Die Villa Vizcaya in Miami

Der Tag begann weniger gut: es gewitterte und war dementsprechend naß. Der Wetterbericht hat von isolierten Gewittern gesprochen und wie ich so das aktuelle Wetter-Radarbild gesehen habe, mußte ich das bestätigen. Genau über Miami war ein einzelnes Gewitter. Half mir nur nix. Gegen 11 Uhr hat sich das ganze dann beruhigt und ich konnte meinen ursprünglichen Plan doch noch umsetzen: Der Besuch in der Villa Vizcaya.

Die Geschichte dieser Villa ist einmal mehr schräg. Mr. James Deering (der von den landwirtschaftlichen Geräten) war zu seiner Zeit einer der reichsten Leute der USA. Er war viel unterwegs, darunter auch in Europa. Die alten Bauwerke haben ihm gar sehr gefallen, also wollte er auch so etwas haben. Und da Mr. Deering auch ein Snowbird war (also jemand, der den Winter im warmen Florida verbringt), hat er sich in der damaligen Gegend von nix (heute Miami) ein Schloß bauen lassen, daß französiche und italienische Elemente hatte. Damit das ein wenig ruckzuck ging, hat er gleich 1000 Leute dort arbeiten lassen. Vom Startschuß weg waren sie in knappen drei Jahren fertig.

Früher war das ein riesiges Areal mit eigenen Ländereien und einem eigenen Dorf (das europäisch auszusehen hatte). Heute ist nur der Kernbereich erhalten.

Und nun genug geschwafelt, zu den harten Fotofakten. Die Anfahrt ist schon ein Erlebnis für sich, denn man fährt durch den Park in einer Art natürlichem Tunnel, denn diie Bäume haben den Weg schon lange überwachsen: 

Zwei weiße Steinsäulen mit figürlichen Reliefs flankieren eine asphaltierte Zufahrt, die sich schattig in einen dichten, grünen Laubwald erstreckt

Vom Parkplatz (sogar gratis!) geht man auf verwunschenen Wegen zur Zahlpforte. Dieser Eingang war früher nur die Hintertüre, denn man ist früher natürlich per Boot gekommen (Wege gab es ja kaum welche): 

Schattiger Gehsteig schlängelt sich durch einen dichten, satten Grünwald mit üppigem Farnwuchs und hochragenden Laubbäumen unter hellem Himmelslicht

Und schon kann man den ersten Blick auf die Wasserfront (Haupteingang) werfen:

Imposanter heller Schlossbau mit vertikalen Fenstern, kunstvollen Ziegeln auf dem Dach und kleinen Balkonen, davor ein großflächig gepflasterter Vorplatz unter einem tiefblauen Himmel

Das Ding im Wasser ist ein steinernes Schiff. Praktisch hält es die Wellen von der Anlegestelle ab, aber eine einfache Mauer war nicht hübsch genug:

Das prächtige Ca’ d’Zan in Sarasota zeigt eine venetianisch inspirierte Palastfassade am blauen Wasser, gesäumt von einer breiten Stiege und historischen Holzschiffen im Hafen

Der Hammer ist der Garten. Irgendwie eine Mischung aus Versailles und italienischer Kunst. Hier ein kleines Wasserbecken:

Das historische Becken im Vizcaya Museum and Gardens in Miami zeigt lachsrosa Mauern aus Korallenstein, gesäumt von klassizistischen Säulen und Büsten, vor einem dichten Hintergrund aus sattgrünen Bäumen unter blauem Wolkenhimmel

Im hinteren Bereich gibt es ganze Bauwerke an Mauern und Statuen. Springbrunnen dürfen auch nicht fehlen.

Im historischen Ca’ d’Zan-Garten in Florida plätschert ein Springbrunnen vor einer maurisch inspirierten Terrasse mit Steinbalustrade, gemauerten Ziegelbögen und geschwungener Stiege, umgeben von knorrigen Eichen

In den Pavillions geht es auch nicht schlecht zu; man glaubt, sie hätten Schloß Schönbrunn ausgeräumt (man beachte das neckisch integrierte Selbstportrait, ich heiße aber nicht Willson):

Prunkvoller Salon mit goldgerahmtem Kaminspiegel, prachtvollem Luster, vergoldeter Konsole, zwei gepolsterten Sesseln und einem kleinen Tisch auf Holzboden

Selbst die romantische Höhle darf nicht fehlen: 

Die historische Grotte im Park von Schloss Schönbrunn zeigt eine reich verzierte steinerne Muschelnische mit zwei Atlantenfiguren, die einen geschwungenen Torbogen stützen, während im schattigen Hintergrund ein Brunnengürtel aus hellem und dunklem Stein ins Auge sticht

