Los Angeles Arboretum & Farmers Market

Die heutige Route sieht auf der Karte garnicht so lange aus, ist aber beim durchschnittlichen LA Verkehr doch recht spannend zu fahren:


Größere Kartenansicht

Zunächst ging es kurz etwas für ein Picknick bei Food4Less einkaufen (die haben wunderbare Fire Hot Hühnerteile) und dann über eine ähnliche Strecke wie gestern nach Norden in den botanischen Garten (Arboretum). Mein TomTom hat uns sehr brav bis zur richtigen Interstate Ausfahrt gebracht, dann jedoch mächtig versagt und uns im Norden mitten in ein Wohngebiet geschickt und verkündet: ‘Sie haben Ihren Zielort erreicht’. Schmecks. Da ich die Anfahrtsbeschreibung auf der Webseite kurz gesehen hatte, ist mir eingefallen, daß der Garten doch im Süden der Interstate liegen sollte und siehe da, da war er auch.

Das Arboretum ist einmal mehr überraschend groß, wenngleich es auf der Karte ziemlich kompakt wirkt:

Manual Update Task

Überall laufen Pfaue herum und wissen nicht, ob sie sich vor den Menschen fürchten sollen oder ob es nicht doch besser wäre sie anzubetteln. Sehr zerrissene Persönlichkeiten:

Der Garten konzentriert sich auf Büsche und Bäume. Daher blüht es jetzt im Herbst nicht mehr überall (wie in anderen botanischen Gärten). Trotzdem zeigt sich immer wieder eine Blüte:

Natürlich gibt es nicht nur einen riesigen Park, sondern auch einige Bauwerke. Teils zweckdienliche wie Schulungszentren oder Glashäuser, teils nur zum Hübsch-Sein wie dieses:

Im ganzen Park laufen ziemlich fette Eidechsen herum. Die sind mächtig agil und hüpfen auf Bäumen umher, rennen aber auch ungeniert über die Wege:

Im Eingangsbereich ist der Garten weniger parkähnlich, sondern orientiert sich mehr an designten Gärten. So wie bei diesem Zypressenkreis:

Gleich dahinter befindet sich der Garten aller Jahreszeiten, wo es tatsächlich auch jetzt im Herbst mächtig blüht:

Die Pfaue fühlen sich offensichtlich so wohl, daß sie sich auch prächtig vermehren. An mehreren Stellen habe ich Pfaudamen mit ihren Jungen gesehen. So wie diese hier:

Recht beeindruckend ist das Glashaus für Trockenpflanzen und das gleich nebenan liegende Glashaus für Orchideen. Drinnen kann man sich gar nicht entscheiden, was man zuerst fotographieren will. Fangen wir einmal mit einer riesigen fleischfressenden Pflanze an:

Natürlich sind die Orchideen der Hauptanziehungspunkt:

Nach dem blühenden Teil kam der Parkteil. Der Park ist in verschiedene Bereiche wie Australien, Asien und Amerika getrennt; Europa kommt irgendwie nicht vor. Also gleich nach Australien gesprungen:

Fragt mich bitte nicht wie die Büsche, Bäume oder Blumen heißen. Ich hab’ keine Ahnung. Ich könnte es aber wissen, denn wirklich jedes Gewächs hat ein Schild mit allen möglichen Beschriftungen. Es liegt also sicher nicht am Park, daß ich so unwissend geblieben bin. Also gleich noch ein seltsames australisches Gewächs:

In Asien gibt es wieder deutlich mehr Blumen. Und das zieht Bienen und Co an wie nur was:

Der amerikanische Teil hat auch ein weiteres Highlight: Einen Wasserfall (‘klein aber mein’ 😉 )

Lustig buschig wachsende ‘was auch immer’ findet man in ‘Amerika’:

Am Übergang zum ‘historischen Kreis’ ist ein Rosengarten angelegt worden. Der historische Kreis war auch der Ursprung dieses Gartens: Eine bestehende Ranch wurde vor unendlich langer Zeit (also 19. Jahrhundert) von einem reichen Geschäftsmann gekauft und der hat es sich dort recht gemütlich gemacht. Und Rosengärten gehören zum guten Ton der damaligen Zeit. Heute kann man sich dort einmieten und seine Hochzeit feiern. Wie wir dort waren, wurde gerade wieder aufgebaut.

Der Geschäftsmann war ein echter Pferdefreak. Er hat nicht nur gezüchtet, er hatte auch Rennpferde. Damit die rennen konnten, hat er auch gleich eine Pferderennbahn gegründet, die bis heute besteht. Seine Pferde hatten es auch recht gemütlich. Der Stall kann heute schön renoviert besichtigt werden:

Ganz blöd ist es mit seinem Hochzeitsgeschenk für seine vierte Frau gelaufen. Er hat seinen künftigen Schwiegervater, ein Architekt, ein wunderbares kleines Haus bauen lassen, damit sie sich wenn sie mag dorthin zurückziehen kann.

Nur leider mochte sie die ganze Gegend nicht und lebte fortan in San Francisco. Also wurde das Hochzeitsgeschenk in ein Gästehaus umbenannt. Heute kann man zwar nicht hinein, aber man sieht gut durch die Fenster:

Nach dieser Runde mit geschichtlichem Ende ging es noch schnell auf einen Sprung in den Farmers Market, angeblich einem der Touristenattraktionen von LA. Der Weg dorthin war recht abenteuerlich, denn erst ging es über mächtig verstaute Freeways und dann über verstaute Surface Roads. Trotzdem kam ich nach einer Stunde oder so dort an. Man kann direkt beim Markt parken und wenn man irgendetwas kauft, sind zwei Stunden gratis. Das sollte sich lösen lassen.

Wir hatten schon schlechte Erfahrungen mit Märkten, aber dieser ist nicht so schlecht wie man sich das vorstellen könnte. Zunächst gibt es noch eine echte Markthalle, die aber vorwiegend mit Essensstandln gefüllt ist. Das scheint ja auch beim Naschmarkt immer mehr zu greifen:

Außerhalb der Halle gibt es noch mehr Obst/Gemüsestandln, aber wir kamen recht spät, sodaß die schon weg waren oder gerade eingepackt haben. In der Halle sucht man nach einem echten Farmersstand schon länger:

Die wohl ursprüngliche Markthalle ist aber nur ein ganz kleiner Teil des heutigen Farmers Market. Außen ist es wie ein sehr hübsch gebautes Shopping Center. Man fühlt sich wie in einer Shopping Mall von Las Vegas, nur ohne Dach. Daher darf es einen nicht wundern, wenn überall hübscher Kitsch verteilt wird; so wie diese alte Tankstelle:

Das Wahrzeichen des Farmers Markets ist btw. dieser Turm:

Natürlich darf ein sich bewegender Springbrunnen nicht fehlen. Ist nicht wie vor dem Bellagio, aber auch nett:

Nach einem Besuch im World Market (da kann man Haribo Gummizeugs und Milka Schokolade kaufen) und im Starbucks, ging es schon wieder zurück in Richtung Parkplatz. Auf dem Weg sieht man, daß die Schienen nicht nur aus historischen Gründen durch die Fußgängerzone laufen:

Obwohl wir nicht viel dort gemacht haben, war eine gute Stunde schnell um. Der Heimweg führte uns komplett über Surface Roads (so etwas bin ich nun nicht mehr gewöhnt) und nach einem Stopp bei in-n-out Burger war der lange Tag auch schon wieder vorbei.

Am nächsten Tag sollte es dann anstrengend werden, eine Wanderung in einem nahen Statepark war angesagt.

Kommentar hinterlassen