Die langweiligste Gegend der Welt und Dodge City

Nach unserer speziellen Nachteinlage (später mehr) ging es nach einem Noteinkauf durch die garantiert langweiligste Gegend der Welt nach Dodge City, was angeblich zur cutest little town of the year (Kansas) gewählt wurde.

Nach meinem Lob zur Matratze von Amazon, kam heute Nacht das absolute Tief: Das Aufblasventil wollte nicht mehr dicht halten und wir lagen nach 30 Minuten am Boden. Also hatten wir eine ‘harte’ Nacht. In der Früh hat mich diese Heuschrecke an der Klotüre wach bekommen.

Da wir aber noch ein paar Nächte vor uns hatten, brauchten wir Abhilfe. Wir sind daher gleich in der Früh zurück nach Santa Fe gefahren und haben uns billige selbstaufblasende Matten bei Big 5 gekauft. Die werden die restlichen Nächte hoffentlich halten. Danach noch ein Frühstücksstopp bei einem Smith’s, wo auch das Abendessen in die Hände gefallen ist. Es hat nicht so ausgesehen, als würde es in Dodge City eine große Auswahl an Essensoptionen geben. Und schon waren wir auf der Autobahn nach Norden. Nach den ersten Hügeln wird es flach und wüst.

Las Vegas, NM sollte eine größere Stadt sein. Fehlanzeige. Da stehen halt einige Gebäude mit beachtlichem Abstand zu einander. Dann ein Städtchen beim Verlassen der Interstate. Das hatte sogar ein Geschäft namens Supermarkt. Und das war es dann für New Mexico. Auch Oklahoma hat absolut nichts. Man kann über Iowa sagen, da gibt es nur Mais und Sojabohnen. Ach was habe ich die vermißt, denn ich sah nur Einöde bis zum Horizont. Je nach Bundesstaat variiert der Asphalt und ob es einen Seitenstreifen gibt oder nicht. Das Speedlimit ist irgendwo zwischen 55 und 60 mi/h. Da fahren dich aber sogar die LKWs über den Haufen. 75-80 ist die Realität. zuerst ‘überfährt’ man den Nordwestpoint of Texas (kann jetzt nicht mit Sicherheit sagen, ob ich mit meinem Taxanischen Auto heute für eine Sekunde in Texas war oder nicht) und dann geht es nach Oklahoma.

Wer sich btw gefragt hat, wo das schöne warme Wetter im Westen geblieben ist, wir haben es in Kansas gefunden. Strahlend blauer Himmel bei 101°F (gute 38°C). Da es aber trockene Luft mit Wind ist, extrem angenehm. Zumindest für mich.

In Kansas beginnt dann ein wenig der Ackerbau mit Getreide und Mais. Das ist fast schon actionreich. Es häufen sich dann auch die Dörfer. Ich kann die Dörfer aber absolut nicht von einander unterscheiden, denn jedes einzelne sieht wie folgt aus: ganz links Schienen, dann Silos, dann die Hauptstraße und rechts ein paar Gassen mit wenig aufregenden Häusern. Und das absolut in der Anordnung in jedem Dorf.

Tanken ist wieder billiger geworden und wenn man 15% Ethanol nimmt, sogar so günstig wie noch nie auf der Reise ($3.29/gal). Durch das lange gerade Fahren ohne Bergauf/ab und ohne Bremsen und Beschleunigen habe ich nach dem Tanken die größte theoretische Reichweite des Autos der Reise gesehen: 565mi!

Gegen 18 Uhr haben wir Dodge City erreicht. Der KOA liegt neben dem Wasserbad (geschlossen). Die Rezeptionsdame ist wenigstens gelangweilt unfreundlich (such Dir einen der Zeltplätze und geh) und schon haben wir versucht das Zelt aufzubauen. Es war aber seeeehr windig. Astrid hat dann das Zelt ‘festgehalten’.

Das vaude hat zum Glück kein Problem mit Wind und es stand dann eh brav. Die Nachbarn haben erst über Astrid gelächelt, wie sie dann selbst aufgebaut haben, waren sie sehr verständnisvoll.

Die cutest little town of Kansas, ist aber erschreckend. Downtown ist 2 Blocks groß und sieht abgenutzt aus (das ist das freundlichste Wort), viele Geschäfte sind einfach zu.

Alle umliegenden Wohnhäuser sehen evakuierungsbedürftig aus, in Österreich wären die vom Bauamt gesperrt worden. Die Autos davor sollten nicht mehr auf öffentlichen Straßen gefahren werden. Slum ist der Ausdruck, der einem in den Kopf schießt. Der Besuch der Downtown war daher ohne Aussteigen aus dem Auto in 5 Minuten erledigt. Man beachte auch den Park der Stadt.

Zurück am KOA haben wir in Ruhe unser Carne Asada gekocht und genossen. Die Aussicht ist auch unschlagbar: Endlich wieder ein Silo.

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