Eine große, senkrecht verlaufende Tropfsteinformation mit strukturierter Oberfläche steht im warmen Licht einer Höhle, umgeben von hängenden Formationen

Mammoth Cave NP und Bucees

Da das Wetter in der Gegend auf die regnerische Seite umschlagen soll, wir aber wirklich gerne falls creek falls SP bei Sonne sehen wollen, haben wir ein Überbrückungsprogramm gefunden. Beginnend mit Mammoth Cave NP.

Es hat schon in der Nacht geregnet und auch in der Früh war es nicht wirklich sonnig. Daher war unser RV einmal mehr eine gute Wahl, weil da war uns der nächtliche Regen vollkommen egal und wir hatten auch keine Sorgen für die kommende angeblich sehr nasse Nacht. Also auf der kürzesten Route durch den Wald zum NP.

Die asphaltierte Straße mit gelber Mitte führt durch trockene Wiesen unter einem bewölkten Himmel, links stehen Bäume vor einem kleinen Gebäude Eine asphaltierte Straße mit zwei gelben Linien windet sich durch einen dichten Wald aus grünen Bäumen und vereinzelten orangefarbenen Blättern Eine asphaltierte Straße führt durch einen dichten Wald. Die Bäume stehen dicht am Wegesrand, ihr Laub ist grün. Die unbefahrene Straße windet sich in die Ferne

Damit sind wir quasi auf der gleichen Route wie 2019 und 2007 unterwegs gewesen. Überall findet man die Warnschilder der Amish-Buggies. Mit dem RV ist die kleine Waldstraße noch um einen Tick spannender. Vorallem wenn sich eine männliche Eastern Box Turtle vor das RV wirft. Wir haben gestoppt und ihn gerettet.

Eine Scheitelschildkröte mit einem schwarzbraunen Panzer, der deutlich gelbe Muster aufweist, kriecht über eine graue asphaltierte Oberfläche

Hätte die Sonne geschienen, hätten wir die ersten Bäume in gelber Farbenpracht würdigen können.

Eine asphaltierte Straße schlängelt sich durch einen grünen Wald, an dessen Rand vereinzelte Blätter liegen, während der Weg sich leicht nach rechts wendet Eine asphaltierte Straße schlängelt sich in die Ferne, links gesäumt von Bäumen im goldenen Herbstlaub und rechts von dichtem, dunklem Grün

Auch dieses mal hilft es nix den NP-Paß gekauft zu haben, der NP ist gratis und alle Führungen muß man zahlen, auch die einfache self-guided. Also sind wir auf die self-guided Tour gegangen. Weil es aber gerade zu Schütten begonnen hat und man ein Stück zu Fuß zum historischen Höhleneingang gehen muß, haben wir mit einem Starbucks den Schauer abgewartet und sind erst wie es nachgelassen hat zur Höhle gegangen.

Eine dunkelrote Kutsche mit großen gelben Rädern steht im Museum. Der Schriftzug „MAMMOTH CAVE STAGE LINES“ ist an der Front zu sehen, seitlich hängen schwarze Beutel

Kaum die Nase rausgesteckt, schon hat es wieder angefangen. Da man keinen Rucksack oder Regenschirme mit in die Höhle mitnehmen darf, wurden wir einfach naß. Am Eingang angekommen wunderten wir über die seltsame Konstruktion.

Eine Gruppe von Menschen mit Regenschirmen steigt eine Treppe hinab zu einem großen, dunklen Höhleneingang in einer Felswand, umgeben von Grün und Bäumen

Es zeigte sich, daß sie gerade größere Renovierungsarbeiten haben und daher die Höhlenrunde drastisch gekürzt ist. Die Holzbahn ist für den Transport von Schutt und man möge da nicht draufsteigen.

Eine beleuchtete Höhle mit rauer Felsdecke. Ein Weg mit Geländer und Holzboden führt hindurch, im Vordergrund steht ein roter Verkehrskegel

Bald kommt man zu Ausgrabungen. Man erfährt, daß schon Ureinwohner vor 4000-5000 Jahren bis zu 30km in die Höhle vorgedrungen sind, mit primitivster Ausrüstung. Und man sieht wo sie Fledermauskacke im 19. Jhdt. abgebaut haben um Schießpulver herzustellen.

