Die Aljafería in Saragossa aus beigem Backstein mit wuchtigen runden Wehrtürmen und Zinnen, umgeben von einer gepflasterten Promenade unter einem leuchtend blauen Himmel

Saragossa mit dem Roller oder wie man sich verirrt – Tag 21

Heute hatten wir einen ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein um Saragossa zu genießen. Es wurde dann mehr als erwartet.

Angeblich sind es nur 4km ins Zentrum. Wenn man dann die Radroute fährt sind es schon fast 8km. Und wir kamen auf deutlich mehr. Der Tag fing aber gut an, wir haben uns auf die Roller geworfen und sind nahezu ohne Fehler bis zum Palast gekommen. Dazu muß man sagen, daß Saragossa wirklich tolle Radwege hat und auch wirklich viele mit den Leihfahrrädern und eigenen eScootern rumfahren. Da ist es wirklich ein tolles allgemeines Verkehrsmittel. Man braucht ein wenig Gewöhnung, weil Ampeln sind sehr optional und Radwege sind fast überall, man muß nur richtig schauen. Bei großen Straßen sind sie z.B. auf der Mittelspur. Der Krampf mit der Navigation hat aber schon beim Reinfahren begonnen. Google weiß von keinem einzigen Radweg, OSM kennt sie alle. Aber die Navigation bei OSM ist halt fragwürdig. Die letzte Straße mußten wir auf der Straße (ohne Radweg fahren), weil die Navigation keine 5m schieben wollte und daher lieber die ganze Straße ohne Radweg genommen hat als den riesigen Radweg und 5m am Gehweg schieben. Jedenfalls haben wir die beiden Roller angehängt und sind rein.

Der Palast verlangt überraschend moderate 7€ Eintritt, enthält dabei aber auch gleich eine Kunstausstellung. Aber alles ganz langsam, mal von außen.

Die Aljafería in Saragossa aus beigem Backstein mit wuchtigen runden Wehrtürmen und Zinnen, umgeben von einer gepflasterten Promenade unter einem leuchtend blauen Himmel

Man geht auch durch eine Security-Schleuse, die ich aber verdächtige nicht eingeschaltet zu sein, weil ich einiges bei mir hatte, was eigentlich piepen müßte. Innen sieht man recht schnell, das ist doch arabisch. Und dabei war ich nicht so falsch. Der Palast heißt Palacio de la Aljafera, übersetzt Palast des Jafar. Genaugenommen hieß der gute Mann Abū Ǧaʿfar Aḥmad ibn Hūd al-Muqtadir. Er hat den alten Troubardurturm auf dem 9. Jhdt. zu seinem Sommerpalast 1065 erweitern lassen. Er war Maure und das war die nördliche Grenze des islamischen Reiches. 1118 wurde es christlich zurückerobert und seitdem war es der Königspalast Aragoniens, heute Parlament.

Prunkvoller Saal im Palast Aljafería in Zaragoza mit einer kunstvoll geschnitzten Holzbalkendecke, filigranen weiß-beige gemusterten Hufeisenbögen, schlanken Marmorsäulen und einem hellen Marmorboden Künstlerische Hufeisenbögen und detailreiche Stuckverzierungen im maurischen Stil in der Aljafería von Saragossa, flankiert von schlanken Marmorsäulen und einer offenen Holzbalkendecke Blick durch kunstvoll geschnitzte Holztüren in den achteckigen, historischen Saal des Alcázar von Sevilla mit filigranen Stuckornamenten, maurischen Hufeisenbögen und einer goldfarbenen Holzdecke Prächtiger mudéjar-Arkadenhof des Palastes Aljafería in Saragossa mit elfenbeinfarbigen Vielpassbögen, dunklen Holzdeckenbalken, rötlichen Marmorsäulen und einem sonnendurchfluteten Innenhof mit hellen Holzböden und grünen Bäumen

Im hinteren Teil (früher Kasernen) ist das Parlament untergebracht, die ehemaligen Prunkräume wurden restauriert und im oberen Teil ein Goya-Museum integriert. Neben den Alabaste-Steinzeugs sind auch die Decken echt detailliert gearbeitet.

