Obwohl das Wetter für die Gegend von Barcelona strahlend sonnig bei 27°C vorhergesagt war, mußten wir doch nach Hause. Und das ist wettertechnisch nicht so ganz einfach.
Es war super sonnig und echt mild, aber wir mußten los. Bis 11 ist der Campingplatz in Barcelona zu räumen (unchristlich früh für die Gegend). Also alles in den Camper, alles einfahren und auf die Straße. Ich wollte noch einmal in Spanien einkaufen und wir mußten noch einmal tanken, denn Frankreich ist bei Diesel deutlich teurer. Zuerst ging es auf der Schnellstraße am Flughafen vorbei, den wir nun 3 Nächte lang hören durften. Dann quasi durch Barcelona durch (gerade so ohne Umweltbeschränkungen) und schon waren wir auf der Autobahn nach Franca. In Girona gibt es ein sehr nettes Einkaufszentrum mit der spanischen Version des Auchan (Alcampo). Ideal für Einkäufe. Die Tankstelle in der Nähe hatte zwar keinen billigen Preis, aber war ziemlich ok. Damit war der Mitnahmeeinkauf, das Frühstück (zu Mittag) und das Auto gefüttert. Es ging weiter über die Autobahn in Richtung Frankreich. Schon aus der Weite sah man, daß sich die Wolken an den Bergen stauen. Laut Wetterbericht sollte es am Vormittag noch in Narbonne regnen und am Nachmittag die Sonne rauskommen.

Nur wenige Kilometer vor der Grenze ist es aus mit der Gratisautobahn, also haben wir uns auf die Landstraße geworfen. Die Autobahn geht oben über den Berg mit spannenden Brücken.

Der französische Polizist hat uns wieder durchgewunken, wobei es kein aktives Winken war, mehr ein grinsen und sich nicht bewegen, und schon ging es die bergige Landstraße bis ans Meer.

Je näher wir Narbonne kamen, desto spannender wurde das Spiel Sonne gegen Wolken. Wir waren noch in der Sonne (wie schon den ganzen Tag), aber die Wolken wurden immer bedrohlicher. Hatte der Wetterbericht recht?

Ja hatte er. Wir haben gerade noch einen Platz am Campingplatz bekommen, stellten die Sessel raus und los ging es auf den Rollern. Das Besondere an dem Campingplatz ist, daß er einen Hinterausgang für Radfahrer hat. Der Campingplatz liegt nämlich direkt am Canal de la Robine (der südliche Ableger des Canal du Midi). Da waren wir zuletzt 2020, wo wir nur bis vor Narbonne gekommen sind. Da wir in letzter Zeit genug Städte gesehen haben, haben wir uns Richtung Strand entschieden, ab ins Naturschutzgebiet von Narbonne. Da fährt man den Treppelweg neben dem Kanal. Der ist aber dort ‘naturbelassen’.

Überraschenderweise war der Treppelweg aber keinesfalls verlassen. Jede Menge Radfahrer sind mit uns gefahren. Eine Familie ist dann aber links auf die Straße abgebogen. Das war klug, nur wußten wir das da noch nicht. Wir fanden einige Kilometer weit eine gestrandete Familie: Sie haben Platanen abgesägt und mit einem Kranschiff verladen. Kein Durchgang. Wir haben ein wenig gewartet, aber es sah nicht so aus, als würden sich die Arbeiter bemühen uns da Platz zu machen. Also sind wir die paar Kilometer wieder zurückgefahren.

Die Gegend ist echt schön und aktuell nutzen nur Ruderer den Kanal.

Aber selbst Ruderer durften an dem Kranboot nicht vorbei. Wir düsten mit den Rollern eben zurück zur Straßenabzweigung, die wir eben gesehen haben.

Von da ging es über die winzige Straße das ganze wieder Richtung Meer. Der Treppelweg hört btw 500m nach dem Kranboot eh auf und geht auf die Straße. Aber gerade die 500m haben uns gefehlt. Weiter geht es ein bißl auf der Straße, bis man wieder auf einen Radweg abbiegt. Hier beginnen schon die Brackwasserseen entlang des Canal Saint-Marie.

Und wer liebt die Brackwasserseen? Richtig, Flamingos.

Astrid’s Akku war nach guten 20km halb durch, also haben wir nichts riskiert und sind umgekehrt. Die Sonne war auch schon tief.

Pferde werden dort offenbar auch gerne als Baumersatz genutzt.

Da die Baumsäger immer noch deutlich hörbar den Radweg verstellt haben, sind wir wieder über die Straße zurück, die von Weinfeldern umgeben ist.

Wir kamen mit noch ausreichend Akku beim Campingplatz an und haben noch einen kleinen Schwenker in Richtung Stadt gemacht. Da wären wir sicher in ein paar Minuten drinnen gewesen, aber siehe da, auf der Seite haben sie den Radweg als gesperrt gekennzeichnet. Wenigstens auf einer Seite. Also sind wir mit Sonne zum Campingplatz gefahren und haben den lauen Abend genossen. Mit einem kleinen Gelsenproblem, die dort schlimmer als in Florida sind.

Am nächsten Tag war dann ein Megafahrtag durch das Schlechtwetter geplant. Ziel: Gardasee.