Eine weiträumige Höhle mit hoher, gewölbter Felsdecke und unebenem Boden. Ein Weg mit Metallgeländer führt hindurch, während zwei Personen zu sehen sind Eine beleuchtete Höhle mit rauen Felswänden. Eine Treppe führt hinab zu einer Person auf einer Plattform. Rechts liegen alte Schienen und Wagen auf dem felsigen Boden Ein Stollen mit rauen Felswänden und rissiger Decke. Der Boden ist mit lose liegendem Gestein bedeckt, während links ein Förderband in die Tiefe führt

Im Gegensatz zu allen vorherigen Besuchen hat sich zwar nicht die Beleuchtung verbessert, aber die Kameras wurden deutlich besser. Daher im folgenden gar nicht schlechte Fotos, die zum Großteil in Hektik in der Gruppe geschossen wurden. Gruppe? Ja, ich war von der sehr kurzen self-guided Tour echt enttäuscht und bin rasch zum Visitor Center zurück gegangen, um noch die geführte 12:45 Tour zu erwischen. Da sind wir  nicht mehr bei den $14 wie 2007 beschrieben, da sind wir jetzt bei $30.

Ein beleuchteter Gang führt durch eine Höhle. Die Decke und die Wände zeigen deutlich geschichtetes Gestein. Im Hintergrund erkennt man weitere Besucher Aus der dunklen Felsformation führen eine lange Treppe und eine schmale Schiene ins helle Tageslicht, wobei im Vordergrund links ein Metallgeländer entlangführt

Ganz generell ist der historische Eingang ‘ganz lustig’, aber es ist doch als Repräsentation der längsten Höhle der Welt echt schwach. Wer es echt brutal will, bucht die geführte Historic Tour. Selber Umfang nur redet ein Ranger auf einen ein.

Also auf zur Domes and Dripstone Tour. Der Ranger war wenigstens auf der unterhaltsamen Seite. Er muß die Leute vor den Gefahren warnen. Also meinte er: Da unten gibt es einige Stellen da muß man sich bücken oder strecken, da muß sogar er den Rangerhut abnehmen. Wer Höhenangst hat, soll nicht in die Pits schauen und wer Angst vor Höhlen hat, ja… dem kann er auch nicht helfen. Er hat nur mehrmals mitgeteilt, das ist eine Einbahntour: Wenn die Eingangstüre geschlossen wird, muß man bis zum Ende gehen, Rettungsaktionen dauern mehrere Stunden. Und damit saßen wir im Bus zu einem moderneren Eingang, der 1921 gebaut wurde. Und da beginnt die spannende Geschichte, wem gehört was. Im 19. Jahrhundert wollte man als Europäer in den USA zwei Dinge sehen: Die Niagara Fälle und Mammoth Cave. Dabei wußte man damals noch nicht, daß es die weltweit längste Höhle ist und es gab da auch nicht viel zu sehen; es war eine schmucklose aber wirklich lange Kalksteinhöhle. Trotzdem quasi ein Weltwunder. George Morrison kam in den 1920er Jahren in die Gegend um Bodenschätze zu finden. War dort halt nix. Er bemerkte als Geschäftsmann, daß aber Höhlen gut verkaufbar sind. Viele andere hatten auch ihre Höhlen und Reisende wurden gerne ‘abgebogen’, weil Mammoth Cave angeblich geschlossen hätte, aber ihre Höhle ist eh besser… Morrison dachte aber anders: Wenn die Höhle so lange ist, dann kann man doch einen anderen Eingang finden/bauen und mit der Originalhöhle Geschäft machen. Er drang also in die Mammoth Cave ein, schaute wohin die so geht (wurde btw erwischt, rausgeworfen und mit Hausverbot belegt) und kaufte die Grundstücke in der Gegend. Weil in den USA gehört einem Landbesitzer alles was auch unter seinem Land liegt. Er fand tatsächlich einen weiteren Eingang UND der hatte sogar hübsche Felsformationen. Damit gingen die Streitereien so richtig los. Wer hat welche Formation mit welchem Namen, darf er sich auch Mammoth Cave nennen, … es begann der Kentucky Cave War. Grundstücksstreitereien und Anwälte. Die große Wirtschaftskrise hat dem dann ein Ende gemacht, der Staat hat alles aufgekauft und es war geklärt.

