Georgia Aquarium und New Coca Cola World, Atlanta, GA

Der Tag war sonnig und der Tag war ziemlich mit Programm gefüllt. Und es war Sonntag, was für einen Besuch in der Stadt wichtig ist. Leider kann man praktisch nirgends in einer US-Stadt gratis parken. Das ist auch in Atlanta nicht anders, aber hier kommt der Sonntag ins Spiel. Das Georgia Aquarium bietet die Möglichkeit das Parkticket online zu kaufen und so einen Dollar zu sparen. Nicht an einem Sonntag, denn da sind alle Parkhäuser praktisch leer und man kann um $5 den ganzen Tag parken (also der halbe Preis vom online-Ticket); schön blöd, wenn man da ein online-Ticket hätte. Auch die Fahrt ins Zentrum ist an einem Sonntag geradezu gemütlich.

So kam ich recht früh in den Bezirk, wo die Olympischen Spiele in Atlanta ihr Zentrum hatten. Heute stehen dort praktisch alle wichtigen Gebäude (wie CNN, Banken, …). Mein Fußweg führte mich von der Garage zunächst an der New Coca Cola World vorbei (man beachte, am ganzen Gebäude ist nichts Rotes!):

Die hellgraue Fassade der World of Coca-Cola in Atlanta mit großen Glasfronten, schlanken Pfeilern und kreisrundem Logo thront über einem gepflegten Vorplatz mit Gehsteig, Zierbäumen und herbstlichem Laub unter strahlend blauem Himmel

Und dann (gleich nebenan) kommt das Georgia Aquarium in Sicht:

Das Tennessee Aquarium in Chattanooga zeigt sich mit seiner markanten, glasgedeckten Schiffsbruch-Architektur hinter einem gepflegten Gehsteig und sattem Grün bei strahlend blauem Himmel

Gleich beim Eingang geht man durch einen Torbogen, der nur so von Fischen wimmelt:

Ein grosser Schwarm silberglänzender Fische mit markanten gelben Flossen schwimmt im dunklen, vom Sonnenlicht durchfluteten Wasser

Man kommt dann in eine gigantische Halle, wo die verschiedenen Themenbereiche in Schlaufen abzweigen. Es gibt einen Bereich für Georgia (weil warum würde es sonst so heißen), einer für Flüsse, einen für Kaltwasser, Tiefer Ozean und Tropische See. In Georgia findet man natürlich Alligatoren:

Zwei junge Alligatoren schwimmen knapp unter der Wasseroberfläche in einem Terrarium mit dunklen Steinen, morschen Ästen und tropischen Pflanzen im Hintergrund

Der Flußbereich zeigt einen langsam fließenden Fluß von unten. Neben den kleineren Aquarien am Rand gibt es ein großes Aquarium über dem Gang. Dieser Grundler ist dort auch zu sehen:

Ein dunkelgrauer Zitterwels mit markanten Barteln und kleinen Flossen gleitet im trüben Wasser an moosüberzogenen Steinen und satten Wasserpflanzen vorbei

Klar dürfen auch Piranja nicht fehlen:

Ein Schwarm grauer Piranhas mit rot leuchtenden Bauchrossen schwimmt in einem trüben Schauaquarium, das mit dunklen Holzästen und felsigem Untergrund gestaltet ist

In den Kaltwassern findet man Beluga Wale. Das Männchen war früher in einem Vergnügungspark in Mexiko, fühlte sich dort aber nicht wohl. Daher wurde er gekauft und hat inzwischen schon für Nachwuchs gesorgt:

Zwei weiße Belugas schwimmen im tiefblauen Wasser eines großen Beckens, umgeben von schattigen Felsen und sanften Lichtreflexen an der Wasseroberfläche

Sie haben dort auch asiatische Otter (sehr nett, aber viel zu quirlig für ein gescheites Foto) und Riesenotter wie diesen hier: Der hat so gut geschlafen, es hat ihn nicht einmal gestört, daß der andere Otter im Gehege ihn herumgeschubst hat.

Ein Seeotter treibt auf dem Rücken im ruhigen Wasser, mit hellgrauem Fell am Kopf, dunklem, nassem Fell am Körper und den Vorderpfoten an der Brust verschränkt vor einem dunklen, schattigen Hintergrund

Von oben hat man noch einmal einen guten Überblick auf die Otter und die Belugawale. Es wird dort auch erklärt, warum nur die belugawale alleine im Aquarium (ohne andere Fische sind). Beluga haben 3 Dinge zu tun: Schlafen, Fressen und ’sich lieb haben‘ so nannte es der Erklärer). Die Durchschnittslebensdauer eines Fisches im Belugabecken gab er mit 4-5 Sekunden an, dann kommt das Fressen ins Spiel.

