Da das Wetter in der Gegend auf die regnerische Seite umschlagen soll, wir aber wirklich gerne falls creek falls SP bei Sonne sehen wollen, haben wir ein Überbrückungsprogramm gefunden. Beginnend mit Mammoth Cave NP.
Es hat schon in der Nacht geregnet und auch in der Früh war es nicht wirklich sonnig. Daher war unser RV einmal mehr eine gute Wahl, weil da war uns der nächtliche Regen vollkommen egal und wir hatten auch keine Sorgen für die kommende angeblich sehr nasse Nacht. Also auf der kürzesten Route durch den Wald zum NP.

Damit sind wir quasi auf der gleichen Route wie 2019 und 2007 unterwegs gewesen. Überall findet man die Warnschilder der Amish-Buggies. Mit dem RV ist die kleine Waldstraße noch um einen Tick spannender. Vorallem wenn sich eine männliche Eastern Box Turtle vor das RV wirft. Wir haben gestoppt und ihn gerettet.

Hätte die Sonne geschienen, hätten wir die ersten Bäume in gelber Farbenpracht würdigen können.

Auch dieses mal hilft es nix den NP-Paß gekauft zu haben, der NP ist gratis und alle Führungen muß man zahlen, auch die einfache self-guided. Also sind wir auf die self-guided Tour gegangen. Weil es aber gerade zu Schütten begonnen hat und man ein Stück zu Fuß zum historischen Höhleneingang gehen muß, haben wir mit einem Starbucks den Schauer abgewartet und sind erst wie es nachgelassen hat zur Höhle gegangen.

Kaum die Nase rausgesteckt, schon hat es wieder angefangen. Da man keinen Rucksack oder Regenschirme mit in die Höhle mitnehmen darf, wurden wir einfach naß. Am Eingang angekommen wunderten wir über die seltsame Konstruktion.

Es zeigte sich, daß sie gerade größere Renovierungsarbeiten haben und daher die Höhlenrunde drastisch gekürzt ist. Die Holzbahn ist für den Transport von Schutt und man möge da nicht draufsteigen.

Bald kommt man zu Ausgrabungen. Man erfährt, daß schon Ureinwohner vor 4000-5000 Jahren bis zu 30km in die Höhle vorgedrungen sind, mit primitivster Ausrüstung. Und man sieht wo sie Fledermauskacke im 19. Jhdt. abgebaut haben um Schießpulver herzustellen.

Im Gegensatz zu allen vorherigen Besuchen hat sich zwar nicht die Beleuchtung verbessert, aber die Kameras wurden deutlich besser. Daher im folgenden gar nicht schlechte Fotos, die zum Großteil in Hektik in der Gruppe geschossen wurden. Gruppe? Ja, ich war von der sehr kurzen self-guided Tour echt enttäuscht und bin rasch zum Visitor Center zurück gegangen, um noch die geführte 12:45 Tour zu erwischen. Da sind wir nicht mehr bei den $14 wie 2007 beschrieben, da sind wir jetzt bei $30.

Ganz generell ist der historische Eingang ‘ganz lustig’, aber es ist doch als Repräsentation der längsten Höhle der Welt echt schwach. Wer es echt brutal will, bucht die geführte Historic Tour. Selber Umfang nur redet ein Ranger auf einen ein.
Also auf zur Domes and Dripstone Tour. Der Ranger war wenigstens auf der unterhaltsamen Seite. Er muß die Leute vor den Gefahren warnen. Also meinte er: Da unten gibt es einige Stellen da muß man sich bücken oder strecken, da muß sogar er den Rangerhut abnehmen. Wer Höhenangst hat, soll nicht in die Pits schauen und wer Angst vor Höhlen hat, ja… dem kann er auch nicht helfen. Er hat nur mehrmals mitgeteilt, das ist eine Einbahntour: Wenn die Eingangstüre geschlossen wird, muß man bis zum Ende gehen, Rettungsaktionen dauern mehrere Stunden. Und damit saßen wir im Bus zu einem moderneren Eingang, der 1921 gebaut wurde. Und da beginnt die spannende Geschichte, wem gehört was. Im 19. Jahrhundert wollte man als Europäer in den USA zwei Dinge sehen: Die Niagara Fälle und Mammoth Cave. Dabei wußte man damals noch nicht, daß es die weltweit längste Höhle ist und es gab da auch nicht viel zu sehen; es war eine schmucklose aber wirklich lange Kalksteinhöhle. Trotzdem quasi ein Weltwunder. George Morrison kam in den 1920er Jahren in die Gegend um Bodenschätze zu finden. War dort halt nix. Er bemerkte als Geschäftsmann, daß aber Höhlen gut verkaufbar sind. Viele andere hatten auch ihre Höhlen und Reisende wurden gerne ‘abgebogen’, weil Mammoth Cave angeblich geschlossen hätte, aber ihre Höhle ist eh besser… Morrison dachte aber anders: Wenn die Höhle so lange ist, dann kann man doch einen anderen Eingang finden/bauen und mit der Originalhöhle Geschäft machen. Er drang also in die Mammoth Cave ein, schaute wohin die so geht (wurde btw erwischt, rausgeworfen und mit Hausverbot belegt) und kaufte die Grundstücke in der Gegend. Weil in den USA gehört einem Landbesitzer alles was auch unter seinem Land liegt. Er fand tatsächlich einen weiteren Eingang UND der hatte sogar hübsche Felsformationen. Damit gingen die Streitereien so richtig los. Wer hat welche Formation mit welchem Namen, darf er sich auch Mammoth Cave nennen, … es begann der Kentucky Cave War. Grundstücksstreitereien und Anwälte. Die große Wirtschaftskrise hat dem dann ein Ende gemacht, der Staat hat alles aufgekauft und es war geklärt.
Die Tour beginnt mit Domes. Da geht es über 300 Stufen ziemlich runter.