Aljafería-Palast in Saragossa mit prachtvollem, von saftig grünen Orangenbäumen, akkuraten Buchsbaumhecken und einer schlanken Zypresse gerahmtem Innenhof unter leuchtend blauem Himmel Der grosse, gepflasterte Innenhof der Aljafería in Saragossa mit beigen Ziegelsteinmauern, gotischen Spitzbögen, Zinnen und wehendem Flaggenpaar vor klarem blauen Himmel Blick nach oben in den hohen, historischen Innenraum mit einer kunstvoll bemalten Holzbalkendecke in warmen Rottönen, massiven Ziegelwänden, modernen schwarzen Hängeleuchten und einem hölzernen Taufbecken im Vordergrund

Goya (auch hier ist der volle Name viel schlimmer: Francisco José de Goya y Lucientes) war in Saragossa ‘zur Schule’ gegangen, da er die Vergolderwerkstatt des Vaters nicht übernehmen konnte. Daher ist Saragossa sehr stolz auf Goya, auch wenn er fast alles in Madrid gemacht hat. Bekannt ist er z.B. daß er den ersten offiziellen Akt Spaniens gemalt hat. Damit das nicht jeder sieht, hat er ein Mädchen bekleidet und unbekleidet gemalt und die beiden Bilder waren mit Scharnieren verbunden, sodaß man schnell die unbekleidete durch die bekleidete verdecken konnte.

Prunkvolle Mudejar-Kassettendecke mit goldfarbenem Sternmuster auf tiefblauem Grund über einem Museumssaal mit blauen Wänden, orangefarbenen Akzenten und mehreren gerahmten Ölgemälden Prunkvolle Kassettendecke mit goldfarbenen Ornamenten und blau-goldenen Mustern im Mudéjar-Stil, umgeben von kunstvollen Holzschnitzereien und lateinischen Inschriften in einem historischen Ausstellungsraum Ein reich verzierter, steinerner Portalrahmen mit filigranen Ornamenten umgibt einen schmalen Durchgang in einer apricotfarbenen Wand, während der Blick durch den Gang auf einen gefliesten Boden und ein gerahmtes Gemälde in einem blauen Raum fällt

Ich frage mich immer wieder, wie hat man 1050 Mauern so gerade hochgezogen und Steine so genau behauen. Oder wie lange hat man für die Verzierungen gebraucht? Astrid meint, wenn die Hinrichtung bei Fehlern zu erwarten ist, sind Handwerker einfach motivierter.

Imposantes historisches Stiegenhaus mit kunstvoll bemalter Kassettendecke aus dunklem Holz, hellem Steinboden, maurischen Rundbogenfenstern und filigranen Stuckverzierungen an den cremefarbenen Wänden Blick aus einer historischen Arkade mit filigranen Hufeisenbögen und hellen Ziegelmauern auf einen ruhigen Innenhof mit akkurat geschnittenen Orangenbäumen, geometrisch angelegten Beeten und einem gemauerten Boden im Fischgrätmuster Blick durch eine kunstvolle Arkade mit maurischen Hufeisenbögen und filigranen Stuckornamenten auf einen ruhigen Innenhof mit akkurat geschnittenen Hecken, schlanken Zypressen und historischen Steinmauern unter leuchtend blauem Himmel

Und damit war der Rundgang zu ende und wir schauten noch rundum, weil der Palast hat schon was.

