Wir hatten vor Florida zu verlassen, Astrid wollte unbedingt zu Buc-ees und ich wollte noch eine Besichtigung in den Tag quetschen. Also volles Programm.
Der Tag begann wunderbar am Inlet, es war noch sehr schwül., weil es in der Nacht heftig gewittert hat. Ist einem in einem RV wirklich egal. Am Vortag haben wir den Nachbarn beobachtet, wir er sein winziges Zelt nur mit einem riesigen Stein als Werkzeug aufgestellt hat. In der Früh war er aber schon weg, also keine Ahnung wie er die Gewitter überstanden hat.

Zunächst ging es über die Brücke über das Inlet. Die A1A führt über die dem Festland vorgelagerten Inseln, Inlets sind die Durchbrüche zwischen den Inseln.

Am Weg nach Daytona Beach, wo der Buc-ees liegt sind wir vorwiegend auf der US1 gefahren, um weniger Interstate zu haben. Gefunden haben wir dabei den einen oder anderen Regenschauer. Hier auf der Brücke zum Festland.

Wir waren gerade in Anfahrt auf Melbourne, da wurden wir wirklich an Australien erinnert. So eine Orange geht dort als Besuchstagesziel durch.

Wassertürme sind in den USA immer ein gutes Motiv um auf seinen Stadtnamen hinzuweisen, Flaggen schaden da auch nicht. Man stelle sich das jetzt in Ernsdorf vor…

Ganz prinzipiell schaut es hier in den USA wirtschaftlich wieder schlechter aus. Man sieht mehr Homeless, die Autos sind wieder echt schlimm…

Titusville haben wir nur in der Durchfahrt erlebt.

Und schon waren wir bei Buc-ees. Die Kette habe ich schon öfter im Blog erwähnt, hier aber zum ersten mal die Geschichte:
Wer heute ein Buc-ee’s besucht, könnte meinen, hier habe jemand eine Tankstelle mit einem Einkaufszentrum, einer Grillhütte und einem Freizeitpark gekreuzt. Tatsächlich begann die Geschichte aber überraschend klein.
1982 eröffnete in Clute, Texas, ein junger Unternehmer namens Arch „Beaver“ Aplin III seinen ersten kleinen Laden. Den Namen „Buc-ee’s“ bastelte er aus seinem Spitznamen „Beaver“, dem Namen seines Hundes „Buck“ und einer Vorliebe für einen Cartoon-Biber. Aus dieser eher ungewöhnlichen Mischung entstand eines der bekanntesten Maskottchen der USA.
Anfangs war Buc-ee’s einfach eine Tankstelle mit Shop. Der entscheidende Gedanke war jedoch ungewöhnlich: Statt nur Benzin zu verkaufen, sollte der Laden der Ort sein, an dem Reisende tatsächlich gerne anhalten. Deshalb setzte man auf saubere Toiletten, freundlichen Service und Regale, die möglichst niemals leer waren. Das klingt heute selbstverständlich, war im amerikanischen Fernstraßen-Alltag aber beinahe revolutionär.
Jahrzehntelang wuchs die Kette in Texas. Dann kam 2003 ein entscheidender Schritt: In Luling, Texas, eröffnete das erste große „Travel Center“. Das war nicht mehr die klassische Tankstelle, sondern ein regelrechter Tempel für Autofahrer. Immer mehr Zapfsäulen, immer mehr Snacks und immer mehr Platz.
Der Ruf von Buc-ee’s verbreitete sich vor allem über ein Thema, das normalerweise niemand begeistert erwähnt: Toiletten. 2012 erhielt ein Standort sogar die Auszeichnung für die „Best Restroom in America“. Während andere Unternehmen mit Hightech oder Luxus werben, wurde Buc-ee’s berühmt, weil man dort bedenkenlos eine Toilettenpause einlegen konnte. Das sagt überraschend viel über die Konkurrenz entlang amerikanischer Highways aus.
Danach schien die Devise zu lauten: „Größer geht immer.“ Die Läden wurden riesig. Nicht 20 oder 30 Zapfsäulen, sondern oft über hundert. Keine kleine Snack-Ecke, sondern Berge von Beef Jerky, frischem Barbecue, Süßigkeiten, Souvenirs, T-Shirts und den berühmten „Beaver Nuggets“, einer Art süßem Knabbergebäck. Viele Besucher kommen inzwischen nicht zum Tanken, sondern nur zum Schauen.
Lange blieb Buc-ee’s ein texanisches Phänomen. Erst ab 2018 begann die Expansion in andere Bundesstaaten. Dort wiederholte sich stets dasselbe Schauspiel: Ein neues Buc-ee’s öffnet, Tausende Menschen stehen Schlange, als wäre ein Freizeitpark eröffnet worden, und kurze Zeit später pilgern Reisende freiwillig zu einer Tankstelle. Ein Satz, der außerhalb der Buc-ee’s-Welt völlig absurd klingt.
Heute ist Buc-ee’s längst mehr als eine Tankstellenkette. Es ist eine texanische Institution. Wer auf einem Roadtrip durch den Süden der USA unterwegs ist, besucht Buc-ee’s meist zunächst aus Neugier. Und verlässt den Laden anschließend mit einem Brisket-Sandwich, drei Beuteln Snacks, einem Biber-T-Shirt und der festen Überzeugung, nur kurz aufs WC gegangen zu sein.
Wir waren natürlich auch auf den WCs, haben aber auch geshoppt und zwei der berühmten Sandwiches mitgenommen. Hier ein paar Bilder, um sich die Dimensionen besser vorstellen zu können.

