Durch Kalifornien nach Reno

Heute streiften wir Kalifornien (mit überraschend schöner Waldgegend) und kamen in Nevada an.

Noch einmal tanken, Frühstück bei Albertsons kaufen (sehr schmackhafte käseüberbackene Jalapenobagels mit Chickensausage für mich, käseüberbackene Bagels mit Maple Ham für Astrid) und ab nach Kalifornien. Die Gegend wurde überraschend schnell waldig und nett.

Nach der Kalifornien-üblichen Kontrolle, ob wir eh keine Früchte mitführen, wurde es dann doch auch wieder trockener.

Kaum wieder aus Kalifornien raus, schon war Reno da. Wir haben unseren TomTom über die Interstate-arme Anfahrt gebeten und kamen so durch Downtown (total ausgestorben) ins National Automobil Museum. Der Gründer der Harrah’s Kasinos war auch Autofan und hat eine Sammlung von über 1400 Autos zusammengebracht. Da sich die nicht in den Gebäuden ausgehen, wurden hier die knapp 250 hübschesten ausgewählt.

Das schöne an dem Museum: Der Eintrittspreis ist moderat und sie haben auch versucht ein wenig Dekoration in die Gänge zu bringen. Alleine der Türgriff zum Klo ist einzigartig.

Die wichtigste Regel in dem Museum: DON’T TOUCH! Bis auf das Fahrzeug am Anfang, we sie sogar Kleidungsstücke zum Anpassen ans Auto anbieten.

Die Galerien sind zeitlich angeordnet. Man beginnt in der Zeit, wo Autos noch pferdelose Kutschen hießen.

Immer wieder spannend sind die Geschichten zu den Autos. Das folgende Auto wurde z.B. für 500$ verkauft und gab an, das Ding fährt alle Straßen (was man halt damals Straße nannte) rauf. Wer eine Straße mit seinem Auto nicht schaffen würde, sollte diese melden und man bekommt 1000$ Finderlohn… Mutige Ansage.

Viele Autohersteller poppten damals auf und verschwanden später wieder. Einer hat z.B. seine Fabrik verbessert, ist ein Jahr später bankrott gegangen und hat sich danach auf die Herstellung von Eis-Boxen konzentriert. Manche Autos haben dann versucht, mit Farben zu punkten (also neben dem üblichen schwarz).

Am Anfang war es btw auch nicht klar, womit man sein Auto antreiben sollte. Es standen da Dampf, Benzin und Elektro zur Auswahl. Elektro war bei den Damen sehr beliebt, weil man einfach einsteigen und losfahren konnte, ohne den Dampf zu bereiten oder gar den Motor mit der Kurbel anzuwerfen. Elektro war halt auf 50mi oder so eingeschränkt. Am Anfang war Elektro selten, Benzin und Dampf 1:1. Dann erfand man den Elektrostarter und Benzin war nicht mehr zu bremsen.

Es gab auch das berühmte Autorennen 1908 New York nach Paris. Dauer 164 Tage. Da haben sie das Original Gewinnerfahrzeug gefunden und restauriert (in den Zustand des Ankommens). Sie haben dazu extra den Fahrer in hochbetagtem Zustand gefunden und ihn nach seinen Reparaturen am Auto gefragt um sicher sein zu können, daß sie das Original bekommen haben.

Die Gänge zwischen den Galerien sind hübsch hergerichtet.

In der nächsten Galerie erfährt man z.B., daß Royce Rolls zunächst keine fertigen Autos herstellte. Sie haben nur funktionierende Chassis gebaut. Die Armaturen und Sessel und sonstige Sachen, sollten sich die betuchten Käufer bei den Ausstattern ihrer Wahl bestellen. Das gute Stück ist btw aus Kupfer.

Schon früher haben sich die Autobauer mit dem Thema Windkanal und Windschlüpfrigkeit auseinandergesetzt. Das ist der erste aerodynamische Wagen. Quasi das modernste der damaligen Zeiten. Die Leute haben ihn aber nicht gekauft, weil völlig hässlich. Ein Auto hatte gefälligst einen senkrechten großen Kühlergrill.

Auch das Thema RV war schon früh vorhanden. Sowas konnte man als Ford T Kampercar kaufen.

Andere wiederum geben sich Mühe berühmte Fahrzeuge aus Filmen nachzubauen. Astrid war begeistert.

Irgendwann waren Klappagen total in. Und schon mußten das alle haben.

Auch besonders wichtig: Die Kühlerfiguren. Die Dinger wurden immer größer und kantiger. Man würde heute Mordinstrumente dazu sagen.

Dann kam das Zeitalter der Größe. Man hatte genug Platz also warum nicht nutzen. Alleine in den Motorraum bekommt man einen heutigen Kleinwagen hinein.

Oder man baut Echtholz in die Karosserie ein.

In der Galerie der Filmauto erfährt man auch das eine oder andere G’schichtl. Z.B. mußte Magnums Ferrari so umgebaut werden, daß Tom Selleck hinein paßte. Ohne Umbauten wäre sein Kopf über die Windschutzscheibe geragt.

Oder das James Bond Auto, mit 24k Goldbeschichtung. Davon wurden nur 2 gebaut. Sie hatten so sehr Angst, daß man das Ding klauen würde, sie mußten 1000$ Versicherungsprämie pro Monat zahlen.

In den 70er Jahren wollte einer unbedingt einen Rekord brechen. Und weil das nicht so einfach ist, hat er sich einen uralten Rekord gesucht, wo sowas mit moderner Technik doch leicht schaffbar sein muß. Er wollte daher den Geschwindigkeitsrekord von Dampfautos brechen. Der lag bei guten 129mi/h. Er baute das Auto und erreichte kaum 100 mi/h. Also Auto verkauft. Andere wollten es besser machen und haben mehrmals Adaptierungen gemacht. Dann endlich schaffte einer 149mi/h. Die Regelung sagt aber, man muß die Strecke zwei mal hintereinander in gegenläufiger Richtung befahren, damit der Rekord gilt. Bei der Rückstrecke hat der Motor aber aufgegeben und das Auto strandete mit brennendem Motor. Daher wurde der Rekord offiziell nicht gebrochen.

Passend zum Film, gab es auch ein interaktives Barbie Auto.

Das Hotel war überraschend leer, eigentlich verlassen. Wir haben ein Zimmer im oberen Bereich bekommen, aber die Aussicht auf den Bahnhof kann ich nicht weiterempfehlen.

Wenn wir schon über Barbie den Film gesprochen haben. Astrid wollte sich den im nahen IMAX ansehen. Also auf zur Mall. Die ist sehr hübsch angelegt.

Das enthaltene Outdoor Geschäft hat sogar ein Riesenrad im Geschäft. Der Manager hat uns, warum auch immer, zwei Tokens zum Fahren geschenkt (wir wollten eigentlich nur wissen, wo das IMAX ist). Wenigstens hat er uns auch verraten, wo das IMAX ist.

Barbie der Film hat schon recht komische Momente, der Inhalt ist trotzdem holprig und das Ende seltsam. Aber IMAX für Kinofilme hat auf jeden Fall etwas. Wir waren in dem riesigen Saal gerade mal zu 10.

Zurück beim Casino/Hotel war die völlige Totenruhe ausgebrochen. Um vor 10 Uhr!

Am nächsten Tag wollten wir noch ein bißl Reno anschauen und dann über den einsamsten Highway nach Ely fahren.

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