Klar, daß überall Statuen rumstehen. Mr. Deering war zu der Zeit auch überall auf Kunstauktionen und hat gekauft wie ein wilder. Das ganze hat er dann hierher schicken lassen und der arme Architekt durfte schauen, wie er das ins Haus oder in den Garten gebracht hat:

Der historische Park Vizcaya in Miami mit ockergelben Mauern aus Korallenstein, grauen Steinfiguren auf Sockeln, einem offenen Tor und schattigen Baumkronen unter blauem Himmel

Dieser Bereich wird leider gerade renoviert. Das war klassisch Versaille, den aus allen Löchern im Brunnen und in den Gräben rundherum sind Springbrunnen: 

Die kunstvolle Steinfontäne im üppig bewachsenen Hotel Nacional de Cuba in Havanna steht auf einem gepflegten Rasen, umgeben von schattigen Palmen und tropischen Laubbäumen unter strahlend blauem Himmel

Labyrinthe und Hecken durften auch nicht fehlen:

Im prunkvollen Park von Schloss Mirabell in Salzburg führt eine geschwungene Stiege aus hellem Stein vorbei an kunstvollen Reliefs und Büsten durch einen alten Baumbestand nach oben

Am Abend zuvor hat es in der Stadt ein kräftiges Gewitter gegeben. Daher war es immer noch naß in der Gegend. In dem Bild ist daher nur zu erahnen, wo das Wasserbecken und wo der Weg ist:

Ein rötlicher Pavillon mit steingefaßtem Brunnenbecken und geschwungener Steinmauer ragt in ein künstliches Gewässer mit grün schimmerndem Wasser, umgeben von gepflegten Rasenflächen und Sträuchern im Hintergrund

Ummauerte Gärten zum Lustwandeln. Klar hat man sowas:

Das historische Ringling Museum of Art in Sarasota zeigt einen versenkten, von grauen Steinmauern und kunstvollen Stiegen mit Eisengeländern umrahmten Garten mit üppiger subtropischer Bepflanzung, während im Hintergrund das blaue Wasser der Baco-Bucht schimmert

Die komischen Pfeiler sehen nicht nur aus wie die in Venedig, sie haben auch genau den  Sinn. Mr. Deering wollte natürlich nicht alleine im Haus sein, er hat dort Parties veranstaltet. Und da der Anweg schon länger war, war man so 2-3 Wochen dort zu Gast. Damit einem nicht fad wird, gab es auch was zu tun. Z.B. sich von Gondoliere in der Gegend rumschippern lassen. Dazu waren im ganzen Gelände handgeschaufelte Kanäle errichtet worden:

Das prunkvolle Ringling Museum of Art in Sarasota mit beiger Fassade steht direkt am tiefblauen Wasser, davor ankert eine steinerne Skulptur in Schiffsform vor üppigen Palmen und einem strahlend blauen Himmel mit weissen Wolken

Das Haus ist auch zu besichtigen, man darf aber keine Fotos machen. Mr. Deering war technisch verspielt und hat alles was man sich nur erdenken konnte einbauen lassen: 2 Lifte für Personen, einen Speiselift (damit man die warme Küche in den Stock verfrachten konnte), Nirosta Spülbecken (aus 90% Silber, weil sonst hatte man nix anderes), Badewannen mit 4 Wasserhähnen (kalt und warm für Süß- und Salzwasser) und so weiter und so fort. Das Haus soll alleine beim Bau 20 Millionen Dollar gekostet haben.

Er hat es aber nur 9 Winter lang verwenden können. Er litt an einer damals völlig unheilbaren und seltsamen Krankheit (die man heute als Vitamin B12 Mangel diagnostizieren würde). Die seltsamsten Behandlungen wurden durchgeführt. Schlußendlich ist er auf einem Schiff von Paris kommend im Hafen von New York verstorben. Dabei hätten es simple Tabletten getan.

Nur ein Jahr darauf hat ein Hurrican dort aufgeräumt und damit war lange Schluß mit feiern. Erst als der Staat das gannze bekommen hat wurde es teilrenoviert und für Staatsempfänge (Papst, britische Queen, spanischer König, …) verwendet. An meinem Besuchstag war Tag der Bräute. Es ist ein Wunder, daß ich so viele Fotos zusammengebracht habe, ohne eine Braut drauf zu haben.

Am Heimweg zum Campingplatz hat uns dann ein Megagewitter erwischt. Eigentlich verfehlt, denn wir waren gerade beim Einkaufen und das zum allerersten mal in einem Shoppingtempel mit Parkhaus. Es hat also draußen gewaschelt und wir waren im Trockenen. Als wir aus dem Parkhaus kamen,  war alles vorbei. Glück muß man haben.

Am nächsten Tag ging es ins Miami Seaquarium.

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