Heute mußte Astrid WO geben und ich bin ganz alleine per Metro und zu Fuß durch Madrid gewandert.
Astrid’s Rücken hat wieder verrückt gespielt und der Magen mochte die Tabletten nicht. Sie mußte daher heute leider beim Camper bleiben und Ruhe geben.

Daher bin ich heute alleine auf Erkundung mit Metro und zu Fuß gegangen. Dazu hatsche man ca. 10 Minuten zur U-Bahn. Da sieht man auch ein Beispiel der madridschen Fahrradlösung. Das klappt natürlich mit der südländischen Einstellung, Verkehrszeichen sind Vorschläge super gut.

Dann kaufe man um 2.50 eine aufladbare NFC Karte (Handy geht hier nicht) und lade ein Metro-Ticket um 2€ drauf. Das ganze mit 1000 Fragen nach speziellen spanischen Tickets und man soll die U-Bahn und die genaue Zielstation angeben. Das hat man hoffentlich alles parat, wenn man eine U-Bahn-Karte kaufen will. Die U-Bahn ist überraschend schmal, eher wie eine Straßenbahn und auch nicht hektisch, aber in 20 Minuten ist man bei der Station Opera, der westlichsten Station der Innenstadt. Die Oper ist von außen jetzt nicht die Sensation…

… aber der Palast von Madrid ist gleich um die Ecke.

Gleich anschließend ist ein kleiner Garten, von wo man noch bessere Aussichten der Seite hat. Der Palast ist btw das größte europäische Schloss und ist gut doppelt so große wie Buckingham Palace oder Versailles. Nur das Schloss hat eine Grundfläche von 135000m² und 3418 Räume. Es wird nur mehr für Repräsentationszwecke genutzt, der spanische König lebt nördlich von Madrid. Das zuvor an der Stelle stehende maurische Schloss (wie das in Saragossa) brannte just zu Weihnachten im 18. Jhdt. nieder.

Ich bin dem Garten gefolgt und fand noch ein paar Springbrunnen und alte Häuser.

Warum auf einer Statue ein Engel auf einer Kanone sitzt habe ich lieber nicht hinterfragt.

Gesucht habe ich ein Geschenk. Einen ägyptischen Tempel. Den haben sie in Ägypten auseinandergebaut und Stein für Stein transportiert und hier wieder aufgebaut. Das ganze sollte wie in Ägypten in Nil schwimmen, sollte also einen Teich rundum haben. Nur der wird gerade repariert und ist daher staubtrocken. Das gibt Probleme für den Wärter. Man darf zwar gratis in den Tempel, aber es dürfen nur ein paar Leute pro halbe Stunde rein. Um das zu bekommen, muß man sich online registrieren und ein online Ticket bestellen. Oder man geht eben durch das nicht existierende Wasser. Der Wärter pfeift und scheucht, aber da sie keinerlei Schilder aufgestellt haben, kommt quasi sofort der nächste Tourist über das nicht existierende Wasser. Ich hatte den Verdacht, der Mann übersteht den Tag nicht lebend.

Von dem Hügel hat man auch einen guten Ausblick auf den Palast und ein weiterer schöner Park schließt sich an. Man sieht auch auf die Außenstadt von Madrid, aber … Häuser halt.

Ich bin wieder zurück Richtung Palast gewandert, kam am Springbrunnen vorbei und sah die online Beschreibung bestätigt: In Spanien isst man Churros mit Schokolade zum Frühstück.

Wieder zurück beim Palast bin ich ganz daran vorbeigegangen und sah die Schlangen, die sich ein Ticket für den Palast erhofft haben. Online liest man, man solle da lieber Wochen vorher online kaufen.

Am hinteren Ende des Palastes findet man nicht nur gute Sichten auf den Hof, sondern auch die Kathedrale, oder wie der schöne einfache spanische Name lautet Catedral de Santa María la Real de la Almudena.

