Ein versteckter Garten, aber der hat es in sich, wie ich jetzt weiß. Wir sind von unserem Stützpunkt zum Garten und wieder zurück gedüst. Die Strecke an sich ist jetzt nicht so spannend.
Wir sind immer noch auf Ersatz für Nationaldinge angewiesen. Durch die lokale Suche sind wir auf den Statepark gestoßen. Und State ist ja in den letzten Tagen ein gutes Wort (auch wenn ich da Eintritt zahlen muß). Dieser Statepark ist aus einem privaten Garten entstanden. Und ganz nebenbei, ist der Statepark der größte botanische Garten von Arizona. Also warum nicht hinfahren?

Der Garten ist zu Fuß zu erkunden. Der Hauptweg ist 2km lang und gut ausgebaut, die Nebenwege sind zum Teil eher Wanderwege. Je nachdem wieviele der Nebenwege man geht, kann man dort von 2 Stunden bis zu einem Tag verbringen.

Der Garten ist echt groß. Unterteilt ist er in die verschiedenen Bereiche der Wüsten (ich Ahnungsloser kenne natürlich nicht den Unterschied zwischen den Wüsten) aber auch Südamerika, Australien, Eukalyptus, … haben eigene Bereiche.
Wir sind zunächst durch die Sonora Wüste gelaufen und haben dann unsere erste große Überraschung erlebt: Der Garten kann auch anders. Nicht nur Wüsten!

Der Trick besteht darin, daß der Garten über zwei Täler geht. Im hinteren Tal gibt es Wasser, daß sie über einen See auch zur Bewässerung des anderen Tales verwenden. Und wo Wasser da Grünzeug. Und natürlich da auch Tiere.

Selbst Blumen sind problemlos zu finden.

Wir sind langsam aus dem bewässerten Tal in Richtung der anderen Wüstenbereiche gegangen. Dort herrscht ein dichtes Treiben an Eidechsen.

Und natürlich Kakteen in jeder Art und in quasi unzählbarer Vielfalt.

Zwischendurch schauen kleine Blumen hervor, die wieder Schmetterlinge anlocken.

Und viele auch riesige Boojum Bäume. Klingt lustig, aber der Namensgeber kommt hier aus Tucson. Sein Sohn hat den Baum gefunden und wie er ihn sich ansieht sagt er, daß muß ein Boojum sein. Dabei handelt es sich um seltsame Kreaturen eines damals beliebten Gedichtes. Und der Name ist kleben geblieben. Wer das wissenschaftlich will, liest die Wikipedia nach:
“Fouquieria columnaris ist eine Pflanzenart der Gattung Fouquieria in der monotypischen Familie der Fouquieriaceae. Trivialnamen sind Cirio [ˈθi.ɾio], Boojum [ˈbuː.dʒʌm] und Cototaj [ˈkototax] (Seri). Ihr Habitus erinnert an die Art Pachypodium lealii und die Gattung Alluaudia.”

Ein Kaktusgarten grenzt direkt an die Trennung zwischen den Tälern, sodaß die Kakteen die ganze Felswand hochwachsen.

Normalerweise sind die Betreten verboten Schilder eh alle gleich: Employees only. Hier sind die Schilder ein wenig anders.

Gegründet hat den Garten ein reicher Minenbesitzer, der einerseits einen schönen Winterwohnsitz haben wollte und andererseits pflanzennarrisch war. Und da er echt viel Geld hatte, hat er sich mitten im Nix (in der Nähe seiner Mienen) ein nettes Haus hinbauen lassen, das sogar einen Aufzug zum grüneren Tal hinunter hatte. Sieht auch heute noch gut aus, obwohl ein Teil des Hauses in den 50er Jahren abgebrannt ist.

Ich als Besucher bin den Weg ins andere Tal zu Fuß runter gegangen. Sehr hübsch dort.

Im grünen Tal kann man völlig im Schatten dem Bachbett entlangschlendern und man kann sich gut vorstellen, daß dem reichen Typen das sicher gefallen hat. Man kommt schlußendlich wieder am Ausgangspunkt an, wo man sich mitten in Palmen und Eukalyptusbäumen wiederfindet.

Der Garten hat auch einen Picknickbereich. Den kann man zu Fuß erreichen, was aber mit dem ganzen Schleppen vom Parkplatz unpraktisch ist. Leichter wird es, wenn man beim Eingang fragt wie sie sich das so vorgestellt haben, denn dann bekommt man eine Münze, mit der man ein geheimes Tor aufmachen kann und man fährt mit dem Auto zum Picknickplatz. Dann ist es echt gemütlich. ![]()
Zusammenfassend: Nirgends bekommt man so einen hübschen und so großen botanischen Garten für so wenig Geld. Unbedingt ansehen!
Am Heimweg wollten wir noch Eis kaufen, aber so einfach ist das in der Gegend nicht. Da ist nicht viel los. Wir sind dann in das Kaff Coolidge gefahren und haben dort den örtlichen Markt besucht, der von einem asiatischen Pärchen betrieben wird. Das Eis war dafür so billig wie noch nie: $2.99 für 20lbs.

Erst daheim auf Google Maps haben wir gesehen (TomTom wußte natürlich nix davon), daß 2 Blocks weiter (also schon außerhalb des Dorfes) ein Super Walmart rumsteht. Keine Ahnung was der dort tut, aber es gibt sogar Streetview Bilder davon.
Am Abend wieder am Campingplatz haben wir uns in den sicher 30°C warmen Pool geworfen. Was für ein super Tag.