Im historischen Innenhof der Aljafería in Saragossa umrahmen ockerfarbene Ziegelsteinmauern mit maurischen Rundbögen und Zinnen den grauen Pflastersteinboden unter strahlend blauem Himmel Das historische Castillo de la Aljafería in Saragossa aus beige-gelbem Stein mit markanten Rundtürmen, umgeben von gepflegten Rasenflächen und Sträuchern unter strahlend blauem Himmel Die mächtige Aljafería in Saragossa zeigt sich mit ihren markanten sandfarbenen Wehrtürmen, wehrhaften Zinnenmauern und dem tiefblauen Himmel im Hintergrund, umgeben von akkurat gepflegten Rasenflächen und dunkelgrünen Sträuchern

Weiter ging es zur Basilika del Pilar. Und da hatten wir wieder Glück, denn am 12. Oktober feiert man hier Fiesta del Pilar. Man spendet Blumen für die heilige Jungfrau Maria. Und das nehmen sie hier echt ernst. Sie haben auch gerade erst die ganzen Absperrungen vom Platz geschafft. Auf dem Platz sind btw gleich drei Kirchen, aber die Basilica ist die echt große.

Die Basilika Nuestra Señora del Pilar in Saragossa mit einem riesigen, bunten Blumenopferberg davor, während der eine Turm in beiges Gerüst gehüllt ist, unter strahlend blauem Himmel und mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern auf dem Platz Die barocke Basilika Nuestra Señora del Pilar aus ockerfarbenem Ziegelstein mit ihrem imposanten Glockenturm und der kupfergedeckten Kuppel erhebt sich vor einem strahlend blauen Himmel auf dem weiten Platz in Saragossa Die barocke Basilika Nuestra Señora del Pilar in Saragossa mit ockerfarbener Sandsteinfassade, zahlreichen Kuppeln und dem eingerüsteten Nordturm unter strahlend blauem Himmel, davor drängen sich zahlreiche Besucher auf dem sonnigen Platz

Die Blumen sind so zu einer Pyramide hochgestapelt, da die Blumen einen Mantel für die Statue darstellen sollen. Was es mit dem aus Maisscheiben gebauten Bild auf sich hat, habe ich noch nicht rausbekommen.

Basilika Nuestra Señora del Pilar in Saragossa aus Sandstein mit barocken Türmen und grünen Kuppeln unter tiefblauem Himmel, davor der belebte Platz mit Besuchern und Absperrgittern Ein großes, kunstvolles Blumentheppich-Mosaik aus Blütenblättern und Samenkörnern in sternförmigem Design ziert das helle Steinpflaster eines städtischen Platzes, umgeben von silbernen Absperrgittern, schaulustigen Passanten und prächtigen Gründerzeitbauten im Hintergrund

Im Inneren der Basilika gibt es neben dem überdachten Hauptaltar viele Nebenaltäre, wo während der Besuchszeiten die kleineren kirchlichen Veranstaltungen abgehalten werden.

Blick in die prunkvolle barocke Kuppel der Kathedrale mit gold-braunem Marmor, reich verziertem Stuck und filigranen Fresken, während im Kirchenschiff zahlreiche Besucher in den Holzbänken sitzen Blick in das prunkvolle barocke Kirchenschiff mit reich verziertem, goldenem Hochaltar, raumgreifenden Ölgemälden in dunklen Erdtönen, einer kunstvoll bemalten Kuppeldecke und hängendem Kronleuchter

Man sieht auch 3 Fliegerbomben, die im Bürgerkrieg zwar eingeschlagen haben, aber nicht explodiert sind. Das wird auf die Wirkung der heiligen Jungfrau zurückgeführt (und nicht der schlampigen Bauweise).

Prunkvolles Inneres der Basilika von Santa Cruz in Genua mit reich verzierten Marmorsäulen, prachtvollen Deckengemälden, schweren Kronleuchtern und bunten Flaggen, während Besucher den großen Kirchenraum erkunden Imposanter Blick nach oben in die barocke Peterskirche in Wien mit mächtigen weiß-goldenen Säulen, prunkvollen Fresken an den Kuppeln und dunkelroten Marmorpfeilern

Saragossa war Austragungsort der Expo 2008. Dafür bekamen sie 1.5 Millarden Euro, 70% hat der spanische Staat bezahlt. Dafür haben sie den Flughafen ausgebaut, das Expo-Gelände gebaut und ein Straßenbahnnetz erbaut (das war nur leider erst nach der Expo fertig). Da die Expo das Thema Wasser hatte wurde auch das größte Flußaquarium Europas gebaut. Das wollten wir uns ansehen.

