Von Staunton, VA nach Fancy Gap, VA (Blue Ridge Pkwy Teil1)

Die nördlichsten Meilen des Blue Ridge Pkwys konnten über ein kurzes Stück Zufahrt schnell erreicht werden. Die Fahrt zum Campingplatz, der, weil es ein privater Platz ist, nicht am Pkwy liegen darf, war nur ein paar Yards lang. Somit haben wir es mit über 90% Pkwy-Strecke zu tun:


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Die Nacht war extrem ruhig, denn der Campingplatz liegt recht abseits, obwohl die Interstate nicht weit weg ist. Ein ruhiger kleiner Teich befindet sich in der Mitte, die einzelnen Plätze sind groß. Enten ujnd Gänse vagabundieren von Zelt zu Zelt um etwas abzustauben. Wer Brot übrig hat, ist am beliebtesten. Den Campingplatz kann ich weiterempfehlen:

Der Nordteil ist der einsamste Teil des Pkwy. Irgendwie schaffen es die meisten Touristen nur bis maximal ⅔ der Strecke vom Süden her kommend. Irgendwie seltsam, denn Washington – die Großstadt – liegt hier im Norden und ist vom Nordende des Pkwys nicht einmal 140 Meilen entfernt.

Am Rande der Straße sieht man einige Versionen von Zäunen, die ganz ohne eingegrabene Pfosten halten. Hier eine davon:

Die Gegend ist hügelig und sehr grün. Von sehr vielen kleinen Parkplätzen hat man eine wunderbare Aussicht:

Die Straße windet sich Hügel hinauf und wieder hinunter, dreht sich nach links und nach rechts. Man hat in jeder Minute andere Lichtverhältnisse, andere Bäume und andere Hügel. Das ist sicher nicht fad:

Bald erreicht man einen kleinen Stausee, der zu einem kleinen Spaziergang einlädt:

Der tiefste Punkt der Pkwy ist der James River. Früher waren hier Lastkähne unterwegs, aber bald machte die Eisenbahn Konkurrenz. Hochwasser zerstörte Dämme und Schleusen und der Bürgerkrieg gab den Kähnen den Rest. Heute kann man sich am James River eine restaurierte Schleuse ansehen, der Pkwy geht relativ hoch mit einer seltenen Betonbrücke über den Fluß hinweg und bietet eine hübsche Aussicht:

Das nächste Highlight ist der Otter Peak und das am Fuße des Berges befindliche Resort. Dort hat man früher seine Sommerfrische genossen. Heute finden sich dort ein paar kleine Zimmer zum Übernachten und ein recht großes Restaurant. Die hübsche Aussicht über den See auf den Berg ist bis heute geblieben:

Wir haben nicht in dem Restaurant gegessen, denn entlang des Pkwy gibt es wunderschöne Picknickplätze. An vielen Parkplätzen steht recht idyllisch ein Picknicktisch im Wald. So einen haben wir für einen kleinen Imbiss genutzt:

Ein Wahrzeichen des Pkwy sind die Brücken, Steinbrücken mit ovalem Loch:

Mabry Mill war lange Zeit eine voll betriebene Mühle. Heute ist dort ein weiteres Restaurant zu finden (was eigentlich am Pkwy eine Seltenheit ist), in dem man angeblich unbedingt frühstücken muß: Pancakes. Die Mühle ist noch erhalten und sieht mit dem Teich hübsch aus. Man kann dort auch superkitschige Postkarten kaufen, wo der ganze Wald rings um die Mühle in leuchtendem rot strahlt. Zu der Zeit will man aber wohl lieber nicht mehr im Zelt campen.

Neben der Mühle sind noch andere Gebäude und Gerätschaften zu besichtigen:

Die Verfärbungen sind dieses Jahr noch ein wenig zurückhaltender als zu meinem letzten Besuch. Das liegt offensichtlich daran, daß es einen besonders schönen und warmen Sommer gab und auch jetzt im September die Temperaturen sehr angenehm waren. Das mit den Frösten hatte noch ein wenig Zeit. Trotzdem zeigten ein paar Bäume, wie es sein könnte:

Immer wieder trifft man auf dem Pkwy auf Tunnel. Die sind i.A. sehr kurz und wirken oft, als ob sie nur zur Unterhaltung der Fahrer gemacht worden wären:

Häufig ist die Straße durch Wald oder einen Abgrund begrenzt. Selten aber doch sieht man ein wenig nach links oder rechts, weil eine Wiese an die Straße stößt.

Der Weg vom Pkwy zum Campingplatz in Fancy Gap ist extrem kurz, denn die Zufahrt zum Campingplatz geht noch auf der Abzweigung zum/vom Pkwy weg (beim letzten mal habe ich den Campingplatz ziemlich gesucht, denn eine Abzweigung auf der Rampe habe ich noch nie gesehen). Auch dieser Campingplatz ist ruhig und wirklich ländlich. Dieser ländliche Faktor hat auch unseren Essensplan umgeworfen, denn der Campingplatzbesitzer wollte uns unbedingt frische Eier verkaufen: Ein Duzend um 1$. Seine Hennen hätten gerade eine ziemliche Legephase und er wüßte nicht mehr wohin mit den Eiern. Wir ließen uns nicht zu sehr bitten und haben das Nachtmahl auf Breakfastsausage mit Spiegelei geändert. Die Eier waren wirklich die besten seit langem!

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