Canyon de Chelly NM

Der Plan hat vorgesehen, daß ich an dem Tag bis nach Holbrook hätte fahren sollen. Und wie der geübte Leser am hätte schon erkennen kann, es war einmal mehr nicht so. Ich kam nur bis zum Canyon de Chelly:


Größere Kartenansicht

Zunächst fährt man eine nette Straße gegen Süden, wo es schnell trockener und wüstiger wird. Trotzdem aber nicht unhübsch:

Bei Chinle – der inoffiziellen Hauptstadt der Navajo – zweigt man ab und ist bald im Canyon de Chelly NM. Dieses NM ist etwas Außergewöhnliches, denn es ist ein NM in Zusammenarbeit von NPS und Native Americans. Der ‘Indianeranteil’ hat Vor- und Nachteile, die ich gleich erläutern werde. Das Gute zuerst: Alles ist gratis, selbst der Campingplatz. Das Schlechte: Man darf nicht in den Canyon, außer man beschäftigt einen Führer und damit ist Regel Nummer 1 (alles ist gratis) auch schon umgangen.

Man darf für den Gratiseintritt am Nord- und am Südrim entlangfahren. Auf allen Parkplätzen finden sich Navajo (oder welche die sich dafür ausgeben, so genau kann ich das nicht sagen) und wollen Zeugs verkaufen. Die großen Schilder, daß Betteln und Verkaufen wie in jedem NM oder NP verboten sind, kümmern hier niemanden. Zusätzlich finden sich wenig vertrauensfördernde Hinweisschilder, man solle auf gar keinen Fall Wertgegenstände im Auto lassen.

Egal, ich war jedenfalls nur auf dem Südrim unterwegs, da ich letztes mal am Nordrim wenig Interessantes gesehen habe und sich das wohl nicht geändert hat. Außerdem wollte ich ja noch weiter nach Holbrook. Laßt also den Bericht der Panoramen beginnen (d.h. das Betrachten in Vollgröße wäre da schon wichtig):

Zunächst bin ich ans Ende des Südrims gefahren. Das hat leider länger gedauert als erwartet, da als Konjunkturförderung die Straße saniert wurde (also zu gut deutsch die Risse mit Teer verschmiert) und somit längere Wartezeiten zu ertragen waren. Der Spider Rock ist das Warten aber wert:

Nun zur Frage, was kann man sich vom Canyon de Chelly (btw, Chelly spricht man Tschei) erwarten (ohne einen Führer zu engagieren): Man kann in den Canyon blicken, der sehr schöne Gesteinsformationen zu bieten hat. Nebenbei findet sich so manches altes Gebäude. Und damit sind wir bei den Gebäuden:

Ok, das war mickrig, aber die sind schon ein wenig besser:

Der offizielle Grund warum man nicht ohne Führer in den Canyon darf ist, daß der Canyon immer noch bewohnt ist und man schlechte Erfahrungen mit Touristen gemacht hat, die den Einwohnern bis auf’s Klo nachgelaufen sind. In den breiteren Canyonteilen sieht man tatsächlich Traktoren beim Ackerbau. Hier in den schmäleren Teilen maximal ein Auto stehen:

Am Canyonrim zeigen sich immer wieder diese Eidechsen:

Der Canyon ist eine große Gabel, wobei die Zinken äußerst verbogen sind. Hier noch zwei Ansichten des Canyons:

Der einzige Punkt wo man ohne Führer runtergehen darf ist White House (netter Zufall). Das ist ein 2.5h Hatscher ins Tal und wieder zurück. Soviel Zeit hatte ich nicht, das alte Gebäude (eigentlich Gebäudekomplex) ist aber auch vom Rim hübsch:

Tja, und da die Wartezeiten der Baustellen beim Rückweg zum Eingang noch größer waren, wäre der Weg nach Holbrock nun schon sehr lange geworden. Wir haben uns daher kurzentschlossen für eine Gratisnacht am NM-Campingplatz entschieden. Einzige Einschränkung: Da der Campingplatz auf Navajogebiet liegt, darf man keinen Alkohol trinken. Damit konnte ich leben.

Am nächsten Tag ging es dann über die Hubbell Tradingpost NHS nach Silver City. Da habe ich eine völlig neue Seite von New Mexico kennengelernt.

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