Der Everglades NP

Da für den ersten vollen Tag in Miami gleich das beste Wetter angesagt war, bin ich in den Everglases NP gedüst. Da der Campingplatz ohnehin im Süden von Miami liegt, ist es auch nicht weit.

Der Eintritt war durch den NP Paß wieder gratis, aber gleich nach dem Zahlhäuschen kam die Übetrraschung: Die Everglades hatten Hochwasser! Überall, wo bei meinen vorangegangenen Besuchen trockenes Land zu sehen war, war es jetzt ordentlich naß. Daher macht der fließende Fluß Everglades dieses Jahr seinem Namen alle Ehre, so wie im nächsten Bild:  

Der Everglades National Park erstreckt sich als weites Sumpfgelände mit lichten Bäumen, Schilf und stehendem Wasser unter einem blauen Wolkenhimmel

Der Everglades NP wird von einer langen Straße besichtigt, von der einige Abzweiger zu den verschiedenen Aussichtspunkten weggehen. Hier stehe ich bei einem der nördlichen Punkte auf einer künstlichen Boardwalkerhöhung und schaue ins Land: So viel Wasser.

Der Everglades National Park in Florida erstreckt sich als weite Sumpflandschaft mit flachem Wasser und dichtem Riedgras, eingerahmt von sattgrünem Buschwerk und Gestrüpp im Vordergrund unter einem hellen Wolkenhimmel

Selbst dieser kleine Frosch hat sich auf den Boardwalk gerettet 🙂

Ein brauner Laubfrosch sitzt auf einer grauen Mauer aus Beton und blickt nach rechts, während im verschwommenen Hintergrund sattes Grün und Buschwerk zu erkennen sind

Der Boardwalk macht vom Parkplatz eine Runde. Der Ausgang war dann auch sehr naß:

Der Blick von einer hölzernen Stiege über eine große Lacke auf der Fahrbahn zu einer asphaltierten Straße mit einer Stopptafel und einem roten Auto, umgeben von sattem Grün und blauem Himmel mit Wolken

Dieser Boardwalk führt über die unter Wasser stehende Graslandschaft zu einem Hammock, einer kleinen Insel mit Bäumen darauf. Die höchste Erhebung der ganzen NP-Straße ist btw. 4ft hoch. So viel zu Erhebungen in den Everglades:

Ein langer Steg aus grauem Holz führt durch ein weitläufiges Riedgrasgebiet, umgeben von einem dichten Waldrand und einem blauen Himmel mit sanften Wolken

Im Hammock ist plötzlich alles ganz anders. Es ist dunkel, völlig windstill, man ist von Bäumen umgeben und die Moskitos sind endlicch wieder da (Spray nicht vergessen!). In den Bäumen hängen z.B. solche Luftpflanzen, die keine Schmarotzer sind, sondern den Baum nur zum Tragen verwenden (im Gegensatz z.B. zur Würgefeige).

Eine prächtige Tillandsia wächst epiphytisch im dichten, schattigen Geäst des Regenwaldes, umgeben von sattgrünen Laubblättern, während schlanke, orange-rote Blütenstände nach oben streben

Neu ist für mich, daß man auf der langen Straße für einen Nationalpark ungewöhnliche 55mi/h fahren darf. So kommt man halbwegs voran. Der südlichste Punkt war daher trotz vieler Stopps bald erreicht: Flamingo Bay. 2005 hat dort der Hurrican Wilma vorbeigeschaut und dieses Jahr ist es endlich wieder grün (sagen die Ranger). Die meisten Gebäude sind aber beschädigt und werden bald abgerissen. Die Aussicht vom Visitorcenter auf die Bucht ist aber immer noch schön:

Weites, flaches Gewässer unter wolkigem Himmel, begrenzt von grünen Ufern mit Bäumen, betonnten Einfassungen und einem Gebäude am rechten Rand

Im vorigen Bild rechts nur als Punkt zu erahnen, ist eine kleine Insel. Eigentlich nur ein Baum. Mit dem Feldstecher sieht man sogar, daß am Baum zwei Nester sind. Ob das dort stabil ist:

Einzelner grüner Baum auf einer winzigen Insel im glitzernden, grau-blauen See, umgeben von ferner bewaldeter Uferlinie und dunklem Buschwerk im Vordergrund

Am Parkplatz lauern die Geier. Ist das ein gutes Zeichen?

