Die Nacht war hervorragend ruhig und so konnte ich ausgeruht ans Werk gehen. Es waren doch noch einige Meilen zu schaffen, also früh ans Werk. Das Gute an den Meilen war auch gleich das Schlechte: Nur Interstate bedeutet flott vorankommen aber auch langweilige Strecke. Zum Glück war Samstag, sodaß sich der Verkehr in Grenzen hielt. Und daher kam ich recht früh in meinem Motel an. Eigentlich war es kein Motel sondern eine Suite (also ein großes Zimmer mit Küche, begehbarem Schrank, Sitzecke und Bett, aber es sollte günstig sein und in der Nähe vom Stone Mountain liegen.
Stone Mountain ist auch das Stichwort. Bisher habe ich garnicht erzählt, warum ich exakt eine Woche früher in Atlanta bin. Bei dem schönen Wetter in der Gegend hätte ich ja auch zwischen St. Louis und Atlanta noch Dinge zum Ansehen gefunden. Aber ich wollte an einem Samstag Abend in Atlanta sein, da nur an Samstagen die Lasershow im Stone Mountain Park zu sehen ist. Stone Mountain ist ein State Park, in dem sich die Bevölkerung von Atlanta erholen kann: Radfahren, Wandern, Wasserplanschen, … Das ganze Gebiet wird von einem riesigen Granitmonolith geprägt (dem größten der Welt). Auf dem Granitdings haben sie schon vor längerer Zeit ein Bild hineingeschossen (das ist eine längere Geschichte und kann auf meiner Homepage nachgelesen werden). Und jeden Samstag Abend findet auf diesem Relief eine Laser/Feuerwerksshow statt. Die wollte ich dieses Jahr nicht verpassen.
Mein TomTom hat sich einmal mehr bewährt, denn wenn man ‚querfeldein‘ vom Motel zum Stone Mountain fährt, sind es nur gute 10mi (ohne Verkehr). Obwohl es schon gegen 18 Uhr war, habe ich noch eine kleine Runde im Vergnügungspark gedreht. Neu für mich ist der Familien-Klettergarten. Man läuft da auf einem Seil in einer Schiene gesichert in verschiedenen Höhen Hindernisparcours. Wer’s braucht:

Ich bin dann zur Lasershowwiese gepilgert und war sichtlich nicht der erste. Ganze Familien pichnickten dort schon:

Die Zeit vergeht (in der man zu Abend essen kann) und die Leute werden mehr:

Kurz nach Sonnenuntergang (später hat es meine Kamera nicht mehr geschafft) zeigen sich schon recht viele Leute. Da der Spektakel aber erst bei absoluter Dunkelheit beginnt, kamen später noch einige mehr:

Endlich (ca. eine Stunde vor Beginn hat man Livemusik und die Standl sperren auf) ging das Spektakel los. Natürlich mit Werbung, als Kombination Projektion und Laser:

Die Laseranimationen sind nett gemacht, aber nicht besonders energiereich. Es ist daher kein Wunder, daß sie auf absolute Dunkelheit warten. Leider sind diese Bilder aber ganz schlecht photographierbar, denn schnelle Bewegungen recht dunkler Bilder wollen nicht so sehr. Aber egal, hier der erste Höhepunkt mit Feuerwerk:

Der kleine See vor dem Berg darf auch mitspielen: Mit Feuer!

Inhaltlich ist das ganze sehr gemischt. Auf dem folgenden Bild sehen wir gerade wie die Relieffiguren munter werden und herumreiten. Da wird das Thema Bürgerkrieg angerissen und natürlich sehr positiv dargestellt (man hat sich doch eh lieb). Im Prinzip folgt immer auf einem patriotischen Teil ein lustiger. Also zunächst wird Georgia und Alabama (die müssen sich wohl mögen) mit ihren Highlights gezeigt, dannn kommen Comic-Figuren. Dann der Bürgerkrieg, Synthimusic, Ehrung der Helden (Feuerwehr, Soldaten, Krankenschwestern, …), Darstellung bekannter Songs und so weiter. Nett war die Verulkung von bekannten Filmen: Alles mit Kühen dargestellt. Z.B. Indiana cattle, Gone with the herd, Cow Wars, Cow Musical, …

Am Schluß spielen sie beinhart die Hymne und jede Menge Menschen ist aufgestanden, mit Hand am Herzen. Dafür gibt es ein nettes Endfeuerwerk:

Zusammenfassend: Sehr gute 3/4 Stunden-Show, sehr patriotisch (sowas traut sich in Österreich keiner) und man sollte es gesehen haben (man muß ja nicht bei der Hymne stehen oder gleich zur Armee gehen). Der Rückweg im Dunkeln war für den TomTom auch kein Problem (und somit auch nicht für mich).
Am nächsten Tag wurde es dann wieder hektisch: Das (angeblich) größte Aquarium der Welt und die neue Coca Cola World.