Ein weißer Beluga gleitet anmutig durch das tiefe, blau schimmernde Wasser eines Aquariums, während im dunklen Hintergrund künstliche Felsen und Algen zu erkennen sind

Ich habe bisher noch nichts zum Thema größtes Aquarium der Welt gesagt. Ich werde es aber nicht ganz verschweigen können, ich glaub es nicht. Das Tenessee Aquarium (mit beiden Häusern) ist sicher größer. Alle Bereiche sind im Prinzip klein und nach ähnlichem Schema gestaltet: Einige wenige kleine Aquarien am Eingang und in einem Gang und zum Schluß ein sehr großes, i.a. beachtliches Aquarium. Der Hammer ist das größte Aquarium der Welt (ich meine damit das größte Becken) in den tiefen Ozeanen. Dieser Fisch liegt dort mal nur so rum:

Ein riesiger, graugrün gesprenkelter Zackenbarsch liegt in einem tiefblauen Schaubecken auf dunklen Steinen, während im Hintergrund schemenhaft Felsen und ein Metallgitter zu sehen sind

Der Bereich besteht praktisch nur aus dem einen Becken, das man aber aus den verschiedensten Perspektiven aus verschiedenen Löchern sieht. Auch aus so einem Tunnel:

Besucher schlendern durch einen gläsernen Unterwassertunnel mit blauem Wasser, Fischen im Becken und blauer Beleuchtung

Besondere Attraktion sind 4 Walhaie, die sie dorthin geflogen haben (aus Taiwan). Das war btw der größte Transport, den UPS je durchgeführt hat. Unten sieht man auch gleich das Mantaweibchen (dazu später mehr).

Ein massiver Walhai gleitet im glasklaren Wasser eines Aquariums von unten gesehen über eine anmutige Riesenmanta-Rochen hinweg, umgeben von schwärmenden Fischen vor der hellen Wasseroberfläche

Die 4 Walhaie ziehen majestetisch ihre Kreise. Es sieht nicht so aus, als ob die jemand stoppen könnte:

Ein riesiger Walhai mit seiner charakteristisch weiß gefleckten, dunkelgrauen Haut zieht im tiefblauen Wasser majestätisch seine Bahnen, umgeben von einem dichten Schwarm kleiner Fische im Hintergrund

Die Mantadame (nur als Größenvergleich) hat eine Spannweite von 9ft. Sie hat sich vor Südafrika in einem Netz verfangen und brauchte einen Aquariumplatz. Es gab nicht viele Aquarien, wo sie hineingepaßt hätte. Drum ist auch sie in dem Riesenbecken gelandet:

Ein prächtiger Adlerrochen schwimmt im tiefblauen Wasser, umgeben von zahllosen gelben und silbernen Fischen, die das Aquarium beleben

Diese Quallen gehören wieder zu den Nicht-Angrabsch-Viechern:

Eine leuchtend rote Feuerqualle schwebt vor einem tiefblauen Hintergrund und lässt ihre feinen, langen Tentakeln nach unten hängen

Insgesamt ist das Aquarium absolut sehenswert. Wenn man aber mit dem Gedanken hingeht, man sieht das größte Aquarium der Welt (und ist somit größer als alles was man gesehen hat), dann ist man enttäuscht. Aber es gibt 3 Angreifbecken (mit Rochen, Haien, Krebsen, …), einige sehr große Becken und natürlich das Highlight mit dem Megabecken. Dazu ein paar Daten: Fläche eines Football-Feldes, hinten 11m tief vorne gute 20m, die Frontscheibe wiegt über 100t (metrische) und ist über 60cm dick! Hergestellt übrigens in Japan und wurde in 6 Stücken nach Atlanta geschafft. Die Verklebung wurde über einen Monat auf >80 °C erhitzt (zur Härtung). Keine Ahnung wie man das macht.

Das Aquarium ist aber auch Spitze im Kommerz. Man wird quasi durch die Schleifen zwangsweise an Freßplätzen vorbeigeschafft und so ist es auch kein Wunder, daß man nur und ausschließlich durch den Gift-Shop nach draußen kommt. Die Idee mit dem haarigen Otter als T-Shirt hat aber was: 

Zwei Schaufensterpuppen präsentieren im Souvenirshop vom Georgia Aquarium schwarze und rote T-Shirts mit Otter-Grafiken und dem Schriftzug Georgia Aquarium, flankiert von Plüschottern

Und nun auf die andere Seite des Pemberton-Place, zum Denkmal des Herrn Pemberton. Der gute Mann ist der Erfinder von Coca Cola, aber reich ist er mal wieder nicht damit geworden. Er hat gerade mal für $50 Sirup verkauft. Dann kam ein Geschäftsmann und hat ihm das Rezept abgekauft (Original: Das Glas Coca Cola schmeckte ihm. Er kaufte aber kein zweites, sondern gleich die ganze Firma).

