Der nächste Tag begann früh mit Wecker, weil wir noch frühstücken wollten und dann ging schon die 5-stündige geführte Tour los. Da wußte ich ja noch nicht, wie lange der Tag werden würde. Die Karte zeigt poison spider in rot und hells revenge in grün. Die ‘Löcher’ in der roten Tour entstehen, wenn man den GPS Empfänger in der Hose hat und es so rüttelt, daß er sich aus/ein/aus… schaltet. Daher der zweite Teil mit dem Handy.
Raus aus den Federn, draußen war es überraschend kühl. Ab zu unserem Mexikaner, denn das Frühstück wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und außerdem wer wußte schon, wann wir wieder zum Essen kamen. Und schon ging es zum Outdoor Geschäft, wo die UTV (Allterrain reicht nicht mehr, es sind jetzt Ultra Dinger) auf uns warteten. Wir haben einen Honda bekommen, der im Gegensatz zu den üblichen keinen Belt hat, der kaputt gehen kann, dafür ein wenig biestischer reagiert. Aber dazu später mehr.
Unser Getränk und unser Naschobst/-gemüse ging hinten in einen eigenen Cooler mit Eis (das ist inkl.) dann folgte eine Minieinschulung. Spannend war, daß außer uns nur mehr eine ur nette Familie mit war, die zwei UTVs genommen haben. Hauptsächlich gefahren sind die Eltern, wobei die 16jährige Tochter auch fahren durfte und auch gefahren ist. Alles waren Anfänger, wir waren mit unserer letzten Fahrt noch fast die Geübten. Das hat unseren Guide ein wenig nervös gemacht, denn Posion Spider ist die technisch anspruchsvollste Route der Gegend. Er hat dann auch mehrmals angemerkt, wir können auch auf eine einfachere Runde wechseln, aber ‘die Männer’ wollten davon nichts hören.
Also ging es raus ins Gelände. Ohne Windschutzscheibe war es noch echt kühl und wir haben zu dem Zeitpunkt die Jacken vermißt. Das hat sich dann später bei guten 32°C gegeben. Unser Guide hat extra noch 2 Reservereifen mitgenommen, da er bei Anfängern gefürchtet hat, wir demolieren einen Reifen und es dauert schon eine Weile von da draußen in Gegenden zum Tauschen. Aber zunächst ging es über Straßen zum Einstiegspunkt.
Auch der Einstiegspunkt war noch nichts besonderes. Schotterstraße halt. Die ersten Jeeps stehen im Weg (die Dinger sind immer extrem langsam) aber noch nichts zum Aufgeregt sein.
Wir sind brav unserem Guide nachgetuckert. So weit, so gut.

Je höher sich der Weg (Straße ist wohl zu viel) windet, desto besser ist die Sicht nach unten und desto spannender werden die Hindernisse. Astrid hat sich dann ganz schnell an den Rat bei der Einschulung erinnert: Als Beifahrer ist es die einzige Aufgabe, sich an den Griffen im UTV anzuhalten. Daher sind die Aufnahmen manchmal ‘interessant’. Die Quietschlaute habe ich dezent in den Videos weggenommen.
Warum fährt man btw mit solchen Dingern durch die Gegend? Natürlich macht es Spaß, denn wenn man sich schon mal daran gewöhnt hat, das man damit quasi auf allen Trails problemlos hochkommt und jeden Jeep stehen läßt. Aber wie würde man sonst in die Gegenden kommen, die geilere Aussichten als alle NPs bieten.
Astrid kam aber an dem Stopppunkt zur Erkenntnis, von außen sieht man noch viel mehr. Und die fahrende Frau der anderen Familie hat den Guide fahren lassen. Warum das alles? Wir kamen zum berühmten Waterfall. Zumindest dachte Astrid, schlimmer wird’s nicht.

Ach was hat sie sich da geirrt… Das ist dann der Wasserfall. Ich bin der im weiß/roten Honda. Das Problem für den Fahrer (also mich): Wenn man da zurückschieben muß, weiß man das da der Abgrund ist, man sieht ihn aber nicht.
Und das ganze noch einmal: der Guide mit dem UTV der armen geschreckten Frau.
Aber auch danach bleibt es abwechslungsreich
Und damit man sich mal vorstellen kann, wie Astrid so als Beifahrerin ist: Bei dem Video hat sie sich voll zusammengerissen…
Wenn man mal auf dem Plateau ist, kann man die Landschaft genießen. Und die eine oder andere spannende Strecke:
Und dann kommt die erste Sandstrecke, wo man schnell fahren muß, damit mit nicht hängen bleibt… Und auf Schotter kann man eh immer gasen.
Nach ein parr wieder szenisch schönen Strecken kommt man zu einer kurzen Pause.
Zu Fuß geht man an den Abgrund und kommt zu einer Höhle und einem Arch. Wirklich geile Aussicht und alleine das ist doch schon was wert.