Aktuell ist aber genau das passiert, was mit so großen Bauprojekten auf der Wiese passiert. Es ist eigentlich alles tot. Die Brücke und die bauten sind schon fetzig modern, nur scheinbar will sie keiner nutzen.

Blick durch die geschwungene Stahl- und Betonkonstruktion der Alabarda-Brücke in Saragossa, bei der graue Betonelemente und feine Spannseile den hellblauen Himmel rahmen, während rechts Autos auf der Fahrbahn rollen und links ein überdachter Fußweg verläuft Moderne Schrägseilbrücke aus hellem Beton mit geschwungenem Pylon und feinen Stahlseilen über mehrspuriger Asphaltfahrbahn, flankiert von einem abgesetzten Geh- und Radweg unter strahlend blauem Himmel Futuristisches Gebäude der Expo 2008 in Saragossa mit markanter, schuppenartiger Fassade aus hellen Paneelen und blauen Fenstern auf dem weitläufigen, gepflasterten Platz unter strahlend blauem Himmel

Das Aquarium ist von außen winzig, da ist das Haus des Meeres riesig. Zur Sicherheit geben sie auch keine Pläne an die Öffentlichkeit und man liest nur, sie haben es seit der Expo deutlich reduziert. Also haben wir darauf verzichtet, denn sie wollen 20€ pro Person dafür. Es gibt auch keinen sichtbaren Außenbereich. Und so wie es aussieht, wären wir dort wohl auch alleine drinnen gewesen, weil weit und breit war da kein Mensch zu sehen. Wir haben noch die Statue El Almar del Ebro gefunden. Die ist gleich neben der damals irakischen Verbindungsbrücke, die heute ein Museum zur Fortbewegung beinhaltet. Ist aber auch meistens zu.

Die weiße Skulptur "Nomada" von Jaume Plensa, bestehend aus verschweißten Großbuchstaben und einer sitzenden menschlichen Gestalt formend, steht auf einem hellen Steinplatz vor einem modernen, rot-gelben Gebäude und strahlend blauem Himmel Das futuristische Kongress- und Ausstellungszentrum Expo Zaragoza mit markanten, zackigen Glasdächern und silberner Fassade steht an einem weiten Platz mit Steinplatten unter tiefblauem Himmel Die moderne Fußgängerbrücke Arganzuela in Madrid, verkleidet mit metallisch-schuppigen Paneelen, spannt sich in sanften Wellen über eine begrünte Flusslandschaft unter leuchtend blauem Himmel

Damit waren wir mit den Sachen durch und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Das wurde aber spannender als erwartet, weil OSM angefangen hat zu spinnen. Es zeigte keinen sinnvollen Richtungspfeil (entweder hat er sich garnicht bewegt oder sich im Kreis gedreht wie eine Waschmaschine) und dann hat er vergessen sich upzudaten. Man fährt also und nach einigen hundert Metern meint OSM man steht unverändert am alten Standort. Und bei jedem Stehenbleiben hat er zur Sicherheit eine neue Route gerechnet. Das ging eine Weile gut, bis wir doch einmal auf die falsche Seite abgebogen sind und einen schönen Umweg gefahren sind. Das hat dazu geführt, daß Astrid die letzten Meter zum Campingplatz geschoben hat.

Das Wetter war aber trotzdem super, die Stadt ist interessant und das radwegnetz beeindruckend.

Und wohin geht es weiter? Wir haben mal wieder ein Wetterproblem, sodaß die Heimfahrt wohl spannend wird. Daher ziehen wir zur Wettersicherheit nach Madrid, weit weg von allen Meeren.