Monumentale Korallensteinskulpturen mit markanten Mond- und Sphärenformen im Coral Castle Museum unter leuchtend blauer Wolkenkulisse, umgeben von gepflegten Grünanlagen

Ab nach Norden

Wir haben uns dieses Jahr die Fahrt an der Ostküste in den Norden vorgenommen. Dazu muß man wohl auch Florida und die Keys verlassen.

In der Früh genossen wir den Ausblick auf die Bahia Honda Bridge, der letzte Stellplatz hatte gerade da einiges zu bieten.

Ein schwarzer Standgrill steht auf einem kiesbedeckten Küstenstreifen mit rauen Kalksteinfelsen am tiefblauen Ozean, im Hintergrund spannen sich die alte und die neue Bahia Honda Rail Bridge unter weiss gewölbten Wolken am hellen Himmel

Damit hieß es Abschied nehmen und es ging über den Overseas Highway zurück auf’s Festland. In Marathon haben wir noch das twice the Ice mitgenommen und da ist der Unterschied echt böse: 2.50 beim Automaten und 5.80 im Supermarkt.

Die Overseas Highway-Brücke führt über glitzerndes, blaues Ozeanwasser mit kleinen Inseln am Horizont, während die helle Sonne von einem hellblauen Himmel mit vereinzelten weißen Wolken herabstrahltEine graue Betonbrücke mit gelber Fahrbahnmarkierung führt über das glitzernde türkisfarbene Meer, gesäumt von niedrigen grünen Inseln und unter einem hellblauen Himmel mit weissen Wolken

Beim ‘guten’ Walmart ging es noch einmal auf Großeinkauf für Gewand, weil wir ja nur mit Rucksack gekommen sind. Wirklich tragisch wurde es an der Kasse, da man jegliche rassistische Aussage verstehen hätte können: Eine Afroamerikanerin war offenbar überzeugt, daß zum Job Erscheinen schon ausreichend war. Sie hat beim Scannen nicht mal auf die Ware geschaut sondern solange rumgewachelt, bis der Scanner zufällig das Schild gefunden hat, sie hat nur mit anderen geredet und sich echt nicht von derf Arbeit ablenken lassen, … beim hofer wäre sie wohl sofort ‘entfernt’ worden. Das war wohl unsere längste Kassenerfahrung in den USA.

Kurz danach sind wir zum Coral Castle gefahren. Da war ich zuletzt 2010 (ja, da wo mein GPS Logger glaubt zu sein).

Edward Leedskalnin war ein kleiner, schweigsamer Mann aus Lettland, und hätte man ihn damals auf der Straße gesehen, hätte vermutlich niemand gedacht, dass er einmal eine der seltsamsten Geschichten Floridas schreiben würde. Seine ganze Karriere als exzentrischer Steinmetz begann mit einer Katastrophe: Liebeskummer.

Er war bis über beide Ohren verliebt und wollte heiraten. Die Hochzeit war praktisch schon vorbereitet. Dann erklärte ihm seine junge Verlobte kurz vor dem großen Tag, dass sie es sich anders überlegt habe. Für die meisten Menschen wäre das der Beginn einiger trauriger Wochen gewesen.

Edward hingegen reagierte etwas ungewöhnlicher. Er wanderte nach Amerika aus. Das allein wäre noch nicht besonders bemerkenswert gewesen. Doch statt sein Leben neu zu beginnen, beschloss er offenbar, Jahrzehnte damit zu verbringen, ein gigantisches Monument für seinen Kummer zu erschaffen.

Irgendwo in Florida begann er, Korallenkalkstein aus dem Boden zu schneiden. Große Blöcke. Sehr große Blöcke. Teilweise so groß, dass gestandene Bauunternehmer nervös geworden wären. Edward schaute die tonnenschweren Brocken an, schob seine Mütze zurecht und dachte sich offenbar:

„Ja, das kann ich alleine bewegen.“

Niemand weiß genau, wie oft Nachbarn ihn beobachteten und dabei zweifelten, ob sie vielleicht versehentlich in eine andere Dimension geraten waren. Da arbeitete ein schmächtiger Mann nachts im Schein einer Laterne zwischen Steinblöcken, die mehr wogen als Lastwagen, und am nächsten Morgen standen sie plötzlich an einer völlig anderen Stelle.

Wenn jemand fragte, wie er das machte, hätte Edward die Gelegenheit gehabt, die Sache aufzuklären. Stattdessen erklärte er geheimnisvoll, er kenne die Geheimnisse der Erbauer der Pyramiden. Das war ungefähr so hilfreich wie die Antwort: „Das würde ich euch ja erklären, aber dann müsste ich euch anschließend in Stein verwandeln.“

Je weniger er erklärte, desto verrückter wurden die Gerüchte. Einige Menschen waren überzeugt, er habe die Schwerkraft überwunden. Andere erzählten von Magnetismus. Wieder andere vermuteten unbekannte Naturkräfte. Manche behaupteten sogar, die Steine würden nachts schweben. Edward selbst saß vermutlich irgendwo daneben und fand die ganze Sache ausgesprochen unterhaltsam.