Noch cooler, wenn man das dann mit der Drohne sehen kann.
Astrid hat bei der Pause mitbekommen, daß die andere Familie am Abend noch Hells Revenge fahren. Und da der Guide ur cool ist, wollte sie auch gleich. Also haben wir mitten in der Wüste auch das noch gebucht. Der Guide kennt die Stellen, wo man telephonieren kann.
Jetzt sind ja eigentlich alle Videos mit der DJI gemacht worden. Natürlich können auch unsere Handies da mitspielen, aber die DJI ist schon besser, oder? Hier ein Beispiel mit dem Samsung.
Da wir mit dem Fahren immer besser wurden wollte unser Guide noch eins draufsetzen. Da wir keine großen Pausenfreaks waren und Poison Spider eigentlich in 4 Stunden zu schaffen ist, hat er noch den einen oder anderen Umweg über den golden Spike Trail gemacht. Es ist jetzt schwierig zu sagen was was ist, aber die Mischung macht es sicher aus. Hier mal ein längeres Video wo man gut sehen kann, wie das mit der Abwechslung so ist. Von glattem Felsen bis zum Sand.
Am Ende des Abschnittes hat er uns quasi angebrüllt, wir sollen niemals nicht an ihm vorbeifahren. Und wenn man zu Fuß hingeht versteht man es: Das ist eine Sackgasse zu einer hübschen Aussicht, aber es geht senkrecht runter. Der Guide hat erzählt, er hatte hier seinen Schock, weil ein Motorradfahrer ihn dort überholt hat und er konnte ihn quasi Zentimeter vor dem Abgrund bremsen.
Danach folgt wieder so ein ‘was für eine Aussicht’ Strecke. Als Fahrer ist man jedoch meistens ein wenig abgelenkt.
Wenn man direkt hinter dem Guide fährt und der neue Strecken sucht, kommt es schon mal vor, daß man auch ein Stück im Retourgang absolvieren darf. Da sieht man wenigstens noch viel weniger beim Fahren. Passierte zwischen den beiden Videos.
Manche Aussichtspunkte sind für Fotos, aber nicht zum Fahren. Der Guide hat getestet, ob sich das so ausgeht.

Zumindest für uns ist die Gegend extrem abwechslungsreich. Daher fällt es garnicht auf, wie lange man da schon gefahren ist. Man ist fast enttäuscht, wenn man zurück muß. Man bemerkt es nur lange nicht, weil alles in einer großen Runde gefahren wird.
Auf der Rückfahrt sind noch einige technische Höhepunkte, wo die eigentlich schon entspannte Astrid wieder ein wenig lauter wurde.
Die arme selbstfahrende Frau hat auch mal wieder ‘Pause’ gemacht.

Aber die Strecke blieb unsagbar schön.
Dann hatte es der Guide eiliger, weil seine große Runde ging sich doch nicht ganz aus. Also flott am Abkürzer zurück.
Beim Runterfahren hat Astrid sogar den Wasserfall nicht bemerkt (erst wie wir unten waren meinte sie, war das nicht der Wasserfall). Und damit ging es flott zurück zur Vermietungsstelle. Dort haben wir leider erfahren, daß nicht unser Guide die Abendrunde machen wird. Na egal, wir sind mal Essen gefahren. Und nach so viel Wüste noch ein Starbucks zum hydrieren. Wieder bei der Vermietung haben wir gleich festgestellt: Wenn wir gewußt hätten was wir da für eine Tussi bekommen, hätten wir die Abendrunde nicht gemacht. Die meinte, wenn man nur möglichst keinen Abstand zwischen den UTVs hat, dann werden alle einfach richtig fahren. Ich fand es nur richtig nervend. Zum Glück ist sie dann auf halber Strecke ein wenig aufgetaut und es wurde besser, aber die gute Frau sollte dort gefeuert werden, die vergrault nur Kunden.
Der Anfang von Hells Revenge geht gleich recht luftig los und Astrid fragte sich, ob sie das wirklich wollte.
Nach dem starken Beginn ist Hells revenge tatsächlich nicht so arg, da hat poison spider schon mehr dabei.
Die größere Pause macht man hier mit einer schönen Aussicht auf den Fluß. Da ist der Sonnenuntergang echt cool.

Ach ja, Sonnenuntergang? Eigentlich dachten wir, wir sind bei Sonnenuntergang wieder raus aus dem Trail. Aber nein, wir waren gerade auf der Hälfte. Ziemlich blöd für mich, weil ich hatte NUR die Sonnenbrille mit. Es wurde dunkler und dunkler und wir haben dann die Scheinwerfer angedreht. Nur ich hatte immer noch eine Sonnebrille. Das letzte Drittel des Trails sind wir bei vollkommener Dunkelheit gefahren. Ich kann also sagen, das fahre ich doch blind. Wir haben es aber jedenfalls geschafft und wir sollten die Runde noch einmal bei Tag fahren, denn eigentlich ist es schade, wenn man nur den Trail im Scheinwerferlicht sieht.
Trotz Tussi und überraschendem Licht war es cool, wenngleich auch die erste Tour deutlich mehr Landschaft bietet. Hells Revenge ist aber die deutlich bekanntere Runde.
Am Abend hat sich dann doch mein Halskratzen zu einer Verkühlung gemausert und ich hatte schon spannende Gedanken, wir der nächste Tag werden würde: Ein voller Tag mit dem UTV alleine. Mit heftiger Verkühlung.