Die Tour beginnt mit Domes. Da geht es über 300 Stufen ziemlich runter.

Eine enge Felsformation mit hohen, waagerecht geschichteten Wänden, die durch warmes Licht beleuchtet werden. Der ebene Boden führt in die Tiefe der Schlucht Eine lange Treppe führt in eine unterirdische Passage, umgeben von rauen Felswänden, die durch warmes, gelbes Licht angestrahlt werden Ein Metallsteg führt durch einen engen Höhlengang mit rauen Felswänden, die durch warmes Kunstlicht in gelb-orange Farbtönen erhellt werden Eine beleuchtete Felswand in einer Höhle zeigt deutliche Schichten und eine raue, zerklüftete Oberfläche in warmen Braun- und Beigetönen Vertikale Felsstrukturen mit deutlichen horizontalen Schichten und Rillen, die durch warmes Licht in gelblichen und braunen Farbtönen beleuchtet werden

Domes sind die zum Teil extrem hohen Abgründe, wo schnell fließendes Wasser quasi ein Rohr ausgeschwemmt haben. Da hat Morrison und seine Leute mit Leitern und Treppen den neuen Eingang geschaffen.

Eine Metalltreppe mit seitlichem Geländer führt in eine tiefe, felsige Öffnung, deren Wände von warmem gelbem Licht angestrahlt werden Eine Treppe mit Metallgeländer führt hinab in eine Höhle. Warmes Licht beleuchtet die rauen Felswände und die verschiedenen Gesteinsschichten Ein Metallsteg führt durch einen gewölbten Höhlengang mit braunen Felswänden, der sich zu einer helleren Öffnung im Hintergrund erstreckt

Nach dem Abstieg kommt man in die Central Station, also auf einen Kreuzungspunkt, wo die Mammoth Cave quasi ‘durchkommt’. Wie der Ranger schon meinte, sie haben die Tour so benannt, wie es ist. Zuerst die Domes, dann das ‘and’; der waagrechte Teil, der zu den Dripstones führt.

Touristen steigen eine Treppe mit Geländer hinauf, die durch den Innenraum einer großen, felsigen Höhle führt, deren Decke und Wände beleuchtet sind Ein Metallsteg mit Treppe und Geländer führt durch eine Höhle mit geschichteten Felswänden. Menschen gehen unter der beleuchteten Felsdecke hindurch Eine Gruppe von Menschen bewegt sich auf einem begehbaren Weg mit Metallgeländern und Treppen durch eine künstlich beleuchtete Höhle mit markanten Felswänden

Wie man sieht, der Weg ist klar erkennbar und man kann sich heute nicht verlaufen. Der Ranger meinte daher auch: Wenn jemand fragt, ist das der Weg, ist die Antwort meistens, nein, da unten ist man falsch. Nach einer guten Stunde ist man dann durch den Weg durch und man ist bei den Dripstones. Im Prinzip ist Mammoth Cave deswegen die längste Höhle, weil sie trocken ist und daher keine Formationen hat. Eine Sandsteinschicht über der Höhle sorgt dafür. Nur an dem Ende gibt es Formationen, dafür gleich echt coole. Und das haben wir dem Stursinn des Herrn Morrison zu verdanken. Die Gegend ist als frozen Niagra Falls bekannt.

Warm beleuchtete Höhle mit Tropfsteinen und felsigen Wänden, in die fest installierte Gehwege mit Handläufen für Besucher als Laufsteg integriert sind In einer Höhle hängen Tropfsteine von der Decke. Beleuchtete Felswände umgeben Metallwege, unten steigen zwei Personen eine Treppe hinab Eine massive Tropfsteinformation aus gelb-braunem Gestein füllt das Bild. Die Oberfläche ist von zahlreichen vertikalen, säulenartigen Erhebungen geprägt Warm beleuchtete Tropfsteinhöhle mit zahlreichen hängenden Tropfsteinen an der Decke und zerklüfteten Formationen auf dem felsigen Boden

Da kann man optional 48 weitere Stufen runtergehen, die 48 rauf sind dann aber mandatory. Von unten sieht man noch viel mehr Drapery und die Fälle in neuen Sichtweisen.