Sie verkaufen auch ‘böse’ Schilder für zuhause.

Vor der Türe sind nun auch Biberstatuen, wo man nette Fotos machen kann.

Anschließend sind wir ins angrenzende Tanger Outlet gegangen, denn da gibt es einen Sketchers Outlet Store. Für jeden von uns 2 Paar Schuhe, weil das zweite Paar hat 50% Rabatt. Und meine Sandalen sind natürlich mitten auf den Keys mit einem ausgerissenen Band eingegangen. Jetzt habe ich Sketchers Sandalen.

In St. Augustin hatten wir wieder eine Fatamorgana, denn es begann zu tröpfeln, obwohl die Wettervorhersage strahlenden Sonnenschein ‘gesehen’ hat. War aber eh egal, wir wollten ins dortige Auto Museum. Das ist überraschend neu und ein Charity Projekt.

Was das Museum interessant macht, ist weniger die Geschichte einzelner Fahrzeuge als die Geschichte dahinter. Die Einrichtung wurde erst 2020 von der Familie Hobbs gegründet, also mitten in einer Zeit, in der viele Menschen ihre Pläne auf Eis legten. Die Familie entschied sich stattdessen, einen Ort zu schaffen, an dem klassische Automobile, Gemeinschaft und Wohltätigkeit zusammenkommen.

Die offizielle Mission klingt fast etwas romantisch: Oldtimer sollen Erinnerungen wieder zum Leben erwecken. Tatsächlich funktioniert das erstaunlich gut. Während man durch die Hallen geht, schaut kaum jemand nur auf technische Daten. Stattdessen hört man ständig Geschichten. „So einen hatte mein Vater.“ „Mit so etwas sind wir in die Ferien gefahren.“ „Genau diese Farbe hatte mein erster Wagen.“ Das Museum zeigt damit nicht nur Autos, sondern auch ein Stück Alltagsgeschichte auf Rädern.

Interessant ist auch, dass viele der ausgestellten Fahrzeuge nicht zwangsläufig Eigentum des Museums sind. Das Gebäude dient gleichzeitig als Ausstellungsfläche und als Lagerstätte für Sammlerfahrzeuge. Dadurch wirkt die Sammlung lebendig und abwechslungsreich, statt wie eine fest eingefrorene Privatsammlung eines einzelnen Enthusiasten.^

An den Wänden findet man wie üblich passendes aus der Zeit, hier aber auch ‘Kunst’.

Die eine Halle ist jetzt nicht riesig, aber ich wette sie ist größer als die größte Autoausstellung, die wir in Australien gesehen haben.

Lustige Details: Wenn man das Dach in den riesigen Kofferraum eines Oldtimers versenken will, ist der Platz für Koffer … eingeschränkt.

Und als Abschluß noch der nachgebaute Mator.

Beim Ausgang kann man noch auf einem ‘Autoteil’ hübsche Fotos machen.

Weiter ging es über die Interstate zum zweiten Buc-ees, weil ich habe offenbar verschwiegen, daß man das Brisket auch per pound kaufen kann. Also für die nächsten Tage in Vorrat gekauft. Für mich gab es noch als Abendessen Mac & Cheese mit Brisket zum Mitnehmen.
Die Umfahrung von Jacksonville ist US-typisch ziemlich breit; Stau gibt es trotzdem. Und schon kamen wir an die Grenze von Florida.

Am Weg zu unserem heutigen Statepark kommt man an der U-Boot Basis vorbei. Was macht man da mit abgewrackten U-Booten? Eingraben.

Der Statepark liegt direkt am Fluß, ist ur hübsch bewaldet und wir haben uns ein wenig die Füße vertreten. Das ist besser als in jedem KOA.

Es kamen natürlich wieder Wolken vorbei, die das dramatischer gemacht haben.

Astrid hat wieder professionell Gerätschaften getestet.

Und am Weg zurück zum RV haben wir auch wieder Mr. Crab gefunden.

Am nächsten Tag sollte es nach Savannah gehen.