Auf dem zweiten Bild sieht man einen Bären. Vor dem Schloß rennen alle möglichen Gestalten rum, damit man Fotos mit ihnen machen kann. Der Bär hat mich aber ein wenig überrascht. Dazu muß man dann nachlesen: Das Wahrzeichen der Stadt ist ein Bär, der an einem Erdbeerbaum steht. Die Geschichten, wie es dazu kam sind wild und alle unbestätigt, am ehesten kann man es symbolisch erklären: Der Adel und die Kirche haben sich das Land geteilt, die Kirche (Baum) hat die Landwirtschaft bekommen, der Adel (Bär) die Wälder und die Jagd.
Man muß dann um die Kathedrale rum laufen, denn der Eingang von der Palastseite führt nur gegen Geld ins Museum. Der Eingang ist überraschend klein für eine Kathedrale.

Von da ist es nicht mehr weit zum Markt St. Miguel, der aber absolut nichts mehr mit einem Markt zu tun hat. Es ist ein in Glas gefaßter Freßtempel mit teuren Sachen, wo es so eng ist, daß man durchgeschoben wird. Am Weg dorthin wieder eine Kirche.

Dafür ist der Hauptplatz überraschend leer. Rundum ein paar Restaurants, innen eine Statue, aber sonst nicht gar arg viel. Da kann man wieder durchatmen. Überraschend für mich, daß eines der Restaurants ein Pizza Hut ist. Wußte garnicht, daß es die in Europa gibt.

Einige Meter weiter sind nicht nur Starbucks (Mehrzahl, alleine in der Innenstadt habe ich 12 auf Google Maps gefunden), McDonalds und Burgerking (gleich neben KFC), sondern auch ein Taco Bell (wußte wieder nicht, daß es die bis nach Europa geschafft haben). Den mußte ich testen. Wie für Madird üblich, bekommt man auch bei Taco Bell Bier (in großen Mengen), dafür haben sie nur einen Burrito und crunchy Tacos und Quesadillas. Sonst nur einen Taco Wrap (also der Inhalt eines Tacos mit Natchos in einem Wrap). Schmecken tut es aber sehr original.

Spanischer Schinken ist auch überall zu gegen. Wer also mal so eine kleine Keule mitnehmen möchte, nur zu!

Am Plaza del Sol habe ich (ich sag mal weil sie wie blöde umbauen) die berühmte Statue des Bären versäumt.

Ich bin weiter durch die Innenstadt gewandert und konnte nicht so ganz verstehen, wie ein Snack-Laden direkt neben dem anderen überleben kann. Oder anders: Da kann man beim besten willen nicht verhungern, denn es gibt ganz sicher für jeden was (Inder, Asiate, Grieche, 1000e Spanier, Kleinsupermärkte, …).

Irgendwann habe ich dann den Prado gefunden. Was an Madrid wirklich hübsch ist: Die Innenstadt ist extrem grün. Die breiten Prunkstraßen haben riesige Bäume, die Mittelstreifen haben ganze Parks inkl. Kinderspielplätze. So ganz anders als Rom.

Ich wollte nicht in den Prado (obwohl der nur 15€ Eintritt verlangt, im Vergleich zu 20 für das Mini-Aquarium in Saragossa), ich wollte in den botanischen Garten. Nicht in den Park von gestern, aber in den botanischen Garten nebenan. Der kostet sonst 4€ Eintritt oder so, war aber heute überraschend gratis. Ich habe mich natürlich nicht 2 mal bitten lassen.

Der Garten ist echt riesig und feiert sein 270 Jahr Jubiläum. Daher sind auch die Bäume entsprechend groß. Besonders beeindruckend ist aber die Blumenschau gleich am Anfang. Da ist noch nix von Herbst zu sehen.

Und ich habe wieder mein Handy gequält.

Auch ein kleines Glashaus mit drei Klimazonen ist dabei.

Im hinteren Bereich gibt es verschiedenste Bäume, Palmen und Teiche.

Selbst mehrere Klos und Getränkeautomaten mit günstigen Preisen sind inkl. Da können sich die Italiener was abschauen.

Nach einer sehr großen Runde mit kleiner Erholung ging es an den Blumen vorbei zum Ausgang.

Nun schon langsam in Richtung U-Bahn zum Haupteingang des Prado.

Der Prunkstraße folgende vorbei an einigen Palais.

Bis zum Ende des Teil 1, der Porta de Alcala.

Von da an ging es wieder in die U-Bahn (dieses mal mit Umsteigen), 10 Minuten Fußmarsch und ich war am Campingplatz zurück.