Disney ist nun wirklich teuer. Kein anderer Vergnügungspark verlangt so viel für einen Tag wie Disney. Ist es das wert? Ich bin mir da nicht sicher, aber ich war auch schon ein paar mal dort. Ich kann mir nur nicht vorstellen warum ich mir dort eine Jahreskarte kaufen sollte. Für Leute aus southern California ist der Paß nicht so teuer. Aber ist es nicht fad, immer das selbe ein Jahr lang zu sehen? Der Zauber des Neuen verfliegt doch schnell. Böse finde ich auch, daß normale Jahrespässe bei weitem keine JAHRESpässe sind. Klar steht drauf, daß es blackout days gibt, aber wer weiß schon, daß z.B. der gesamte Juli und August blackout days sind??? Da waren es gleich mal 2 Monate weniger. Na wenigstens haben wir verbilligte Eintrittskarten bekommen, die Gratiskarten (für Mitarbeiter) waren leider schon alle aufgebraucht.
Das Wetter war gerade an dem Tag ungewöhnlich lange trüb. Aber in Anaheim ist es sonniger als an der Küste. So konnten wir Mainstreet bei voller Sonne genießen:

Es heißt doch immer, alles Schlechte hat auch etwas Gutes. Das kann ich jetzt an einem Beispiel beweisen: Astrid hat echte Probleme mit Menschenmengen, Venedig in der Hauptsaison bringt ihr die Gänsehaut vor Gruseln. Das ist nicht angenehm. Aber in Disney ist das echt genial. Auf einen Tipp von Faith hin, sind wir in die Town Hall (Customer Relations in Disney) gegangen. Astrid kam zu einer netten Dame und fragte, wie man denn in Warteschlangen raus kommt, denn wenn sie eine Panikattacke bekommt, muß sie schnell raus gehen. Die Dame hat gefragt, ob es gerade eben auch schon eng ist und Astrid hat bestätigt. Daraufhin meinte die nette Dame, wir sollten doch rausgehen und sie kommt gleich nach. Ich jubelte schon, denn es sah aus, als wäre der Plan aufgegangen. Tatsächlich kam sie mit einem netten Zettel raus, den sie mit Astrid’s Namen und der Zahl 2 versah und schon hatten wir die heiß ersehnte Guest Assistance Card. Mit der Karte darf man in allen Attraktionen den ‘Behinderteneingang’ benutzen. D.h. man wartet nicht in der langen normalen Schlange, sondern in der kurzen für Menschen mit speziellen Problemen.
Schon bei Dumbo war das toll, denn man glaubt es kaum, da war locker eine Warteschlange von 45 Minuten. Wir kamen nach ein paar Minuten dran (und jetzt nicht fragen warum wir mit Dumbo geflogen sind). Man können Leute böse schauen, wenn man an ihnen vorbeigewunken wird:

Mir drehte sich noch alles (ich kann mit drehenden Dingen nicht gut umgehen), da sind wir schon bei Alice im Wunderland im Wagen gesessen:

Und damit ich mich daran gewöhne, gleich noch die Teecups hinterher:

Mit der Karte hatten wir die klassischen Disney Sachen in einer guten Stunde durch. Das braucht sonst eher den ganzen Tag. Bei ‘A wonderful world’ endete der Durchmarsch, da war uns selbst die special Schlange zu lange:

Also sind wir nach Toon Town gegangen. Da ist nix gerade und alles verrückt. Selbst die Verkehrsschilder sind anders:

Recht interessant ist, daß man eine Attraktion irgendwie modern halten muß. Welches kid kennt heute noch Captain Nemo 20000mi unter dem Meer? Was macht man aber, wenn man eine entsprechende Attraktion hat? Man benennt sie um. Hier nennt sich das jetzt Nemo’s Reise, so wie in finding Nemo (wo jetzt bald finding Dory kommt). Ein paar geschickt angebrachte Videoschirme unter Wasser und schon ist man wieder up-to-date!

Wie nennt man es positiv, daß man kein Essen in den Park mitnehmen soll? Man sagt in den Trams vom Parkplatz zum Eingang, daß man eigens für Familien Picknickplätze AUSSERHALB der Parks errichtet hat, und daß man DORT (und nur dort) sein mitgebrachtes Essen verzehren soll. Warum? Damit man im Park Essen zu Apothekerpreisen verkaufen kann.

Und wie verhindert man, daß man Essen hineinschmuggelt? Aus ‘Sicherheitsgründen’ werden alle Taschen beim Eingang untersucht (man könnte ja sonst Bomben mitnehmen???). Insidertipps sagten mir jedoch (leider nachher), daß man ein paar Sandwiches schon mitnehmen kann. Cooler sind halt nicht erlaubt.
Die Future Show ist echt fad. Eher eine Arcade (aber nur mit wenigen gesponserten Games) als Future. Man sieht wenigstens ein paar Robot-Suits:

Die Wohnung der Zukunft im Erdgeschoß war nur fad, außer ein paar integrierten Tablets war da nix zu sehen. Also auf in die Adventure World, auf zu Indiana Jones. Dort war die reguläre Warteschlange 1 Stunde. Wir haben es in 20 Minuten geschafft. Hier eine der letzten Wartehallen:

Total pervers ist es, wenn aus einer Attraktion ein erfolgreicher Film wird und dann die Attraktion an den Film angepaßt werden muß. Erraten worauf ich anspiele: pirates of the caribbean! Sie haben jetzt überall im Nachhinein Johnny Depp Piraten dazugefügt, die im Stil absolut nicht zu den alten Piraten passen. Aber es mußte wohl sein:

Wir waren in der Vorsaison unter der Woche in Disneyland. D.h. man zahlt den vollen Eintrittspreis, bekommt aber viel weniger: Der Park schließt früher, es gibt kein Feuerwerk und man hat viel weniger Paraden. Hier stehen wir also und sehen die einzige Parade:

Indiana Jones war unsere Lieblingsattraktion. Also sind wir insgesamt 3 mal damit gefahren. Die letzte Runde war besonders cool: Statt über einer Stunde in der Normalschlange waren wir keine 5 Minuten nach dem Eingang schon im Wagen. ![]()
Bei Nacht sieht Disneyland wieder anders aus. Alles hübsch beleuchtet. Da freut sich die Kamera darüber:

Insgesamt haben wir an dem Tag nahezu alle Attraktionen geschafft. Nur die Extremen haben wir freiwillig ausgelassen und 2 oder 3 haben wir aufgrund einer verrückten Wartezeit (auch mit Guest Assistance Card) weggelassen. Z.B. sind im Mai (angeblich) einige inoffizielle Feiertage für Star Wars. Daher sind alle damit verbundenen Dinge völlig überlaufen.
Am Heimweg sind wir zu meinem Lieblingsrestaurant gefahren: Portillos. Hatte ein Big Beef Sandwich. Das sollte man unbedingt probieren:

Der Heimweg verlief bis auf einen Fehler der Verkehrsleitung unproblematisch. Der Fehler war halt ärgerlich: Es gibt eine eigene LINKE Abzweigung für die Carpoollane von der I5 auf die 92er. Sie ist oft angeschrieben (und ich kenne sie). Und wenn man dann abzweigen will, ist die Rampe gesperrt und man muß einen Megaumweg fahren (die normale Ausfahrt erwischt man ja nicht von der Carpoollane). Aber sonst, wie gesagt, ein langer Tag und wir sind müde ins Bett gefallen…