Warmes Licht beleuchtet die komplexe Struktur von Tropfsteinen in einer Höhle. Von der Decke hängende und vom Boden aufragende Kalkgebilde dominieren das Bild Die Aufnahme zeigt eine beleuchtete Höhlenkammer mit vielen hängenden und stehenden Kalkformationen, die durch warmes Licht in Orange- und Gelbtönen leuchten Gelb beleuchtete Tropfsteinformationen in einer Höhle. Dichte Kalkstrukturen hängen von der Decke und leuchten warm im dunklen Fels

Hätte Morrison nur gewußt, daß er die Leute nicht so lange durch die Höhle schicken muß, um die Formation zu sehen. Wenn man heute die Niagra Falls Tour bucht, kommt man bei einem weiteren Eingang herein, geht nur wenige Meter und landet schon beim Überblick der Falls.

Eine große, senkrecht verlaufende Tropfsteinformation mit strukturierter Oberfläche steht im warmen Licht einer Höhle, umgeben von hängenden Formationen Warm beleuchtete Höhle mit zahlreichen von der Decke hängenden Felszungen und Säulen, die von Besuchern auf einem Weg mit Geländer besichtigt werden Auf einem Metallsteg stehen Besucher in einer Höhle. Die Wände und Decke sind von steinigen Strukturen bedeckt, die von unten gelblich angestrahlt werden Warmes Licht beleuchtet die Decke einer Höhle, die mit zahlreichen hängenden Felsstrukturen und Tropfsteinen bedeckt ist. Die Oberflächen wirken rau und uneben

Da aber aktuell die Touren nicht so gut gebucht sind, haben sie die eh gestrichen; sollen die Leute die längere und deutlich schönere Tour nehmen. Am Weg zum nahen Ausgang sieht man noch ein paar Tropfsteine und einige Höhleninsekten. Fun fact: Wenn den Tieren das Essen ausgeht, essen sie ihre eigenen Sprungfüße, die sie in der Höhle eh nicht brauchen.

Viele gelblich-braune Höhlenformationen hängen von der Decke und ragen vom Boden auf, beleuchtet mit warmem Licht, das die rauhe, schichtige Struktur hervorhebt Viele Spinnen mit sehr langen Beinen krabbeln dicht gedrängt auf einer rauen Felswand, die mittig hell beleuchtet ist und zu den Rändern hin dunkler wird

Wir kamen um knapp vor 15 Uhr zum Visitor Center und Astrid, die das Frühstück ausgelassen hat, war am verhungern. Also sind wir direkt bei schüttendem Regen zu Buc-ees gefahren und haben uns dort mit Essen eingedeckt. Ich habe den für mich neuen Texas Cheesesteak Borrito gekostet. Ebenfalls traumhaft gut. Weniger gut stelle ich mir diese ‘Delikatesse’ vor: kandierte saure Gurken.

Zwei rosa-gelbe Verpackungen für Candied Flavored Pickle Chips stehen nebeneinander. Ein Logo mit Eichhörnchen und Abbildungen von Scheiben sind darauf zu sehen

Und wer es nicht glauben kann, da gibt es how-to-make Videos dazu:

Nach ein wenig shoppen  bei Target und Hobby Lobby kamen wir gerade zum Sonnenuntergang bei unserem zweiten KOA der Runde in Bowling Green an; der angeblich nette SP im süden, liegt doch zu weit von der Strecke und da es weiter in der Nacht regnen sollte, war eine schöne Aussicht im SP auch nichts wert. Bei KOA muß man aktuell scheinbar genau schauen. Früher gab es klare Preiskategorien wie ohne Strom, nur Strom, full hookup. Aktuell gibt es da jede Menge Zwischenstufen und man kann z.B. in Bowling Green RV Standplätze zwischen $46 und $109 haben. Der billige ist aber auch nicht so schlecht.

Ein weißer Wohnwagen parkt rechts neben einem Holztisch auf einer Wiese, dahinter stehen Bäume und ein kleines Holzhaus mit grünem Dach