Unser Startpunkt war praktisch schon im NP, also war der Anfang leicht.
Ein Großteil der Halbinsel, die direkt an Kanada anschließt, ist ein Nationalpark. Dabei hat man Berge, Regenwälder, Seen und Meer. Damit ist der NP einer der vielfältigsten. Die Bergstraße hat vor kurzem gebrannt und sie ist aktuell nur teileröffnet: gute 400 Autos dürfen da nur gleichzeitig drinnen sein. Wir haben daher entschlossen, den Bergteil lassen wir aus. Berge hatten wir schon und Stau und Warten muß nicht sein.
Daher sind wir nach dem üblichen Tank- und Einkaufsbesuch bei Safeway direkt zur Sektion mit dem Regenwald gefahren. Dabei sieht man schon sehr schnell, daß die Gegend echt waldig ist.

Der erste See war schnell erreicht. Wirklich schön in der Vormittagssonne.

Da wir nicht gefrühstückt hatten, waren wir auf der Suche nach einem Picknickplatz. Am See sollte einer sein, also nix wie hin. Wir haben aber nach einem Sonnenplatz gesucht, denn ohne Sonne ist es aktuell ziemlich frisch draußen (52°F in der Früh). Wir waren nicht mehr so überrascht, daß die Strecke nur für Autos und nicht für RVs geeignet war. Leider waren aber alle Tische völlig im Schatten.

Also weiter zum Ende des Sees, wo ein general store (eh zu) einige Bänke in der Sonne hatte. Da konnten wir die Rolls von Safeway (Käse und Sesam) verspeisen. Das sind die ersten Semmel, die Astrid mit der Qualitätsbezeichnung ‘OK’ versehen hat.

Weiter ging es durch den Wald bis zur Abzweigung zum Hoh Regenwald. Hoh kommt aber nicht von Weihnachten, der zugehörige Indianerstamm nennt sich Hoh. An der Abzweigung wurden wir vor Delays wegen Bauarbeiten gewarnt, aber die sollten erst am späteren Nachmittag stattfinden. Also nichts wie rein. Die Baustelle war aber eh nicht das Problem, aber da so viele Leute unterwegs waren und der Parkplatz limitiert ist, haben sie einfach ‘metered entrance’ eingeführt. Auch hier: Nur wenn ein Auto rauskommt, darf wieder eines rein. Und schon standen wir für eine gute halbe Stunde im Stau vor der Einfahrt. Sie verlangen übrigens nur für ganz wenige Einfahrten den vollen NP Preis von $30. Uns mit dem Jahrespaß war es egal.

Beim Visitor Center kann man auf drei Wanderwege gehen. Mini, Hall of Moss und zum Fluß. Astrid mit ihrem Bein ging Mini (mit mir), ich habe zusätzlich noch Hall of Moss gemacht. Der Anfang ist für beide gleich (bis zum Bach).

Der Hall of Moss Weg geht dann kurz und steil auf ein Plateau hinauf.

Oben geht man dann eine Einbahnrunde durch wunderbare Regenwaldbäume. Und ja, Regenwald gibt es auch ohne Tropen. In der Gegend kommt der Regen von Westen und staut sich am Berg an. Zudem kommt auch der Nebel vom Westen und hängt ebenfalls im Berg. Ergo Regenwald. Überall sind daher Farne und Moos auf den Bäumen.

Die Bäume werden normalerweise 220ft (70m) hoch, bei dem feuchten Klima gehen sie aber bis 300ft (90m)! Wenn die Umfallen kracht es nicht nur laut, dann liegen echte Berge im Weg. Und bieten für andere einen guten Wachstumsgrund.

Wir hatten wieder Glück und es schien die Sonne. Dann schaut das Moos gleich echt hübsch aus. Der Boden war aber g’scheit naß, es hat also sicher in der Nacht dort geregnet.

Der Flußweg hat nicht in unseren Zeitplan gepaßt, also sind wir wieder raus und die Wartenden am Eingang waren sicher froh, uns los zu sein.

An der Baustelle haben wir nur kurz warten müssen, aber ich habe einen weiteren Grund gesehen, warum wir den Planeten retten sollten. Es ist der einzige mit Bier.

Einige Meilen weiter kommt man an die Meeresküste. Der Ruby Beach (der nördlichste) ist dabei der schönste. Also nix wie raus und auf zum Strand.

Es war aber ziemlich windig und dementsprechend war es wellig. Eine Welle kam hinterlistig weit und ich bin einem Fußbad nur knapp entgangen. Bei der Temperatur (62°F) muß ich das nicht haben.

Die nächsten Strände (kreativ benannt mit 1 bis 4) sind nur kurze Stopps und man sieht Steinstrand. Nix besonderes. Wir haben uns daher rangehalten den Campingplatz noch bei Licht zu erreichen, wo wir uns wieder einmal selbstversorgt haben, da dort absolut nichts ist. Außer man will frische Krabben essen.
Am nächsten Tag sollte es entlang der Küste zum Newport Aquarium gehen.