Der fünfte und letzte Tag im Paradies

Wieder sind wir gerade einmal zum Eisholen gefahren und wieder wird die Karte nicht spannender. Daher keine Karte.

Der Tag begann mit einem Transfer. Die Nacht auf Samstag haben wir dazugebucht, mußten aber den Platz wechseln. Der Vogel sagte goodbye, aber ich fürchte er vermißte das Brot unseres Frühstücks mehr als uns.

Daher alles ins Auto rein, Zelt über dem Kopf und ein paar Plätze weitergezogen.

Danach sind wir zur Marina gefahren und natürlich war es auch heute zu windig zum Schnorcheln. Mir hat es daher gereicht und ich habe mir am Nachbarkey andere Optionen angeschaut. Laut Park-Rangerin sollte es dort drei Anbieter von Schnorcheltouren geben. Der erste war außen schön hergerichtet, hat aber auch ein großes Schild in der Einfahrt: Wegen Urlaub geschlossen. Der zweite war ein kleines Tauchgeschäft, wo OPEN leuchtete, aber die Tür zugesperrt war. Ein handgeschriebener Zettel sagte, daß die Besitzerin eh da ist, aber im Lager Inventur macht (und das Zeug auch gleich auf einem Aktionstag verkauft) und man sie einfach anrufen soll, dann kommt sie raus. Und den dritten Anbieter habe ich nicht gefunden. Das Problem ist klar: Absolute Nebensaison. Da bietet man keine Touren an.

Heute war es angeblich gleich so windig, daß sie nicht einmal Kajaks vermieten konnten. Der unglaubliche Wirbelsturm hätte wohl die Boote weggetragen. Ein Blick auf’s Meer verrät auch: Es ist tatsächlich nicht spiegelglatt, aber wo bitte sind da überhaupt Wellen???

Egal, nicht ärgern, gab es halt in dem Jahr eine Nullrunde bei den Schnorcheltouren. Aber ich komme im Mai ja wieder mit Astrid als Verstärkung. Sie werden sich wohl nicht trauen ihr abzusagen. Verärgertes Smiley

Ich bin wieder an den Nordstrand gefahren, genoß das karibische Feeling des sehr warmen Meeres (32°C, Lufttemperatur war heute so bei 34°C, aber sehr angenehm mit leichtem Wind) und ging wieder am Strand schnorcheln. Durch die Südströmung war es heute garnicht so klar wie gewohnt. Man könnte es ziemliche Trübung nennen. Zumindest für hiesige Verhältnisse, Mittelmeerkenner würden immer noch von kristallklar sprechen. Daher bitte ich die etwas schlechteren Bilder zu entschuldigen.

Zunächst sah es auch so aus, als wären die Fische ausgezogen, denn es war wenig zu sehen.

Ich bin daher den ganzen Strand runtergeschwommen, weil ich bei den angeschwemmten Bäumen mehr Hoffnung hatte. Da gab es auch wirklich jede Menge Fische, aber es war noch viel trüber…

Am Rückweg sehe ich eine recht große Krabbe am Boden rennen. War sicher zwei Handteller groß. Sie sieht mich, und eine Sekunde später war sie auch schon eingegraben. Ich wußte wo sie war, aber es war beim besten Willen absolut nichts von ihr zu sehen. Also mit der Flosse reingebohrt und sie wieder rausgegraben. Sie war nicht mal hektisch und ist einfach weiterspaziert. Erst wie ich ihr gefolgt bin, wurde es ihr unheimlich und sie ging in den schnellen Schwimmgang über. Ich wußte nicht, wie flott Krabben schwimmen können.

Auch die andere Seite des Strandes bot heute wenig Aufregendes, bis ich ziemlich genau da, wo ich eigentlich am Strand mein Zeug hatte, ein paar Steine im Wasser fand. Dort spielte es sich aber ab. Da fand an dem Tag scheinbar die große Fischparty statt. Kleinere Fische, die ich sonst nur am Riff gesehen habe, saßen überall rum.

Fische in ‘Nachtmahlgröße’ gibt es in kleinen oder wirklich großen Gruppen. Ein Netz und ein Restaurant hätte für einen Abend ausgesorgt.

Direkt an den Felsen finden sich alle Sorten lustig gemischt. Da steppt der Bär!

Auch Diskusfische und Grundler jeder Art sind dort vertreten. Der Besatz ist vielfältiger und dichter als in jedem Aquarium. Und sicher dichter als am Riff draußen.

Die reinen Riffische (wie Papageienfische) und die großen Fische (die hier einfach keinen Platz haben) fehlten natürlich, aber wer wird denn jetzt unbescheiden werden. Mehr durch Zufall habe ich einen Rochen am Boden liegend gefunden. Dem war es voll egal wieviele Fotos ich gemacht habe. Er war aber schon am Leben, ich sah in atmen.

Ich habe mich dort eine ziemliche Weile aufgehalten und trotzdem sah ich ständig neue Sorten. Selbst einen Kofferfisch konnte ich von vorne erwischen.

Nach zwei Stunden Schnorcheln ließ ich es dann gut sein, die Sonne stand auch schon tief und das Licht wurde noch schlechter. Einen Schnorchelgang hatte ich noch am Abreisetag, ich war gespannt, was sich da noch zeigte.

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