Mammoth Cave NP

Gleich nach dem Frühstück ging es zur Mammoth Cave. Der Eintritt in den NP ist gratis (was mir wurscht ist, da ich immer noch den NP Pass habe), die Führungen müssen gekauft werden (auch mit Paß). Zwischen 10 und 15$ gibt es die normalen Führungen, nur die 4-8 stündigen sind teurer. Aber so lange will ich da eh nicht rumschlurfen.
Also nichts wie rein in die ‚New Entrance‘ Führung. Gleich nach der Türe finden sich seltsame Heuschrecken. Wer nicht viel sieht, braucht wohl längere Fühler, so wie der Typ auf meinem Bild.
Der neue Eingang hat eine nette Geschichte. Ende des 19 Jhdt. wurde die Cave entdeckt und ein reicher Typ hat das Gelände gekauft. In Kentucky gilt das Recht (und das ist in diesem Fall wichtig), daß der Besitzer eines Grundstückes auch alles darunter besitzt. Der reiche Typ hat angefangen die Höhle zu vermarkten. Gleichzeitig hat er sich einen anderen Typen engagiert, der was von Höhlen versteht (damals einen Mienentechniker). So wurde die Höhle vermessen und zugänglich gemacht. Der Vermessungsplan war jedoch streng geheim, denn zwei Dinge fielen bald auf: Die erforschte Höhle war noch viel kleiner als sie beworben wurde und es schien so, als ob die Höhle unter Fremdgrundstücken weiterging. Also nicht lange reden, trotzdem die Höhle vermarkten.
Der Mienentechniker hat aber seine Arbeit sehr gründlich gemacht. Er hat viel vermessen und ist drauf gekommen, daß ein hübscher Abschnitt unter Land verläuft, das gerade verkauft wird. Also hat er selbst das Land gekauft, hat ein kleines Loch gesprengt und baute einen zweiten Eingang. Der war zwar steil, aber mit einer geeigneten Holztreppe gut brauchbar. Und das beste an allem: Der Eingang lang um einiges näher an der Straße als der natürliche. So machte sich der Typ selbständig und der reiche aber ahnungslose Besitzer des natürlichen Einganges hatte Pech.
Nach dem großen Börsenkrach war es jedoch bald Schluß mit den vielen reichen Touristen und das NPS konnte das ganze Gebiet günstig kaufen. So kann es einem gehen.
Im folgenden Bild steigen wir gerade die nun in Edelstahl ausgeführten Treppen des ’neuen Einganges‘ hinunter. Ungefähr 7 Stockwerke und die Durchgänge sind ziemlich eng. Aber wenn die Dame vor mir durchpaßt, passen wohl alle durch. 🙂

Die Höhle selbst ist keine Tropfsteinhöhle. Eine Sandsteinschicht über der Kalksteinschicht macht die Höhle dicht und trocken. Und wo nix tropft, da keine Tropfsteinhöhle. Dafür ist die Mammoth Cave die längste erforschte Höhle der Welt. Selbst – so sagte man mir hier – wenn man die 2. und 3. größte Höhle zusammenfügen würde, ist die Mammoth-Cave länger. 367mi sind aktuell erforscht und es werden ständig mehr. Dafür ist sie halt nicht so dekorativ; man wandert eine gute Stunde in Höhlen mit Geröll, wie im folgenden Bild halt.

Erst kurz vor einem weiteren gesprengten Ausgang kommt ein Raum mit Dekorationen. Und genau wegen diesem Raum, wurde ein noch neuerer Eingang (vom selben Mienentechniker) gesprengt. Denn früher mußten die Leute 7 Stockwerke runter, 1 Stunde zu Fuß durch die Höhle, 1 Stunde zurück und dann 7 Stockwerke wieder rauf. Und das mit Gegenverkehr. Also ein kleiner Gang von kaum 20m gesprengt und schon war alles einfacher (und nahezu stufenfrei). Im folgenden Bild sehen wir das Topstück der Höhle, den Frozen Niagara Fall:

Außerhalb der Höhle kann man noch einiges (vorallem im Sommer) machen. Z.B. Kanu fahren am Green River. Um über den Green River zu kommen, gibt es eine winzige Fähre, die halb so lange wie der Fluß breit ist. Warum da keine Brücke steht, weiß ich auch nicht, aber die Minifähre sieht cool aus. Vorallem der Antrieb, ein einseitiges Paddelrad (im Bild links Mitte)!
Auf der Heimfahrt haben wir eine winzig kleine Straße genommen, auf der sich so einiges Seltsames abspielt. Gleich zu Beginn treiben sich da wilde Gobbelgobbels (Truthähne) rum. Habe ich so noch nicht gesehen:

Danach kam lange nix (außer Wald) und dann kleine Farmen. Dort waren wohl Amish am Werk, denn die Arbeit am Feld wurde mit Pferden erledigt und die Leute auf den Kutschen hatten lange Rauschebärte. Solche Kolonien gibt es scheinbar wirklich!
Am Campingplatz wurde wieder einmal der Griller angeworfen und bald wurde es finster (wir sind knapp vor einer weiteren Zeitzonengrenze und da geht die Sonne aktuell schon vor 19 Uhr unter). Und was raschelt da an meinem Zelt? Schon wieder eine Gespenstheuschrecke, aber eine ganz andere (nur kleiner war sie nicht). Seltsam ist bei der das Hinterteil:

Morgen geht es wieder zurück in den Süden nach Tennessee. Da werde ich in Lynchburg vorbeischauen. Und wer das 395 Seelen-Dörfchen nicht kennt, hier ein Hinweis: Jack Daniel’s!

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