Zwei lächelnde Besucher posieren in Rock City bei Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee neben einer bronzenen Statue von Garnet Carter, umgeben von schattigen Laubbäumen und einer bemoosten Felswand

Jack Daniel’s Destilley

Das Wetter sollte wirklich fürchterlich werden, aber in der Früh sah es nach einem genial schönen Tag aus.

Im Prinzip war der Tag als Fahrtag ausgelegt. Der Wetterbericht ließ uns keine andere Wahl. Vor und hinter uns Unwetter und arktische Temperaturen. Wir konnten also nur bis ins hoffentlich warme Haus von Astrid’s Großeltern flüchten. Das fiese an der Geschichte war aber, daß es in der Früh absolut nicht nach Schlechtwetter aussah. Wenn ich da in den Himmel geschaut hätte, ohne einen Wetterbericht, dann hätte ich mir überlegt, was ich in der Gegend noch alles tun könnte. Aber das war halt nur Schein…

Nach wieder einer ruhigen Nacht auf einem meiner Lieblingscampingplätze, wo auch die Eigentümer ur nett sind, wo uns dieses Jahr keine Zeltstange brach, ging es auf die eher kurze Fahrt nach Lynchburg. Ich war dort schon ein paar mal (2014, 2007, …) aber Jack Daniel’s liegt quasi auf dem Weg, dauert nicht allzulange zum Besuchen und Astrid war noch nie dort.

Ich war daher ziemlich überrascht, was sich da so alles geändert hat. Zunächst wurde der einzige Parkplatz vor dem Visitor Center der Destillerie für die allgemeine Nutzung gesperrt. Dafür wurde ein Block weiter ein völlig neuer Parkplatz errichtet. Der leider ohne Bäume und Schatten. Man kann nun entweder zu Fuß gehen oder man kann einen Gratisshuttle nutzen. Auch wenn der gerade da steht, zu Fuß ist man schneller. Das weiß ich jetzt. Na jedenfalls, das ist der neue ‘Eingang’:

Das Jack Daniel's Visitor Center in Lynchburg zeigt sich mit grauer Holzfassade, dunkelrotem Blechdach und Laternen an der mit Steinmauern gefassten Stiege über den Bach, umgeben von dichtem Grün im Sommerlicht

Im Visitor Center gibt es wenig Neues, die Ausstellungen sehen nett aus.

Die lebensgroße weiße Statue von Jasper Newton Jack Daniel auf einem Sockel steht im geräumigen Besucherzentrum der Jack Daniel Distillery in Lynchburg. Im holzgetäfelten Raum mit Parkettboden und offenem Dachstuhl präsentieren Glasvitrinen historische Exponate, Flaschen und Fässer vor einer beleuchteten Schauwand Ausstellung im Jack Daniel’s Visitor Center in Lynchburg mit einem hölzernen Fass, bernsteinfarbenen Probiermustern auf einem Tisch, Schautafeln und historischen Schwarz-Weiß-Fotografien an der hellen Wand Im Besucherzentrum der Jack Daniel Distillery in Lynchburg zeigt eine lange Holztafel mit durchnummerierten Stationen den Destillationsprozeß von gemahlenem Korn in Ziegel- und Holzbottichen über den kupfernen Brennkessel bis zur Reifung in hölzernen Fässern

Neu ist, daß es mehrere Touren gibt und daß ALLE Touren nicht wenig Geld kosten. Die frühere Gratistour kostet jetzt 14$ pro Person. Dafür darf man weiterhin nirgends innen Fotos machen. Aber meiner Astrid zu liebe, bin ich auf den Raub eingegangen. Man fängt jetzt mit einem kurzen Film an und fährt dann mit dem Bus nach oben, da wo sie ihre heilige Holzkohle selbst erzeugen.