Mit den Jahren entstand eine ganze Festung. Mauern, Türme, Möbel, Treppen und gewaltige Steinfiguren. Andere Menschen kauften sich nach einer gescheiterten Beziehung vielleicht ein neues Fahrrad. Edward baute eine Burg.

Und als wäre das alles noch nicht seltsam genug, beschloss er eines Tages, dass ihm der Standort nicht mehr gefiel. Ein normaler Mensch hätte vielleicht gesagt: „Schade, aber jetzt steht das Ding halt hier.“ Edward sagte stattdessen:

„Dann ziehe ich die Burg eben um.“

Er ließ die tonnenschweren Steine verladen und viele Kilometer weit transportieren. Besonders kurios war, dass kaum jemand ihn dabei beobachten durfte. Fahrer berichteten später, dass die Blöcke bei ihrer Ankunft bereits verladen waren und nach der Rückkehr schon wieder ausgeladen waren. Als hätte sich eine Armee unsichtbarer Bauarbeiter nachts zur Arbeit getroffen. Dabei gab es nur Edward.

Jahrzehntelang arbeitete er weiter. Stein für Stein. Block für Block. Während andere Menschen älter wurden, Familien gründeten oder ihren Ruhestand planten, baute Edward noch immer an seiner monumentalen Erinnerung an die eine Frau, die ihn verlassen hatte.

Und um das ganze nun zurück zubringen, der Gute hatte auch einen Tick mit Ägypten, den Sternen und sonstigen Mythen. Daher auch die Dinge, die er da so gebaut hat. Zunächst der Eingang, wo er damals schon Geld für eine Führung kassierte.

Historischer Korallensteinturm mit Zinnen im Coral Castle in Florida, umgeben von gepflegtem Rasen, einer geschwungenen Palme und einem steinernen Hinweisschild mit der Aufschrift „ADM. 10¢. DROP BELOW.“ im Vordergrund unter blauem Himmel

In dem Turm wohnte er, also eher bescheiden, unten sind seine Gerätschaften zu sehen.

Rostige historische Werkzeuge und landwirtschaftliche Geräte aus Eisen hängen an rauen Natursteinwänden in einem rustikalen Schuppen mit dunkler Holzbalkendecke, während gelbe Kunststoffboxen und ein alter Holzkarren den Raum prägenHistorischer Korallensteinturm mit flachem Dach und schmalen Öffnungen steht in einer sonnigen Gartenanlage mit rötlichem Schotter, steinernem Gehweg und üppiger tropischer Vegetation unter blauem Himmel

Er baute Sessel, Tische, Liegen und eine Badewanne …

Massive Skulptur aus rauem Korallenstein mit kleinen Fenstern, üppig überwuchert mit pinken Bougainvilleenblüten, stehend auf rotem Schotterboden vor tiefblauem Himmel mit weißen WolkenCoral Castle in Florida mit einer massiven Steinturm-Burg aus ockerfarbenem Korallenstein, umgeben von einem roten Kieshof, rustikalen Sitzbänken aus Korallenfels, Palmen, üppiger tropischer Vegetation und strahlend blauem HimmelMonumentale, graubraune Korallenstein-Skulptur der Coral Castle Museum im Freien, umgeben von sattgrünen Grasbüscheln und rötlicher Erde unter einem leuchtend blauen Himmel mit weissen WolkenKorallenstein-Skulptur mit moosbewachsenen Stufen und einem kleinen Becken, umgeben von sattem Grün und rötlicher Erde unter einem leuchtend blauen Himmel mit weissen Wolken

aber auch den Saturn, Sonnenuhren und

Historische Cenote mit porösen Kalksteinwänden, umgeben von sattgrünen Farnen und bunten Bromelien, eingefasst von einem Metallgeländer auf rötlichem SchottergrundMonumentale Korallensteinskulpturen mit markanten Mond- und Sphärenformen im Coral Castle Museum unter leuchtend blauer Wolkenkulisse, umgeben von gepflegten GrünanlagenPanoramablick auf das Coral Castle in Florida mit massiven, aus porösem Korallenkalkstein gehauenen Megalithen und Skulpturen, umgeben von gepflegten Sträuchern unter einem leuchtend blauen Himmel mit weissen Wolken

Warum auch immer, die großen Eidechsen mit den orangen Köpfen sind nur dort unten zu finden.

Eine farbenprächtige Siedleragame mit leuchtend orangem Kopf und dunkelgrau-schuppigem Körper sitzt auf einem stark durchlöcherten, hellen Korallen- oder Kalksteinfelsen, umgeben von einem dichten Geflecht aus feinen Zweigen und grünem Buschwerk im HintergrundEine Rotkopfagame mit leuchtend orangenfarbenem Kopf und dunklem Körper thront auf einem porösen Kalksteinfelsen, umgeben von einem dichten Astgeflecht und vereinzelten grünen Blättern im Hintergrund

Aber zurück zum Castle.

