Der Everglades NP

Da für den ersten vollen Tag in Miami gleich das beste Wetter angesagt war, bin ich in den Everglases NP gedüst. Da der Campingplatz ohnehin im Süden von Miami liegt, ist es auch nicht weit.

Der Eintritt war durch den NP Paß wieder gratis, aber gleich nach dem Zahlhäuschen kam die Übetrraschung: Die Everglades hatten Hochwasser! Überall, wo bei meinen vorangegangenen Besuchen trockenes Land zu sehen war, war es jetzt ordentlich naß. Daher macht der fließende Fluß Everglades dieses Jahr seinem Namen alle Ehre, so wie im nächsten Bild:  

Der Everglades NP wird von einer langen Straße besichtigt, von der einige Abzweiger zu den verschiedenen Aussichtspunkten weggehen. Hier stehe ich bei einem der nördlichen Punkte auf einer künstlichen Boardwalkerhöhung und schaue ins Land: So viel Wasser.

Selbst dieser kleine Frosch hat sich auf den Boardwalk gerettet 🙂

Der Boardwalk macht vom Parkplatz eine Runde. Der Ausgang war dann auch sehr naß:

Dieser Boardwalk führt über die unter Wasser stehende Graslandschaft zu einem Hammock, einer kleinen Insel mit Bäumen darauf. Die höchste Erhebung der ganzen NP-Straße ist btw. 4ft hoch. So viel zu Erhebungen in den Everglades:

Im Hammock ist plötzlich alles ganz anders. Es ist dunkel, völlig windstill, man ist von Bäumen umgeben und die Moskitos sind endlicch wieder da (Spray nicht vergessen!). In den Bäumen hängen z.B. solche Luftpflanzen, die keine Schmarotzer sind, sondern den Baum nur zum Tragen verwenden (im Gegensatz z.B. zur Würgefeige).

Neu ist für mich, daß man auf der langen Straße für einen Nationalpark ungewöhnliche 55mi/h fahren darf. So kommt man halbwegs voran. Der südlichste Punkt war daher trotz vieler Stopps bald erreicht: Flamingo Bay. 2005 hat dort der Hurrican Wilma vorbeigeschaut und dieses Jahr ist es endlich wieder grün (sagen die Ranger). Die meisten Gebäude sind aber beschädigt und werden bald abgerissen. Die Aussicht vom Visitorcenter auf die Bucht ist aber immer noch schön:

Im vorigen Bild rechts nur als Punkt zu erahnen, ist eine kleine Insel. Eigentlich nur ein Baum. Mit dem Feldstecher sieht man sogar, daß am Baum zwei Nester sind. Ob das dort stabil ist:

Am Parkplatz lauern die Geier. Ist das ein gutes Zeichen?

Ich bin dort schon so berühmt (immerhin war ich nun schon zum ditten mal dort), daß sie Wanderwege nach mir benennen 🙂

Ein anderer Boardwalk führt zum Wasser, wo man die verschiedenen Mangroven sehen kann. Der Boardwalk war aber dieses Jahr schon fast unter Wasser, nasse Füße hat man sich gerade nicht geholt:

Im Wald finden sich einige Matschlöcher mit gefärbtem Wasser:

Bei einer kleinen Rast am Wasser (letztes mal waren dort viele Alligatoren zu sehen, dieses mal kein einziger) zeigte es sich, daß nicht nur mir warm war (mehr als 35 Grad mit kräftiger Luftfeuchtigkeit). Selbst die Geier baden dort:

Dieser Abzweiger ist schon Opfer des Hochwassers geworden. Die Straße wurde aber nicht gesperrt oder auch nur mit einem Hinweisschild versehen. Der Fahrer wird es schon merken. Man beachte die neckischen Bugwellen, die mein Auto macht:

Der Anhingatrail ist einer der nördlichsten. Trotzdem ist er einer der schönsten und als Abschluß am Abend vor dem Rausfahren besonders gut geeignet. Gleich zu Beginn ‚fand‘ ich diesen versteinert stehenden blue heron:

In einem Kanal, in dem sich das Wasser recht flott bewegte, schaute immer ganz kurz ein Kopf raus und war gleich darauf wieder verschwunden. Es hat mich einige Mühe gekostet, diesen tauchenden Anhinga zu erwischen:

Zunächst befürchtete ich, dieses Jahr komplett auf Alligatorensichtungen im Everglades NP verzichten zu müssen. Zu viel Wasser bot wohl zu viele Möglichkeiten für die Tiere. Aber dann ging es Schlag auf Schlag: Am Anhingatrail kamen die z.T. sehr großen Exemplare zum Schlafen aus dem Wasser. Hier einer der ersten im ‚Anflug‘:

Der ist schon auf trockenem Grund:

Und den hat wohl die Müdigkeit kurz vor dem Ziel übermannt: 🙂

So sieht dort der Boardwalk aus, von dem man die Alligatoren beobachtet. Man hat daher wenigstens einen kleinen Höhenunterschied, wenn der 3m Alligator 1m vor einem vorbeischwimmt:

Auf den Alligator im nächsten Bild könnte man aber drauftreten, denn das Helle unter seinem Kopf ist der Weg zum Boardwalk. Im Gras am Rand versteckt, übersieht man den Guten schnell. Ich habe dann Fotos gemacht, Aug in Aug mit dem Tier nur einen guten Meter getrennt von nichts außer dem Weg.

Der Tag in den Everglades war absolut genial. Wer in der Nähe ist, sollte unbedingt in den Evergaldes NP fahren. Einen ganzen Tag dauert das aber schon.

Am Abend mußte ich mich dann im knapp 30°C warmen Pool erholen. Was für eine schwere Last. 🙂

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