A day on the route 66

Wer sich den Track genauer ansieht, könnte den Verdacht haben, ich wäre betrunken gewesen. Aber ganz so war es nicht. Man könnte es in dem Fall nennen: Der TomTom hat es ja gleich gewußt. Und nicht vergessen, mein TomTom ist eine Frau.


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In der Früh ging alles seinen normalen Weg. Nur wenige Meilen auf der Interstate und schon kommt die route 66 Abzweigung. Von der alten Straße sind nur noch kurze Bruchstücke über, aber die können mitunter sehr hübsch sein. An dem Tag wollten wir eines der besten Stücke fahren: Den Paß bei Oatman. In Needles selbst, kommt man schon auf die alte route 66. Jeder will irgendwie davon leben, also macht man auch ein wenig was Hübsches. Zum Beispiel das Ortsschild.

Die Beschilderung war ganz ok, bis sie plötzlich aufhörte. Ich bin daher dem Gefühl nach Norden gefahren, aber es kam keine Beschilderung zurück. Ich bin somit stehen geblieben und habe meine Frau TomTom gefragt. Die wollte gleich ziemlich direkt nach Oatman fahren. Das wollte ich nicht, denn die alte route 66 ist ja viel schöner. Also ein paar Wegepunkte definiert und schon wendeten wir. In Topock soll die route 66 beginnen. Sind somit einige Meilen rumgegurkt.

Überraschend waren die orangenen Detourzeichen auf er Strecke nach Topock. Detour von was??? 5 Meilen vor Topock geht die route 66 in die Berge. Die letzten 5 Meilen habe ich daher geskipped und bin gleich zu den Bergen aufgebrochen. Nur warum stehen auch da detour Schilder? Genauere Hinweise waren aber nicht zu finden. Wenige Meilen später sehe ich mit Begeisterung das ‘begin historic route 66’ Schild, aber mit ziemlichen Groll auch etwas anderes:

Also wieder umgekehrt und alles zurück. Nämlich wirklich alles!!! Die von Frau TomTom ursprünglich geplante Route entspricht nämlich exakt der detour! Bravo.

Am Ende der Detour findet man dann doch noch die route 66. Die hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Für das Touristengeld auch Straße renovieren ist wohl zu viel verlangt. Schilder sind ohnehin zu teuer.

Sehr praktisch ist das Schiebedach des diesjährigen Autos. Da kann man sogar Panoramafotos draus schießen:

Kurz vor Oatman wird man rüde an der Weiterfahrt gehindert. Esel verstellen einem den Weg.

Mit viel Geduld kann man die Esel umschiffen und man kommt nach Oatman. Sieht wie ein Dorf aus, daß die letzten Jahre nicht ganz mitbekommen hat.

Das Postoffice ist echt schnuckelig

Aber die Schilder wenig freundlich

Die Häuser sind alt und einige sind doch eher made by Potemkin. Trotzdem waren wir von Oatman sehr positiv überrascht. Es war einiges los und trotzdem waren die Preise moderat. Man konnte sogar gratis parken.

Die Esel belagern auch die Stadt. Man kann sie dort auch füttern. Ein Geschäft verkauft dazu gerne das Futter. Nach einem dort hängenden Schild war auch Oatman eine Goldgräberstadt. Da sie in den Bergen gelegen ist, waren Esel zum Transport von so ziemlich allem wichtig. Die Goldmienen waren aber bald erschöpft, der Rummel blieb aus. Die Esel wurden einfach freigelassen, weil sie keiner mehr brauchte. Sie verwilderten und hängen heute noch in der Gegend rum. Jetzt erfreuen sie Touristen.

Eine alte Postkutsche steht auch noch vor dem Jail-Museum herum:

Nach dem üblichen Souvenierkauf ging es wieder zum Auto und weiter auf der route 66. Scheinbar ist es dort jedoch in mit Quads eine Sandstraße raufzubrausen, denn mindestens die Hälfte der Besucher kamen mit Quads.

Gleich nach der Stadt trennt sich die Dreckstraße (dirt road) von der route 66 und man hat wieder seine Ruhe:

Die Aussicht von oben ist echt ok

Die wahre Bergstrecke fängt erst nach Oatman an. Für Österreicher eh nix Spezielles, für Amerikaner eine nahezu unüberwindliche Bergstrecke. Hübsch ist sie allemal.

Da es Wochenende war, haben auch echte Oldtimer ihre Oldtimer ausgeführt. Macht sich gut.

Nach vielen Stopps kamen wir leider viel zu bald zur langen Abfahrt und dieses Stück der route 66 war erobert.

Eigentlich wollten wir noch einen bekannten Kramerladen und das route 66 Museum besuchen, aber wir haben so lange für die Befahrung des Stücks gebraucht, daß sich das nicht mehr ausging. Wir wollten ja noch nach Black Canyon City.

Zunächst ging auch alles sehr flott, aber kurz vor der I17 sahen wir ein Schild ‘accident ahead’ und 3 Meilen später standen wir. 45 Minuten lang. Immer wieder ein paar Meter äh Yards fahren, Minuten warten. Was es für ein Unfall war weiß ich immer noch nicht, nach den 45 Minuten ging es jedenfalls weiter. Im Gedränge des Staus hat sich wieder der Lemmingseffekt gezeigt, denn kaum wurden sie losgelassen, schon fuhren sie mit 80mi/h durch die 55er Beschränkung. Na sollte mir auch recht sein.

Kurz vor dem Ziel hat sich Frau TomTom noch einen bösen Schnitzer erlaubt. Sie meinte, da kann man abkürzen und ich soll links abbiegen. Habe ich getan. Dann sollte ich rechts abbiegen, aber da war eine meterhohe Böschung. Nicht einmal ein Schotterweg. Sie bildet sich auch jetzt noch eine 87. Straße ein. Nur da ist nix. Absolut nix. Trotz der Sabotage haben wir den Campingplatz erreicht. Halt bei Dunkelheit. Dort war gerade das Internet völlig ausgefallen und der Typ ist ausgerastet, weil er nicht einmal eine Rechnung schreiben konnte, aber das war mir dann auch schon egal. Hauptsache Essen, denn nach der langen Fahrt hatte ich echt Hunger. Es gab wenigsten gefüllte Champignons vom Grill. Das tröstet. Smiley

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