Wenn man schon ein neues Auto hat, dann muß man doch schauen wie das mit dem Elektroantrieb so läuft. Da wir schon lange das Ersatzteil für unseren neuen Sitzbereich brauchen, haben wir mal das als offizielen Grund vorgeschoben. Aber eigentlich ging es darum, mit dem Auto durch die Gegend zu fahren und als Highlight die Ruine Aggstein zu besuchen. Also auf geht’s!
Wir sind wieder über die romantische Route über kleine Landstraßen und durch kleine Dörfer bis zur Donaubrücke gefahren.

Dann ging es durch die Wachau…

… bis wir rechtzeitig vor Mittag in Purgstall ankamen und die lange Aluminiumstange kaufen konnten. Die mitgebrachte Akku-Flex ist uns ‘natürlich’ vor Ort verstorben, zum Glück war die Dame von der Auslieferung nett und hat uns eine geliehen. Auch die Suche nach den angeblich mitgelieferten Schrauben, die nirgendwo im Lager aufzutreiben waren, hat Zeit gekostet. Gleich ‘nebenan’ ist das Haubiversum, das quasi nach gleichem Vorbild wie Zotter alles zum Backen zeigt. Leider haben wir die Führung verpaßt und soooo lange wollten wir bei dem schönen Wetter nicht warten. Also haben wir nur eine süße Jause genossen und sind weiter. Aber irgendwann werden wir uns das näher ansehen.

Zurück in Richtung Wachau kamen wir wieder an Melk vorbei. Da spielte es sich ab.

Die Straße zur Ruine ist steil und echt eng. Da merkt man schnell, daß die 220PS das absolut locker wegstecken. Oben gab es noch genug Parkplätze (was uns nach dem Ansturm in Melk gewundert hat) und schon standen wir (nach dem Ticketkauf) vor dem Eingang.

Aggstein ist als Ruine schön, aber besonders genial ist die Aussicht auf die Donau.

Man sollte in der Ruine schon noch ein wenig ‘rüstig’ sein, denn es geht steil bergauf und ab und man hat auch ‘gute Aussichten’ nach unten.

Die Ruine hatte natürlich wieder eine sehr wechselnde Geschichte: Zu Beginn des 12. Jahrhundert irgendwann erbaut, dann mehrere Belagerungen wo sie immer erobert wurde. Dann ist sie recht verfallen und wurde um 1450 wieder aufgebaut. Dem Besitzer wurde das Recht gegeben Maut für die Schiffe auf der Donau einzuheben. Das war scheinbar ein bißl zu wenig, also hat er auch hie und da den ganzen Schiffsinhalt genommen; Mautgebühren mal anders. Der Typ hieß Scheck vom Wald, aber aufgrund seiner Mautstrategie nannten sie in Schreckenwald. Irgendwann kam das nicht gut an, die Burg wurde wieder belagert, wurde wieder eingenommen und der neue Besitzer wollte alles besser machen. Aber das Einkommensmodell Raubritter war so cool, das er es weitergeführt hat. 1529 kamen die Türken vorbei und haben die Burg niedergebrannt, also wirklich sicher war sie nicht. Wobei, die Burg wurde laut den Geschichtsbüchern nie gestürmt, sie haben sie immer ausgehungert.

Da oben ist es nämlich selbst mit Wasser nicht so einfach. Das haben Sie daher nicht so besonders gut überlegt. Bei den Räumen sieht man, wo früher fette Holzbohlen die Zwischendecken getragen haben, ob die Gänge immer mit Holz auf so mutige Bauweise gebaut waren, weiß ich nicht. Es gibt aber Schilder, die darauf hinweisen, daß in den engen Höfen natürlich auch alle Tiere gelebt haben…

Für uns ist aber die Aussicht von den vielen verschiedenen Stellen einfach das beste an der ganzen Ruine. Für Kinder haben sie ein Adventure-Game eingebaut, wo sie mit einem Schlüssel in versteckte Ecken kommen und Rätsel lösen.

Wir sind jedenfalls nicht in der Burg verhungert, wir haben in der dortigen Kantine sehr schmackhafte und garnicht so schlimm teure Sachen gefunden. Wie einen Rindfleischsalat. Zwischenzeitlich haben sie halt unsere Bestellung vergessen und erst auf Nachfrage bekamen wir was, halt über eine halbe Stunde später. Aber es war sehr angenehm im Schatten im Burghof. Mit eiskaltem Getränk.

Nein es war kein Bier, aber die Kiste hält wohl noch ein Weilchen kurz vor dem Ausgang.
Die weitere Heimfahrt, wieder auf kleinen Straßen, war wieder toll und man kann sich sehr schnell an one-pedal Fahren mit seinem Elektroauto gewöhnen.