Das Organ Pipe Cactus NM

Eigentlich hätten wir es leicht zu starten gehabt, denn es war kein Zelt abzubauen und das Frühstück hätten wir bekommen sollen. Hätten.

Da das Zimmer sehr abgedunkelt war, haben wir gut geschlafen und haben nicht bemerkt, wie strahlend sonnig es draußen schon war. Schnell zusammen- und eingeräumt und zum viel gerühmten Frühstück gegangen. Nur da war keines, denn auch am Sonntag gibt es nur bis 9 Uhr Frühstück. Der gute Mann hat dann noch etwas in der Küche zusammengekratzt, aber viel war das nicht. Wenn wir also pünktlich vor 9 (10 Minuten vorher) gekommen wären, wäre auch nicht viel mehr da gewesen. Also ein wenig Ei, drei Frühstückspatties und ungenießbare Waffeln zu zweit gefrühstückt.

Dann konnten wir endlich los, zum Starbucks nebenan, für ein kaltes kaffeeartiges Getränk, auf das Astrid süchtig geworden ist. Damit ging es schon viel besser. Zum nächsten Städtchen namens Yuma, das schon in Arizona liegt. Eine gute Stunde halt. Also für USA-Verhältnisse quasi nebenan. Dort wollten wir den Walmart besuchen, in der Hoffnung, er läge näher zur Interstate als der in El Centro. Geirrt. Aber er hatte alles und sogar ein New Yorker Sandwich mit Pastrami zum halben Preis. Das Frühstück war gerettet.

Kurz vor Gila Bend kommt man an den Imperial Dunes vorbei, die wegen des Wochenendes voll mit Sandbuggies und ATVs waren. Sieht ja auch wirklich lustig aus. Oder anders gesagt, was soll man sonst als Zeitvertreib in der Wüste tun?

Ach ja Wüste. Hier merkt man nur wenig von den reichen Regenfällen im Winter. Es ist genauso wenig grün wie sonst immer.

In Gila Bend hat ein neuer KOA aufgesperrt und da hätten wir günstig zelten können, als Ersatz für das Motel in El Centro. Wäre aber schon ein gutes Stück weiter gewesen. Für den nächsten Besuch kann man es sich ja merken.

Ab Gila Bend geht es auf einem kleinen Highway in den Süden. Da sieht man schon Auswirkungen eines Regens. Der kann auch garnicht so lange her gewesen sein. Überall blühte es gelb.

Nach einer weiteren guten Stunde kommt man endlich in das etwas abgelegene NM, aber die Fahrt ist es wert.

Vorallem dieses mal, wo einiges blüht.

Da man ja scheinbar keine Probleme mit der Umwelt in den USA gibt (der Präsident hat es ja schriftlich gemacht), kann man auch bei NMs sparen. Zunächst klingt es gut: Es ist gratis geworden. Aber dafür gibt es auch nicht mehr viel. Im Visitor Center kümmert man sich nicht mehr um die Campingplätze, sind jetzt alle first come first serve, im Selbstzahlverfahren. Der Ranger meinte nur, er hat gehört, daß der kleine Alamo Zeltplatz voll wäre. Er würde mir den großen empfehlen. Also im großen Campingplatz eingecheckt. Der ist eh auch nett, aber halt nicht so einsam wie der kleine Zeltplatz mit nur 4 Plätzen. Die gute Änderung btw: man hat gratis WLAN im und um das Visitor Center.

Nach dem Zeltaufbau ging es auf die 21 Meilen Rundstrecke, von der ich mir wegen der Blüten viel erwartet habe. Damit ich mich so ganz auf das Fotographieren konzentrieren konnte, hat Astrid zum ersten mal das Steuer übernommen. Sie hat schnell gemerkt, daß 305 PS loslegen können. Oktodillos, Chollas und andere Kakteen blühten jedenfalls wunderbar.

Organpipes haben zwar leider keine geblüht, aber dafür jede Menge Blumen zwischendurch.

Es gibt eigentlich keinen Schnappschuß ohne irgendetwas Blühendem darauf.

Ich habe natürlich echt viele Fotos geschossen und jede Ansicht ist noch viel besser als die nächste, aber ich beschränke mich hier auf eine kleine Auswahl.

Kurz vor dem Wendepunkt beim Double-Arch, blühte es am meisten. Hier sieht man Frühling in der Wüste.

Am Rückweg waren die Schatten schon lange, aber damit wurden die Farben nur intensiver.

Der Sonnenuntergang war nicht so spektakulär wie auf dem kleinen Alamo Platz, aber man kann ihn schon herzeigen.

Die Sterne waren extrem klar, der Drittelmond war aber so hell, daß man keine Taschenlampe zum Herumgehen brauchte und daher doch wieder einige Sterne überstrahlt hat. Trotzdem eine laue Nacht zum draußen sitzen. Wir haben das mit Tomatensalat und mexikanischem Huhn vom Grill gewürdigt. Was für ein Abend unter dem Sternenhimmel.

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