Die bronzene John-Pemberton-Statue vor dem World of Coca-Cola in Atlanta zeigt den Erfinder mit einem Becher an einem Tisch, umgeben von Grünflächen und moderner Architektur

Man betritt die New Coca Cola World durch eine Wartehalle. Nach kurzer Zeit darf man in einen Vorraum, wo man niedergequasselt wird, aber auch nette alte Werbeschilder sieht. Danach geht man in ein Kino und sieht die Maxi-Version (7 Minuten) des bekannten Vending-Machine-Spots. Der ist wirklich genial.

Kurzfassung des Coca Cola Werbespots

Danach kommt man in den freien Bereich, wo man sehr sehr viele alte Werbetafeln, Plakate und ähnliches sieht. Da könnte ich tausende Fotos alleine davon machen und zeigen. Im folgenden Bild ist z.B. auch die Entwiccklung der Flaschenform interessant:

Historisches Coca-Cola-Blechschild mit einer Frau im Glockenhut, die eine Glasflasche trinkt, darüber drei antike Coca-Cola-Flaschen auf einem Gang vor grünem Holzvertäfelungshintergrund

Man sieht auch eine vollständige Produktionsline. Recht interessant, aber es sind halt auch nur Maschinen. Nett ist der technische Trick, einen virtuellen Erzähler von Glasscheibe zu Glasscheibe hüpfen zu lassen. Dabei wird eine Scheibe plötzlich milchig und wird dann von hinten als Projektionsfläche benutzt.

Ein weiterer Teil ist den ausländischen Plakaten gewidmed:

Das knallrote Coca-Cola-Schild zeigt den markanten Schriftzug in weißer thailändischer Schrift auf leuchtendem Grund, ergänzt durch den geschwungenen weißen Bogen im Hintergrund und feine thailändische Schriftzeichen am unteren Rand

Auch ein 4D Kino ist nun in dem Komplex integriert. Man erfährt alles (oder genauer eigentlich nix) über die geheime Formel des Coca Colas. Der Film ist sehr nett zu sehen, enttäuscht aber extrem auf der kreativen Seite. Scheint ein 1:1 Abklatsch von Disneys ‚Honey, I shrunk the audience‘.

Und natürlich beschäftigen sich auch Künstler mit Coca Cola. Es gibt daher eine Galerie mit aktuellen Arbeiten:

Ein expressives Acrylgemälde der markanten Coca-Cola-Flasche in kräftigem Rot, Blau und Gelb vor einem dynamischen, vielfärbigen Hintergrund mit sichtbaren Pinselstrichen und der Signatur Penley

Im Tastingroom kann man dann 64 Sorten von Getränken kosten. Mehrere Säulen aus je einem Kontinent (oder zumindest einem Großraum) bieten Auszüge aus dem Sortiment. Es gibt z.B. in Afrika ein Minzgetränk (wurde von den Besuchern im Geschmack als Mouthwash bezeichnet). Oder Melonen-Fanta.

Zahlreiche Besucher drängen sich in einem hellen, weitläufigen Ausstellungsraum unter einer dunklen Decke mit technischer Beleuchtung, während bunte Lichtsäulen und interaktive Stationen den Gang beleben

In Nordamerika findet man auch gleich die grauslichsten: Root Beer und als unerreichte Spitze Birken-Bier!!!

Drei beleuchtete Getränke-Zapfhähne mit farbigen Etiketten für Minute Maid Light Lemonade, Fanta Birch Beer und Barq's Root Beer, jeweils mit dem Schriftzug NORTH AMERICA auf weißem Grund unterlegt

Die neue Coca Cola World präsentiert mehr als die alte. Trotzdem bleibt es reine Werbung wie bei der Busch-Brauerei. Es bleibt daher völlig unverständlich, warum der Besucher dafür nicht zu knapp bezahlen soll.

Als Abschluß bin ich dann noch auf den Olympia-Platz gegangen und habe das Hochhauspanorama auf mich wirken lassen.

Das Panorama des Centennial Olympic Park in Atlanta zeigt die weite Wiese, moderne Wolkenkratzer aus Glas und Stahl, grüne Bäume sowie den roten Gehsteig im Sonnenschein

Das Wetter war genial und trotzdem war es Zeit zum Motel zurückzukehren. Am nächsten Tag ging es weiter in den Süden. 

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