St. Louis Zoo und die Fahrt nach Louisville, KY

Wieder einmal wegen dem Wetter haben wir den Tag ein wenig gestrafft: Zuerst in den Zoo und dann noch weiter bis nach Louisville, KY; ganz schön was los. Daher hatten wir eine recht fixe Abfahrtszeit vom Zoo, denn der Weg nach Louisville ist trotz Interstate nicht kurz:


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Was tut man nicht alles um einem Gewitter zu entkommen. Beim letzten Besuch in St. Louis mußten wir wetterbedingt in den Süden abbiegen, nun wollten wir einen Tag anhängen, was wir aber wetterbedingt nicht taten. Lieber ein wenig flotter weiter als naß werden. So ein Zelt hat auch Nachteile, einem RV wäre das mögliche Gewitter wohl ziemlich egal.

Jedenfalls sind wir in den St. Louis Zoo gefahren. Der Zoo hat ein seltsames Management: Der Eintritt ist völlig gratis. Das Parken kostet etwas, ein Rundfahrtzug kostet etwas, die Seelöwen-Show kostet etwas (wenn sie statt findet) aber der Zoo selbst ist gratis. Darum haben wir uns nicht viel erwartet, wurden aber sehr positiv überrascht. Vom Parkplatz (der gerade umgebaut wird) geht eine Brücke über die Straße in den Park:

Gleich nach dem Eingang stürzen sich nette alte Damen auf einen und wollen freundlich helfen; wohl alles Gratismitarbeiter. Wir hatten einen knappen Zeitplan und begannen unsere Runde entgegen dem Uhrzeigersinn. Der Plan zeigte uns, daß wir entweder nur einen Teil des Parks sehen konnten, oder relativ rasch durch mußten. Das wurde somit wieder ein Punkt auf der Landkarte, wo wir wieder hin müssen.

Der Bereich rund um die Seelöwen wird gerade total erneuert, wir gehen daher gleich zu den Vogelhäusern. Die Käfige haben keine Glasscheiben sondern nur vertikale sehr dünne Drähte. Mal was anderes (und spannend zum Fotographieren):

Das Vogelhaus macht einen sehr modernen Eindruck, die Käfige sind aber eher klein gehalten:

Im nahen Insektenhaus finden sich einige nette Spinnen. Darunter auch diese Tarantel:

Die Raubkatzen haben schon recht große, neue Käfige. Es scheint ihnen auch nicht schlecht zu gehen und sie lassen so richtig die Katze in ihnen raushängen:

Auch die Huftiere können sich nicht über Platzmangel beschweren. Die Esel schauen wie Donkey aus Shrek mit Zauberfehler aus, denn wer hat schon Esel mit Zebrafüßen gesehen:

Immer noch renne ich dem perfekten Kranichfoto hinter her. Daher ein weiterer Anlauf, wenngleich perfekt ist das noch lange nicht, der Hintergrund ist wenigstens ein wenig dunkel:

Sehr hübsch ist ein großes Vogelfreifluggehege, in das man auch hineingehen kann. Manche Vögel schauen argwöhnisch von ihren Brutplätzen in den Bäumen:

Manche sitzen quasi mitten am Weg und die Leute müssen rund um sie rumlaufen:

Präriehunde sind immer süß. Wie schade, daß ich dieses Jahr im Westen keine sehen konnte. Wenigstens im Zoo habe ich welche gefunden:

Natürlich sind zwischen den Gehegen auch ein wenig Blumen und Sträucher zu finden. Und wo Blüten sind, können Bienen nicht weit weg sein:

Im ganzen Zoo sieht man Werbung, denn alle Tiere oder Gehege wurden gespendet. Da muß man schon ein wenig Anreiz bieten. Trotzdem findet man auch ‘schwierigere’ Tiere wie Menschenaffen:

Mein persönliches Highlight ist der Pinguinpavillion: Durch eine unscheinbare Pforte in der Steinwand neben anderen Gehegen kommt man in eine Traglufthalle, wo die Bedingungen im hohen Norden (oder tiefen Süden) nachgeahmt werden: Es ist saukalt, nur mäßig hell und die Pinguine sind praktisch frei. Sie hüpfen vor einem ins Wasser, starren einem auf Augenhöhe an und werden, da sie in Greifnähe sind, von einem armen Wärter bewacht, der sich dort drinnen den A**** abfriert. So nah war ich noch nie an Pinguinen dran. Ich hätte die meisten locker angreifen können, da war kein Glas oder sonst etwas zwischen uns!

Auch andere in der Kälte zu findende Tiere sind dort zu sehen:

Wenn man wieder ins Freie kommt, muß man tief durchatmen, es ist doch nicht so kalt in St. Louis (vorallem wenn eine Hitzewelle rumgeistert)! Immer wieder hört man das Gebimmel der kleinen Bahn, die man gegen Geld für eine Rundfahrt nutzen kann. Einmal habe ich sie auch gesehen:

Das kleine Schmetterlingshaus ist überraschend gratis. Es ist wirklich nicht groß, aber sehr nett gemacht. Innen sieht man die üblichen Verdächtigen:

Nach der Runde war es Zeit und wir mußten uns zum Auto aufmachen, die Reise nach Louisville stand noch aus. Dabei bin ich mein bisher längstes Stück in Illinois gefahren. Auf der Interstate keine Offenbarung, das Benzin teuer wie sonst nur in Kalifornien und die Fahrer gereizt und eigentlich zum Großteil blöde Raser. Dabei sah mein ursprünglicher Plan vor, quer durch Illinois zu fahren.

Unterwegs kommt man zu einer Brücke, die scheinbar nicht breiter werden durfte, drum verwenden sie dort die Stockwerkstechnik (wie z.B. auch in San Francisco):

Erst gegen Sonnenuntergang kamen wir nach Louisville. Die Skyline macht sich gut im Abendlicht:

In der Stadt hatte ich noch eine kleine Sonderprüfung, denn just auf der Auffahrt zu der Brücke, die meinem TomTom verwenden wollte, stand ein Polizeiauto quer und hat die Auffahrt gesperrt. Also weiter gefahren. Ohne Navigator wäre das mühsam geworden, mit TomTom war es harmlos: Wir sind von der Interstate ins Stadtzentrum abgebogen und sahen dabei noch, daß die Interstatebrücke ohnehin total zugestaut war. Haben wir uns das wenigstens erspart. Wir sind die normale, alte Brücke gefahren und kamen so ohne jeglichen Stau zum Campingplatz, der wieder einmal in einem anderen Bundesstaat liegt, weil eben über der Brücke. So haben wir eine Nacht in Indiana verbracht.

Am nächsten Tag ging es weiter zum Blue Ridge Pkwy, aber wieder einmal machte das Wetter Änderungen notwendig.

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