Domes sind die zum Teil extrem hohen Abgründe, wo schnell fließendes Wasser quasi ein Rohr ausgeschwemmt haben. Da hat Morrison und seine Leute mit Leitern und Treppen den neuen Eingang geschaffen.

Nach dem Abstieg kommt man in die Central Station, also auf einen Kreuzungspunkt, wo die Mammoth Cave quasi ‘durchkommt’. Wie der Ranger schon meinte, sie haben die Tour so benannt, wie es ist. Zuerst die Domes, dann das ‘and’; der waagrechte Teil, der zu den Dripstones führt.

Wie man sieht, der Weg ist klar erkennbar und man kann sich heute nicht verlaufen. Der Ranger meinte daher auch: Wenn jemand fragt, ist das der Weg, ist die Antwort meistens, nein, da unten ist man falsch. Nach einer guten Stunde ist man dann durch den Weg durch und man ist bei den Dripstones. Im Prinzip ist Mammoth Cave deswegen die längste Höhle, weil sie trocken ist und daher keine Formationen hat. Eine Sandsteinschicht über der Höhle sorgt dafür. Nur an dem Ende gibt es Formationen, dafür gleich echt coole. Und das haben wir dem Stursinn des Herrn Morrison zu verdanken. Die Gegend ist als frozen Niagra Falls bekannt.

Da kann man optional 48 weitere Stufen runtergehen, die 48 rauf sind dann aber mandatory. Von unten sieht man noch viel mehr Drapery und die Fälle in neuen Sichtweisen.

Hätte Morrison nur gewußt, daß er die Leute nicht so lange durch die Höhle schicken muß, um die Formation zu sehen. Wenn man heute die Niagra Falls Tour bucht, kommt man bei einem weiteren Eingang herein, geht nur wenige Meter und landet schon beim Überblick der Falls.

Da aber aktuell die Touren nicht so gut gebucht sind, haben sie die eh gestrichen; sollen die Leute die längere und deutlich schönere Tour nehmen. Am Weg zum nahen Ausgang sieht man noch ein paar Tropfsteine und einige Höhleninsekten. Fun fact: Wenn den Tieren das Essen ausgeht, essen sie ihre eigenen Sprungfüße, die sie in der Höhle eh nicht brauchen.

Wir kamen um knapp vor 15 Uhr zum Visitor Center und Astrid, die das Frühstück ausgelassen hat, war am verhungern. Also sind wir direkt bei schüttendem Regen zu Buc-ees gefahren und haben uns dort mit Essen eingedeckt. Ich habe den für mich neuen Texas Cheesesteak Borrito gekostet. Ebenfalls traumhaft gut. Weniger gut stelle ich mir diese ‘Delikatesse’ vor: kandierte saure Gurken.

Und wer es nicht glauben kann, da gibt es how-to-make Videos dazu:
Nach ein wenig shoppen bei Target und Hobby Lobby kamen wir gerade zum Sonnenuntergang bei unserem zweiten KOA der Runde in Bowling Green an; der angeblich nette SP im süden, liegt doch zu weit von der Strecke und da es weiter in der Nacht regnen sollte, war eine schöne Aussicht im SP auch nichts wert. Bei KOA muß man aktuell scheinbar genau schauen. Früher gab es klare Preiskategorien wie ohne Strom, nur Strom, full hookup. Aktuell gibt es da jede Menge Zwischenstufen und man kann z.B. in Bowling Green RV Standplätze zwischen $46 und $109 haben. Der billige ist aber auch nicht so schlecht.
