Es war an der Zeit Cairns zu verlassen und die Reise nach Süden zu beginnen. Das war nun die dritte Nacht auf dem netten Campingplatz, aber es war ein neuer Nachbar, der ziemlich homeless aussah und auch wirklich viel Lärm gemacht hat. Das ist nicht nur uns aufgefallen, das ist auch den anderen Nachbarn aufgefallen, die früh raus sind und sich auch nicht so leise benahmen. Der Typ ist rausgehüpft und meinte, das muß doch auch leiser gehen und sie haben nur gemeint: Nicht leiser als er gestern am Abend war.
Einmal mehr ist uns aufgefallen, wie klein Australien im Verhältnis zur USA ist. Daher gingen sich heute gleich 4 Sachen aus und dabei hatten wir keinen Stress. Zunächst sind wir aus Cairns raus gefahren. Da gibt es eine Umfahrungsstraße, die hat 3 lanes pro Richtung. Autobahn ist es trotzdem keine, denn Kreuzungen haben normale Ampeln. Trotzdem ist es die A1.

Das hält eh nicht lange und die A1 sieht wie eine kleine Landstraße bei uns aus.

Unser erstes Ziel war auch schon in einer Stunde erreicht, die Babinda Boulders. Das ist ähnlich wie die Crystal Falls ein kleiner Fluß, der über Steine fließt und damit zum Schwimmen geeignet ist. No crocs.

Man kann den Fluß ein wenig entlang gehen, um die gefährlicheren Stellen zu sehen. Heißt Devils Pool und darf auf keinen Fall erschwommen werden, da da Unterwasserhöhlen sind, in die man gespült wird und da ertrinken die Leute haufenweise.

Das ganze Gebiet ist Ureinwohnergebiet und die Geschichte zu dem Pool ist seit Urzeiten überliefert. In Kurzfassung ist es ein wenig Romeo und Julia, nur in australisch. Das Gebiet gehört den Wanyurr. Irgendwann kam ein anderer Stamm zu besuch und da war der junge und hübsche Dyga dabei. Der hat sich in die sehr junge Frau des Stammesältesten (ja, das muß man nicht kommentieren) Oolana verliebt. Beide sind getürmt und haben am Devils Pool campiert. Sie wurden dort erwischt, Mann ging zurück zu seinem Stamm, Frau hat sich dort ertränkt. Steine kamen aus der Erde und seitdem ertrinken in dem Wasser Männer, weil Oolana nach ihrem Dyga ruft. Auf der Opferliste stehen btw aber auch Frauen. Warum die sich rufen ließen will ich nicht erklären müssen.

Der Weg entlang des Flüsschens ist jedenfalls wieder ein genialer Boardwalk, den nicht mal Disney in Typhoon Lagune so zaubern konnte.
In Babinda trauten wir unseren Augen nicht, da steht doch tatsächlich ein Spar. Später haben wir noch mehr gesehen!

Weiter über den Highway A1 ging es in den Süden. Hier bauen sie vorallem Zuckerrohr an (dafür überall die Minieisenbahnen) und Bananen. Die kann man in SelfService Standln auch kaufen. 1.8€ das Kilo, völlig reif und unendlich gut. Wir sichen schon nach mehr.

Josephine Falls ist ebenfalls ein Flüsschen mit Badecharakter, nur sind hier die Steine flach und man kann runter rutschen. Der Weg dorthin ist gleich mal 700m durch den Urwald und wieder ist der Weg alleine den Besuch wert. Wobei die Wasserfälle auch genial sind und Typhoon Lagune wieder nicht mitkommt.

Auch hier kann man zu den höheren Bereichen mit einem Weg vordringen.

Am oberen Becken ist dann Schluß und sie erklären wieder mit der Liste an Toten, warum man da nicht mehr weiter gehen soll.

Josephine Falls ist Teil des Woonoorooran NP. Unser nächster Stopp war der Mamu Tropical Skywalk.

Wie wir hinfahren fragen wir uns schon, wie man da einen Treetop Walk machen will, wenn es völlig eben und kaum bewaldet ist. Dort angekommen sehen wir den Eintrittspreis und die Karte, die quasi einen Weg um drei Bäume mit einem kleinen Aussichtsturm zeigt. Fool me once…. Also haben wir umgedreht und sind zum gratis Lookout 500m weiter gefahren. Da kann man tatsächlich in eine Schlucht schauen.

Unser im NP gebuchter Campingplatz war nur 5km weiter. Also wollten wir mal hinsehen und dann klären, was wir noch weiter tun könnten. Im NP sollte es noch nette Wasserfälle geben. Das hat sich aber alles sehr schnell erledigt, denn wir wissen jetzt was March-Flies sind. März ist zwar schon vorbei, aber jetzt im Oktober ist Laichzeit. Und fürs Laichen brauchen sie Blut. Uns sind zwei Wanderer entgegengekommen, die ohnehin lang angezogen waren und Netzhut aufhatten. Wie wir gelesen haben, ist auch das sinnlos, weil die Biester beißen durch Jeans locker durch. Wir haben daher unseren Campingplatz sausen lassen (zum Glück nur Reservierungs-Fee), weil dort hätten wir das RV nicht verlassen können. Also zurück auf die A1 und im nächsten Städtchen beim BK mit WiFi nach Alternativen geschaut.

So kamen wir auf den Campingplatz in Tully. Soll schön und nett sein und hat powered sites. Da muß ich auch sagen, haben wir offenbar völlig andere Vorstellungen als Aussies. Hier ließt man schon schlechte Bewertungen von Campingplätzen, die für eine Nacht in Top-Lage mit RV full-hookup A$60 (=36€) verlangen. Da geht in den USA ja absolut nix. Unter 100$ brauchst sowas dort nicht zu suchen, selbst die Stateparks kosten da mehr. Wenn wir mit powered site (=full hookup) 24€ zahlen halten wir das für so billig wie noch nie, da bekommen wir in den USA keinen Zeltplatz mit Strom. Ist hier aber schon ein gehobener Platz. Jedenfalls sitzen wir heute in einem Park fast alleine und zahlen 24€.

Spannend ist nur das Vogelgeschrei, denn überall fliegen Kakdus und papageienartige Vögel in ganzen Scharen umher und schreien sich an. Cooler geht’s nicht!
Wir sind dann zum letzten Punkt des Tages gefahren, Mission Beach. Auch so ein Muß-Halt an der Küste, ein wenig vom Highway abgelegen. Die Strecke dahin führt wieder durch Cassowary Gebiet, man soll daher vorsichtig fahren. Und siehe da, wir hatten Glück und es stand tatsächlich ein wilder Cassowary am Straßenrand.

Der Strand ist tatsächlich unglaublich schön, aber nie vergessen: only looki looki, kein touchy. Wieder Croc Gebiet und im Wasser Quallen. Daher sind am Strand auch überall Essigflaschen für den Quallenberührungsfall als Notfallsmaßnahme vorhanden.

Man kann noch mit dem Auto auf die Spitze rausfahren und hat nicht nur die Boats-Ramp sondern auch einen lookout.

Den Abend verbrachten wir bei Vogelgeschrei am wirklich schönen RV park. Mit selbstgebratenen Burgern: Ich Lamb, Astrid Beef.