mit zahlreichen Balkonen und tief hängendem Dach in den Himmel ragt

Wie wir dort so rumfahren, sehen wir das erste blaue Loch. Die Hoffnung kam auf, daß der Nebel des Grauens das gleiche tut wie in LA, also am Vormittag einfach verschwinden. Nach längerem Suchen haben wir dann endlich einen Public Access gefunden, denn da wo die Hotels stehen, kommt man nicht einmal zum Strand. Kaum am Strand, überfliegt uns eine Pelikanformation (so eine Hoheitsverletzung, denn Pensacola ist die Heimatstadt der Blue Angels 😉 ): 

Zwei braun-weiße Pelikane mit weit ausgebreiteten Schwingen gleiten im Gleitflug durch den kräftig blauen Himmel

Ein blaues Loch tat sich auf und zeigte die Bettentürme in voller Grausamkeit:

Mehrere beige Hochhäuser mit rundbogigen Balkonen erheben sich hinter einem breiten Sandstrand unter tiefblauem Himmel, während Spaziergänger am Ufer gehen

Der Sand ist schon schneeweiß und das Wasser nett, aber die Umgebung? Sehr interessant fand ich die Bedingungen zur Benutzung des Strandes. Viele Dinge  sind verboten, aber warum gerade das Schlagen von Golfbällen? Ich kann verstehen warum sie nicht Golf spielen gesagt haben, denn auf dem Strand sucht man lange nach einem weißen Golfball, aber wer kommt auf die Idee den Strand als Driving Range zu verwenden:

Blaues Hinweisschild mit weißer Aufschrift „Hours of Operation: Sunrise to Sunset“ sowie einer langen Liste verbotener Aktivitäten wie Campen, Tiere und Glasbehälter

Beim Rumfahren habe ich auch eine Stelle gesehen, die nicht bebaut war. Ein Statepark. Aber da wollten sie nur für einen Blick auf den Strand nicht wenig Geld sehen. Und wie wir gerade überlegen wohin wir sollen, findet sich ein Schild mit dem Hinweis auf ein National Seashore. Die wollen auch heftige $8 Eintritt, aber mit meinem Jahrespaß komme ich gratis rein. Das Nationalgebiet ist übrigens nicht so klein wie es zunächst aussieht: Die halbe Insel oder mehr gehört dazu. Da macht es gleich viel mehr Spaß am Strand zu sein. Die Dünen darf man wieder nicht betreten (Naturschutz), dafür stehen viele ‚Brücken‘ zur Verfügung. Sieht bei dem weißen Sand aus wie irgendwo in Tirol im Winter:

Eine hölzerne Stiege mit kräftigem Handlauf führt über blendend weiße Sanddünen, während im Hintergrund ein bewölkter Himmel die kühle Küstenlandschaft prägt

Der Strand ist riesig (in jeder Hinsicht). Die grauslichen Bettenburgen sind nur mehr am Horizont zu erahnen: 

Der breite Sandstrand erstreckt sich mit blendend weißem Sand bis zum Horizont, wo das dunkle Meer auf einen wolkigen blauen Himmel trifft und am Rand ferne Gebäude thronen

Der Nebel hat sich auch immer mehr verzogen. Es war angenehm warm (gute 30°C), ein laues Lüftchen wehte, so konnte man es aushalten.

Weitläufiges Panorama des feinen, hellen Sandstrands am tiefblauen Meer unter einem wolkenverhangenen, graublauem Himmel, während sanfte Wellen an das Ufer rollen

Wie wir so am Grübeln waren, sehen wir etwas über den Strand flitzen. Ich mit der Kamera hinter her. Plötzlich ist es weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Also suche ich rum und nach sehr langem Suchen finde ich das: Ob das nur eine leere Schale ist? Nach einigen Fotos nehme ich eine rumliegende Muschel und stupse die Krabbe. Keine Reaktion. Also doch nur eine leere Schale? Aber warum stehen dann die Augen so hoch? Noch einmal stupsen, ich will ja ein Foto vom Gesamttier. Plötzlich hüpft die Krabbe hoch und rennt wie eine Verrückte in die Dünen (und das sind viele Meter). Und weg war sie.

Im hellen Sand im White Sands National Park blickt eine im Boden eingegrabene Krabbe mit zwei aufgerichteten Stielaugen wachsam nach oben

Die Dünen sind dünn mit solchem Gras bewachsen. Das ergibt einen netten Kontrast im sonst unglaublich weißen Sand: 

Der White Sands National Park erstreckt sich mit feinem, weißem Gipsdünen-Sand und goldenem Strandhafer unter einem tiefblauen, leicht bewölkten Himmel

Habt ihr den Unterschied bemerkt? Das vorige Bild hatte im Hintergrund den Intercostal Waterway, im nächsten ist es der Golf von Mexiko. 🙂

Der helle Sandstrand am Golf von Mexiko zeigt feine Windrippeln und filigrane Strandhaferbüschel, deren dunkle Schatten auf den Boden fallen, während im Hintergrund das dunkelblaue Meer unter einem wolkenverzierten Himmel ruht

Beim Rumrennen sehe ich schon wieder etwas im Sand. Nur viel kleiner. Dafür hat es sich auch nicht eingegraben und ich kam zu einem Gesamttier:

Eine fast durchsichtige, hellgraue Krabbe huscht über den gleißend weißen Sandstrand im White Sands National Park, wobei feine Schatten auf die feinkörnigen Quarzkörner fallen

Diese einsamen Fußspuren zeigen, wie oft hier andere Menschen außer mir rumlatschen:

Spuren von bloßen Füßen führen durch den schneeweißen Sandstrand hin zum tiefblauen Meer unter klarem Himmel

Aber wer hinterläßt diese Spuren? Ich habe sonst keine Tiere gesehen…

Zarte Tierspuren ziehen sich im White Sands National Park diagonal über schneeweiße Gipsdünen mit feinen Windrippeln im Sand

An dem Tag sind wir nicht mehr von dem einsamen National Seashore weggekommen. Es war einfach zu schön dort zu sein. Es war auch in unserer Problemsituation das beste: Helles Licht, viel Sonne und Meer.

Der Strand des Campingplatzes ist zwar nicht ganz so schön (ist auch nur intercostal), aber dort läßt es sich auch aushalten:

Ein hölzerner Jausentisch steht auf dem Sandstrand am Ufer eines dunklen Sees, während im Hintergrund lange Stege und eine dichte Uferwiese mit hohen Nadelbäumen zu sehen sind

Der Campingplatz liegt übrigens jenseits des trennendes Flusses, ich habe die zwei Nächte schon in Alabama und nicht mehr in Florida verbracht (obwohl der Strand und Pensacola zu Florida gehören). Am nächsten Tag mußte ich jedoch Florida ganz verlassen, Lafayette 3 Bundesstaaten weiter (Florida -> Alabama -> Mississippi -> Lousiana) war das Ziel.

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