Zwei große NPs auf einmal, das hat schon etwas. Natürlich ist ein Tag für zwei so große Parks zu wenig, aber die Highlights kann man sich sehr gut ansehen. Zunächst ging es in den Canyonlands NP (genauer gesagt in einen Teil) und danach in den Arches NP:
Canyonlands NP habe ich bisher nur einmal besichtigt, mit Digicam noch garnicht (glaube ich zumindest). Drum war dieser Besuch quasi ein Neubesuch. Vom Tal geht es einmal einige Meter nach oben:
Danach fährt man eine lange Straße hinein, um in den Island in the Sky District zu kommen. Dabei haben die Straßenbauer nicht immer den direktesten Weg gewählt:
Schon auf dem Weg zum eigentlichen Schaubereich, hat man wunderbare Aussichten:
Der Canyonlands NP ist eigentlich riesen groß, man kommt jedoch mit dem normalen PKW nur an zwei Stellen ein wenig hinein: Der Needles District und der Island in the Sky District. Ich habe mir den leichter erreichbaren Island in the Sky District ausgesucht, da ich ja noch am Nachmittag nach Arches wollte. Die Aussicht auf den Fluß und sein selbstgegrabenes Verlies ist aber auf jeden Fall die Fahrt wert:
Im vorigen Bild ist der Fluß nur zu erahnen, drum’ hier das ganze viel größer:
Natürlich gibt es bei einem so großen Felsabbruch noch andere sehr interessante Formationen:
Es lohnt sich immer bei den verschiedenen Aussichtspunkten ein wenig herumzuschauen. So kommt man zu ganz anderen Ansichten als die eiligen ‘Nur-mal-schnell-runtergucker’:
Beim Rumschauen sollte man dort jedoch ein wenig vorsichtig sein, denn nirgends sind Absicherungen oder auch nur Warntafeln zu finden. In einem NP gibt es Natur und die kann gefährlich sein. Das muß wohl reichen. Daher nicht wundern, wenn man plötzlich vor 500m und mehr an steilem Nichts steht.
Wenn man tiefer in den NP hinein will, muß man ein geländetaugliches Auto haben. Das kann man natürlich gegen Geld von privater Hand mieten, ich habe mir das einmal mehr nicht geleistet. Wenn man so ein Gefährt hätte, kann man tagelang herumfahren und dort auch campen. Eine der spektakulären Einfahrtsstraßen sieht man im folgenden Bild (von einem Felsvorsprung fotographiert, wo ich Höhenängstlicher stolz bin hingekommen zu sein):
Auch Mountainbiker haben sich da mächtig runtergelassen. Wenn die sich da alle selbst wieder raufkurbeln, dann viel Spaß:
Am frühen Nachmittag habe ich dann die Parks gewechselt, obwohl es im Canyonlands NP sicher auch am Nachmittag schön wäre, wenn das Licht gelb und weich wird.
Der Arches NP beginnt gleich mit einer mächtigen Serpentinenstraße um auf das Plateau mit den Steinformationen zu kommen. Schon auf dieser Straße ist einiges zu sehen:
Oben angelangt passiert man bald die ersten benannten Formationen:
Der erste große Halt kann beim Balanced Rock gemacht werden (d.h. dort findet man den ersten Bus mit Touristenmassen):
Das Delicate Arch ist wohl die bekannteste Steinformation überhaupt. Es ist das Wahrzeichen aller NPs und auch das Wahrzeichen von Utah (z.B. auf allen Autokennzeichen). Man kann dort hinauflatschen (in einem unglaublichen Menschenstrom) um am Nachmittag nicht viel zu sehen, denn man hat Gegenlicht. Man kann aber auch auf dem gegenüberliegenden Berg rauflatschen (nach der ersten Steigung ziemlich allein) und von dort einen schönen Ausblick haben. Am Fuße des Berges wird mehrmals darauf hingewiesen, daß es bei dem Weg nur zu einem Viewpoint geht und man nicht zum Arch selbst kommt. Im folgenden Bild sieht man auch warum (das Arch ist links oben):
Und hier das Ergebnis meiner Hatscherei, ein nicht zu verachtendes Bild vom Delicate Arch:
Weiter ging es für mich zum Devils Garden, einer Strecke mit vielen Arches und anderen Steinformationen. Wie ich zum ersten mal dort war, hatte es weit über 30°C Grad (eher gegen 40) und man kam mit dem tragbaren Wasservorrat nicht weit. Beim letzten mal hatte es nur gute 30 Grad und ich kam bis zum Double-O-Arch (dem Ende des normal gehbaren Weges). Ich kam dieses Jahr schon recht spät (16 Uhr) dorthin, sodaß der Weg nur durch die verfügbare Zeit begrenzt war; die Temperatur war mit 26 Grad ideal zum Wandern. Also habe ich ein wenig Gas gegeben, damit sich noch ein paar Arches ausgehen. Nach 20 Minuten war ich beim Landscape Arch, daß erstaunlicherweise immer noch steht. Nur leider war da schon Gegenlicht angesagt:
Gleich rechts daneben sieht man das Partition Arch hoch oben:
Nur wenige Meter nach dem Landscape Arch hört der schöne Weg auf und ein steiler Anstieg verscheucht so ziemlich alle Touristen (der ‘Weg’ führt über den Felsen in der Mitte, Steigung z.T. deutlich über 45°):
Von oben hat man einen netten Blick zurück:
Nach 45 Minuten (inkl. viel Fotographieren) war ich beim Navajo Arch. Das kann man nicht von unten sehen, da es in einen kleinen Einschnitt führt, in den man hineingehen kann:
Noch ein paar Minuten mehr und man ist beim Partition Arch; dieses mal oben mit gutem Blick zurück (das Landscape Arch liegt unsichtbar rechts, unten, hinter dem Arch):
Da ich mir vorgenommen hatte nicht später als 18 Uhr wieder beim Auto zu sein, war der Zeitpunkt der Umkehr gekommen. Ich habe zwar andere Touristen um 17 Uhr noch zum Double-O-Arch aufbrechen gesehen, aber das ist um diese Jahreszeit wohl eher dumm. Am Rückweg waren die Formationen schon in sehr angenehmen Licht:
Was im Yellowstone NP ein Elchstau (mit Autos), ist im Arches NP ein Rehstau: Man kommt Nichts ahnend zu Menschenmassen, die den ganzen Weg verstellen und ins nahe Gras gaffen. Natürlich mußte ich da mitmachen: 😉
Kurz vor dem Parkplatz sieht man diese sehr schon angeleuchteten Felsen (wenn man rechtzeitig kommt und der Platz nicht schon voll ist, kann man dort auch in der Nähe campen und den Sonnenuntergang genießen, ich mußte weiter):
Die letzten Bilder des Arches NP wollte ich in der Window-Section machen. Die ist bei tiefer Sonne wirklich hübsch. Auch am Weg zu den Hauptarches sieht man schon kleinere:
Das Windows (eigentlich gibt es zwei, aber das zweite sieht man nicht von dem Standpunkt des Fotos) ist von weitem zu sehen:
Im Window stehend, hat man einen wunderbaren Blick zum Abschluß:
Am nächsten Tag ging es dann in Richtung Süden, der nördliche Wendepunkt war somit überschritten. Das Wetter wollte es so und ich bin ihm gefolgt.