Chiricahua NM

Das Wetter war genial: Strahlender Sonnenschein weckte uns, die Temperaturen waren schon in der Früh angenehm. Nur schwer konnten wir uns von Las Cruces trennen, aber es gab ein schönes Hightlight des Tages, das wir uns einen Tag zuvor ‘herausgefahren’ hatten: Das Chiracahua NM.


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Bei der Fahrt von West nach Ost war ich recht begeistert von der ‘anderen, grünen Seite’ New Mexicos. Desto ernüchternder war daher die Fahrt auf der I10 nach Westen. Nur verdorrtes Gras:

Die ‘paar’ Meilen bis nach Arizona waren bald geschafft und damit wechselten wir auf den kleinen Highway zum NM. Die Wettervorhersage hat von strahlendem Sonnenschein gesprochen, aber was lugte da hinter einem Hügel hervor?

Genau über dem Bergelchen des NM standen Wolken. Ziemlich dichte sogar. Aber nur dort. Das konnte es doch nicht sein, oder? Auf den letzten Metern zeigten sich schon noch Löcher in der Wolkendecke, aber würde das reichen?

Beim Visitor Center war eine riesige Wolke. Man konnte die sonnigen Täler ringsum sehen. Ich kam mir irgendwie vera****t vor. Aber wenn wir schon einmal da waren, fuhren wir auch den Scenic Drive rauf. Mein Plan ist es ja immer noch, hier einmal zu übernachten, damit ich mit dem Nationalpark Bus in der Früh rauf fahren kann und dann mitten durch die Steinformationen runterspaziere. Aber auch dieses Jahr war dafür keine Zeit. Überraschend war für mich, daß der Campingplatz von Samstag auf Sonntag ausgebucht war! Sollte ich mir für den nächsten Versuch merken!

Oben waren natürlich auch Wolken, aber immer wieder lugte die Sonne durch. Auch nicht so schlecht:

So kann man natürlich viel mehr Zeit auf dem Ausguck verbringen, denn jede Wolke wirft einen anderen Schatten und damit verändert sich der Blick auf die tausenden Steinsäulen ununterbrochen:

Ich hatte die Hoffnung, daß sich die Wolken ganz verziehen, aber irgendwie war es dann doch anders. Nicht schlecht, aber auch nicht gut:

Mit der Zeit wurde es auf dem Hang schon schöner, die Sonne zeigte sich immer häufiger. Gleichzeitig haben sich die Wolken auf der anderen Seite immer mehr zusammengeschoben und es kam zu dem Moment, wo man es Grollen hörte. War mir egal, da wollte ich ja nicht hin:

Gerade als ich dann doch wieder aufbrechen wollte, legte die Sonne auf meiner Seite ziemlich los. Das Grollen von der anderen Seite legte aber auch zu:

Der erwähnte Spaziergang führt über den Hang (alle bisherigen Bilder) bis runter zum Visitor Center. Dabei soll man die verschiedensten Formationen sehen, die auch Namen wie Ente oder Ananas haben. Wie gesagt, einmal werde ich es schon schaffen. Bei meinem kleinen Rundgang habe ich natürlich wieder eine Eidechse gefunden. Geht scheinbar nicht ohne:

Die ‘gute’ Seite wurde immer sonniger. Hier könnte man fast von wolkenlos sprechen:

Auf der ‘schlechten’ Seite sah man dann schon den Regen runter schießen. Der Hügel da unten hat btw. sogar eine bewegte Geschichte: Der Hügel heißt Harris Mountain, weil dort die Familie Harris von Apachen dahingemetzelt wurde. Pioniere auf dem Durchzug wollten die Abkürzung über den Hügel nehmen (jetzt frage ich mich, warum man einen Abkürzung über einen Berg nimmt, aber das ist wohl nicht Teil der Geschichte) und wurde nie wieder gesehen. Jahre später fanden Soldaten eine Weiße in einem Indianerdorf. Es stellte sich heraus, daß es ein Mädchen der Familie Harris war, die nicht getötet sondern verschleppt wurde. Sie hat die Soldaten zu der Stelle geführt wo ihre Familie getötet wurde. Die Gebeine wurden dann noch beerdigt und der Hügel nach der Familie benannt. Noch heute kann man dort die Gräber sehen:

Ich habe hingegen die Zeit genützt und noch viele andere Fotos von meiner ‘guten’ Seite gemacht. Jetzt wo die Sonne da war:

Auf einem anderen Aussichtpunkt treiben sich Vögel rum, die mir irgendwie bekannt vorkamen. Bekannt aber doch anders. Ein Schild klärte dann das Phänomen: Es handelt sich um mexican jays (wo ich blue und grey jay schon kenne):

Der Scenic Drive war beim Runterfahren viel hübscher als rauf, denn nun kam mit der Sonne auch Licht in die Sache:

Der Anfang (jetzt Ende) des Scenic Drives geht durch eine Art Schlucht, wo die Felsformationen links und rechts der Straße aufragen. Manche haben auch seltsame Namen wie Pirat oder Pipes:

Wie gesagt, mein Plan ist es wieder zu kommen. Ich hoffe mal ich bekomme dann einen Platz am Campingplatz und die Wolken sind nicht so unverhofft unverschämt wie dieses mal. Beim Weiterfahren zeigte sich, daß sich das mit der Wettervorhersage nicht nur lokal nicht so ganz ausging. Die Wolken hatten sich über die ganze Gegend verteilt. Es regnete auch ganz nett aus dem vorhergesagt blauen Himmel. Hier die Einfahrt in die Stadt meiner Übernachtung:

Es hat dann einige mal sehr heftig am Campingplatz gewindet (und damit bin ich überall mit feinstem Staub zugedeckt gewesen), aber geregnet hat es bis zum Abend nicht. Daher konnte ich meine volle Beleuchtung mit 2 Lampen aufbauen. Mann, geht da die Sonne auf:

Nach dem Grillen und Essen haben wir gehofft, daß sich die rundherum wütenden Gewitter endlich verziehen würden, aber das war es dann doch nicht ganz. Ein paar Schauer kamen dann doch durch, sodaß wir uns ein wenig ins Zelt zurückziehen mußten. Das Licht kam mit:

In der Nacht hat es noch so richtig geschüttet, aber in der Früh war wieder wolkenloser Himmel. So als wäre diese Fehlvorhersage nie passiert. Na was soll’s, sind wir halt bei schlechten Vorhersagen den ganzen Urlaub ziemlich trocken geblieben und bei einer Supervorhersage naß geworden. Mit einmal Regen in der Nacht kann man leben.

Weiter ging es in die Wüste ins absolute Nichts, zum Organ Pipe NM.

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