Weitwinkel-Panorama des Coral Castle in Florida mit massiven, graubraunen Korallenstein-Skulpturen, roten Kieswegen, grünen Büschen und farbenfrohen Blüten unter einem leuchtend blauen Himmel mit weissen WolkenSkulpturengarten Coral Castle aus massiven, graubraunen Korallensteinen mit grob gehauenen Tischen und Stühlen auf rotbraunem Kiesboden, umgeben von grünen Palmen und blauem Himmel

Die Sonnenuhr ist eigentlich aus Mexiko. Wie er die bei Nacht gebaut hat, weiß auch keiner.

Massiver grauer Korallensteinstuhl im Coral Castle in Florida, umgeben von rötlichem Kiesboden, historischen Skulpturen, Steinmauern und grünem Garten unter wolkigem Himmel

Die Zielvorrichtung auf den Polarstern kann man sich  bei Nacht schon besser vorstellen.

Blick durch ein schmales, unregelmässiges Felsenrohr mit rauer, beiger Gesteinsstruktur, das den Blick auf einen kleinen, kreisrund eingerahmten Ausschnitt mit hellem, blauem Himmel freigibtGrosse, poröse Korallensteine bilden Skulpturen im Freien auf einem roten Kiesweg, eingerahmt von sattgrünen Sträuchern im Hintergrund und einem kräftigen blauen Himmel mit weissen Wolken

Und damit ging es außen rum nach draußen. Drinnen wird man btw von einem Guide geführt, damit man die ganzen seltsamen Geschichten auch hört.

Ein grosser, dicht belaubter Ficus mit sattem Hellgrün spendet Schatten über einem runden, gepflasterten Platz mit dunkelgrünen Parkbänken, umgeben von einer gepflegten Rasenfläche und blauem Himmel mit weissen WolkenEin farbenprächtige Agame mit orangerotem Kopf, dunklem Körper und einem grünlich-orangeroten Schwanz sitzt auf einem rauen Ast vor einer hellgrauen Felswand mit grünen Blättern

Danach ging es quer durch Miami und ab in den Norden, wo uns nach einem streifenden Gewitter der San Sebastian SP erwartete. Der liegt direkt an der A1A, ist ur ruhig und ein Vogelparadies.

Ein graubrauner Strassen-Mockingbird mit schwarz-weissem Flügelmuster sitzt auf einem dornigen Geäst, im Hintergrund rahmen eine schlanke Palme und dattes Blattwerk einen sonnigen Garten einDramatischer, grauer Wolkenhimmel über einem ruhigen Küstengewässer, mit vereinzelten Steinen im Uferbereich, sattgrünem Ufergehölz links und dichtem Schilf im Vordergrund

Natürlich gibt es auch Eidechsen.

Eine braun-grau gemusterte Mauereidechse blickt neugierig aus der tiefen, hohlen Öffnung eines massiven, verkohlten Holzpfostens, umgeben von unscharfem Grün im HintergrundEine Mauereidechse mit braun-goldener Schuppenhaut und dunklem Rückenmuster sitzt auf einer grauen, strukturierten Betonplatte neben vereinzelten grünen Blättern

Die Sonne hat sich dann noch vor dem Untergang gezeigt und das sieht dort auch echt super aus.

Ein Graureiher fliegt am späten Nachmittag über eine ruhige Meeresbucht unter einem dramatischen, von dichten Wolken durchzogenen grau-weißen Himmel, während die tiefstehende Sonne golden auf dem Wasser schimmert und das Ufer von dunklen Felsen und satten Büschen gesäumt wirdKieselgestein am seichten Ufer eines ruhigen Sees, flankiert von saftig grünem Buschwerk und dunklen, von der tiefstehenden Sonne durchbrochenen Wolken am Abendhimmel

Und ja, mehr Vögel überall.

Mehrere Steinwälzer mit charakteristisch braun-weiß gemustertem Gefieder und orangeroten Beinen stehen auf moosbedeckten Felsen im seichten, schimmernden KüstenwasserEin Waldstorch mit weißem Gefieder, schwarzen Flügelspitzen und kahlgedecktem, dunklem Kopf steht auf einem verwitterten Holzpfahl vor einem dichten, grünen Buschwerk und einem leicht bewölkten blauen Himmel

Unser Stellplatz hat zwei Palmen und eine echt geile Aussicht.

Ein weißes Wohnmobil mit markantem Wüsten-Aufdruck und einem herausschauenden Hund an der offenen Tür steht auf einem schattigen Campingplatz neben zwei großen Palmen und einem HolztischDramatischer Sonnenuntergang mit violett-rosa Wolken und warmem orangen Lichtstreifen über einer weiten, ruhigen Wasserfläche, eingerahmt von dunklen Bäumen und felsigem Ufer im Vordergrund

Am nächsten Tag wollten wir schon Florida verlassen.