Heute war eigentlich nur ein Transfertag: Einkaufen, die restlichen Kilometer zum Abholhafen fahren, Boot übernehmen und beladen und die ersten Kilometer am Boot zurücklegen.
In der Früh ging es zu einem unserer beliebten Auchans. Da haben wir gleich bemerkt, daß es hier die gleichen Straßennahmen in jedem Dorf gibt. Der Auchan war also natürlich nicht dort, wo wir hingefahren sind. Also zur richtigen Adresse gefahren, getankt und eingekauft. Der Auchan in Nancy ist aber bei weitem nicht so gut wie die, die wir entlang des Canaux du Midi kennengelernt haben. Nancy scheint prinzipiell von ärmeren Bevölkerungsschichten bewohnt zu werden und das hat Auswirkungen auf vieles.

Trotzdem sind aber die Preise hier echt gefährlich hoch, also sind wir für die einfachen Dinge des Lebens wie Klopapier und Küchenrollen zum nahen Lidl gefahren. Dort waren die Preise wieder deutlich gewohnter. Voll angeräumt ging es dann auf die letzte Strecke nach Joigny, wobei wir wieder die kürzere, aber um 8 Minuten längere Route ohne Mautgebühren gewählt haben. Zudem war die Strecke entweder eh wie eine Autobahn ausgebaut (aber mit 110km/h Limit) oder es war romantisch.

Astrid hat mich gefragt, warum man eigentlich Fachwerkbauten gebaut hat. Warum nicht gleich alles aus Holz? Wikipedia erklärt es fast logisch: Man baut mit fettem Holz (z.T. Rundholz) ein Gerüst und schmiert die Löcher mit Weiden/Schilf und Lehm zu. Braucht weniger Holz, man muß es nicht zu Brettern sägen (können) und Lehm und Zeugs war eh da. Quasi effizient!

Nach den autobahnartigen Strecken dann die romantischen durch Felder und Wiesen. TomTom hat auch heute Abkürzungen gefunden, damit man wenig von Städten belästigt wird.

Auf der Strecke konnte ich 20 Minuten gegenüber TomToms Schätzung einholen, dennoch waren wir ein wenig später als angekündigt beim Hafen. Wir wurden aber trotzdem super freundlich aufgenommen und schon bald standen wir am Boot. Unserem Boot. Zumindest für die nächsten 2 Wochen. Wenn ich da an unseren letzten Start vor vielen Jahren zurückdenke (wo wir mit dem Zug ankamen).
Da waren unsere bisherigen 1504km mit dem Auto wesentlich gemütlicher:
Hier zum Vergleich unsere Stadtansicht und unser Boot.

Wir haben auf die Einschulungsfahrt verzichtet und schon bald ging es los in Richtung Auxerre.

Die erste Schleuse war schnell erreicht, aber die größte Herausforderung bei den Schleusen ist es, zwei Poller zu finden, die nahe genug zusammen liegen. Platz hat man echt genug.

Nach zwei Schleusen war auch schon wieder Schluß, denn am Fluß machen die Schleusen schon um 18:45 dicht und man darf am Fluß nur an offiziellen Liegestellen übernachten. Daher ging es von der Uhrzeit her nicht weiter. Wir liegen aber sehr ruhig und die Aussicht ist nicht übel.