Auf dem asphaltierten Werksgelände steht links eine massive, schwarze Ofenanlage mit Rauchfang und Rohren, während rechts ein holzverkleidetes Gebäude mit waagrechten Latten und gestapelten Paletten davor zu sehen ist; im Hintergrund wächst dichter Laubwald

Man wandert an der Feuerwehr und den alten Häusern vorbei zur Grotte, wo das heilige Wasser des Jack Daniel’s heraussprudelt.

Ein asphaltierter Gehweg führt zwischen einem roten Ziegelgebäude und einem weißen Holzhaus hindurch, umgeben von sattem Grün und schattigen Bäumen, während im Hintergrund eine historische Festung thront Der glasklare Quellteich im Giant Springs State Park in Montana füllt sich aus einer unterirdischen Felsgrotte, umgeben von geschichteten Kalksteinwänden

Neu ist, daß der Tourguide gerne bei Fotos draußen behilflich ist. So werden aber auch Lügen entlarvt. Mr Daniel’s war ja angeblich ur klein.

Die bronzene Statue von Jack Daniel steht auf einem steinernen Sockel vor einer schroffen Felswand mit einer Höhle, umgeben von sattem Grün und schattigen Laubbäumen

Nur wenn man sich neben die Statue stellt, merkt man schnell, daß sie die Statue deutlich größer gemacht haben, als er es je war.

Zwei lächelnde Besucher posieren in Rock City bei Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee neben einer bronzenen Statue von Garnet Carter, umgeben von schattigen Laubbäumen und einer bemoosten Felswand

In seinem Haus sieht man den Tresor, der ihm das Leben gekostet hat und man erfährt ein wenig über die Historie (siehe letzte Berichte).

Historischer Raum mit grünlichen Holzvertäfelungen, einem gusseisernen Kamin mit Rauchfang, einem schweren Stahlschrank auf Rollen links und einem hölzernen Drehstuhl daneben, während ein offener Gang in einen Nebenraum führt In einer historischen Stube mit dunklen Holzbrettern an den Wänden steht ein gusseiserner Kanonenofen mit Rauchfang, davor ein massiver, hölzerner Rollpultschreibtisch samt Drehsessel, an der Wand hängen Porträts und eine Pendeluhr

Rund um die Destillerie darf man nun garnicht fotographieren und das ist ihnen heilig. Warum auch immer. Die Kamera darf man dann erst wieder in die Hand nehmen, wo man hübsche Fotos mit dem Produkt und sich selbst machen kann.

Im Jack Daniel’s Visitor Center in Lynchburg posieren zwei Besucher an einer dunklen Infobox mit Logo, flankiert von einer leuchtenden Flaschensäule und hölzernen Lagerfässern im Hintergrund

Von dort geht es durch das Barrelhouse, wo man mit der um 3$ teureren Tour auch Jack Daniels verkosten darf. Da haben sie die Meinung von wegen Dry County aber nun drastisch geändert, denn früher durften sie nicht einmal ihr eigenes Produkt vor Ort verkaufen.

Das historische Fasslager aus dunklen Ziegeln mit der Aufschrift „Barrel House“ steht in einer parkähnlichen Grünanlage, zu der ein breiter Gehsteig führt, flankiert von saftigen Wiesen und hohen Laubbäumen unter einem blauen Himmel In einem weitläufigen Holzstadel raumhoch übereinandergestapelte Eichenfässer prägen die historische Schnapsbrennerei. Im Vordergrund stehen Reih und Glied metallene Tische mit Verkostungsbrettern und dazugehörigen Hockern

Damit hast Astrid auch gesehen, woher der berühmte US Alk herkommt und uns blieb nur mehr der Weg in den Norden. Man beachte, daß das Wetter zu dem Zeitpunkt immer noch ganz harmlos aussah. Aber je näher wir unserem Ziel kamen, desto grauslicher wurde es. Leichter Regen bis Schütten, zuletzt schon Schneeregen bei 6°C. Davon gibt es keine Fotos, denn was soll man da bei schüttendem Regen schon sehen???

Dafür war das Willkommen von Astrid’s Großmutter umso wärmer.

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