Der schwarze Rabengeier sitzt mit weit ausgebreiteten Schwingen auf dem hellen, körnigen Asphalt eines Parkplatzes mit blauen Bodenmarkierungen

Ich bin dort schon so berühmt (immerhin war ich nun schon zum ditten mal dort), daß sie Wanderwege nach mir benennen 🙂

Das braune Wanderschild mit der Aufschrift „Christian Point“ und einem Wanderer-Symbol mit Pfeil steht auf zwei Stehern vor dichtem Buschwerk am Wegesrand

Ein anderer Boardwalk führt zum Wasser, wo man die verschiedenen Mangroven sehen kann. Der Boardwalk war aber dieses Jahr schon fast unter Wasser, nasse Füße hat man sich gerade nicht geholt:

Dichte Mangrovenwälder mit knotigen Wurzeln ragen aus dem dunkelblau schimmernden Wasser, während im Hintergrund ein dichter Uferstreifen unter einem wolkigen Himmel verläuft

Im Wald finden sich einige Matschlöcher mit gefärbtem Wasser:

Rostbraunes, spiegelndes Wasser in einem dichten Mangrovenwald mit unzähligen grauen Stelzwurzeln und sattgrünen Blättern im Vordergrund

Bei einer kleinen Rast am Wasser (letztes mal waren dort viele Alligatoren zu sehen, dieses mal kein einziger) zeigte es sich, daß nicht nur mir warm war (mehr als 35 Grad mit kräftiger Luftfeuchtigkeit). Selbst die Geier baden dort:

Ein Truthahngeier mit kahlm rotem Kopf und schwarzem Gefieder steht im flachen Uferwasser vor dichtem Schilfgras am Teich

Dieser Abzweiger ist schon Opfer des Hochwassers geworden. Die Straße wurde aber nicht gesperrt oder auch nur mit einem Hinweisschild versehen. Der Fahrer wird es schon merken. Man beachte die neckischen Bugwellen, die mein Auto macht:

Die überschwemmte Fahrbahn im Everglades National Park führt durch dichte Sumpflandschaft mit saftig grünen Wiesen und Bäumen, während sich der blaue Himmel mit weissen Wolken im klaren Wasser spiegelt

Der Anhingatrail ist einer der nördlichsten. Trotzdem ist er einer der schönsten und als Abschluß am Abend vor dem Rausfahren besonders gut geeignet. Gleich zu Beginn ‚fand‘ ich diesen versteinert stehenden blue heron:

Ein grau-blauer Reiher steht im seichten Wasser eines sumpfigen Sumpfgebiets, umgeben von dichtem Grünwuchs, Schilf und schlanken Baumstämmen im schattigen Hintergrund

In einem Kanal, in dem sich das Wasser recht flott bewegte, schaute immer ganz kurz ein Kopf raus und war gleich darauf wieder verschwunden. Es hat mich einige Mühe gekostet, diesen tauchenden Anhinga zu erwischen:

Ein dunkler Schlangenhalsvogel ragt mit seinem gemusterten, langen Hals und dem spitzen Schnabel aus strömendem, dunklem Wasser heraus

Zunächst befürchtete ich, dieses Jahr komplett auf Alligatorensichtungen im Everglades NP verzichten zu müssen. Zu viel Wasser bot wohl zu viele Möglichkeiten für die Tiere. Aber dann ging es Schlag auf Schlag: Am Anhingatrail kamen die z.T. sehr großen Exemplare zum Schlafen aus dem Wasser. Hier einer der ersten im ‚Anflug‘:

Ein dunkler Alligator schwimmt im tiefblauen Gewässer, während am Ufer trockenes Schilf und feines Gras ins Wasser ragen

Der ist schon auf trockenem Grund:

Ein dunkler Alligator liegt im dichten Schilf und Gestrüpp am Rand eines Gewässers, während seine schuppige Haut im Halbschatten glänzt

Und den hat wohl die Müdigkeit kurz vor dem Ziel übermannt: 🙂

Ein massiver, dunkelgrauer Alligator liegt im flachen, klaren Wasser und schaut direkt nach vorne, während sein schuppiger Kopf an ein sandiges Ufer grenzt und im Hintergrund grüne Blätter schwimmen

So sieht dort der Boardwalk aus, von dem man die Alligatoren beobachtet. Man hat daher wenigstens einen kleinen Höhenunterschied, wenn der 3m Alligator 1m vor einem vorbeischwimmt:

Ein hölzerner Steg führt durch ein Sumpfgebiet mit dunklem Wasser, in dem sich die grüne Ufervegetation und der hellblaue Himmel mit leichten Wolken spiegeln

Auf den Alligator im nächsten Bild könnte man aber drauftreten, denn das Helle unter seinem Kopf ist der Weg zum Boardwalk. Im Gras am Rand versteckt, übersieht man den Guten schnell. Ich habe dann Fotos gemacht, Aug in Aug mit dem Tier nur einen guten Meter getrennt von nichts außer dem Weg.

Ein dunkler Alligator liegt im dichten Gebüsch am Schotterweg, wobei seine schuppige Haut und die weißen Zähne im Vordergrund deutlich zu erkennen sind

Der Tag in den Everglades war absolut genial. Wer in der Nähe ist, sollte unbedingt in den Evergaldes NP fahren. Einen ganzen Tag dauert das aber schon.

Am Abend mußte ich mich dann im knapp 30°C warmen Pool erholen. Was für eine schwere Last. 🙂

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