Der heutige Tag sollte in Las Cruces wettertechnisch super werden, also sind wir den einen Tag länger geblieben. Natürlich konnten wir nicht einfach am Campingplatz bleiben, sondern wir haben so ziemlich die ganze Stadt unsicher gemacht.
Der Tag begann unendlich gemütlich auf dem Gras unter den schattenspendenen Bäumen.

Da wir am Vortag nicht alles eingekauft hatten, mußten wir für den Sonntagsbrunch erst einkaufen fahren. Da geht man am besten zu Albertsons: die haben riesige all american sandwiches, deviled eggs, Gemüse, …. alles was das Herz begehrt. Da man aber keinen Sonntagsbrunch am Parkplatz eines Supermarktes haben will, sind wir in den Mesilla Valley Bosque SP gefahren; der soll laut Trip Advisor ganz super sein.
Der Brunch war auch super, nur der SP ist nicht so wirklich toll. Der Garten ist winzig und der Wanderweg durch die Büsche wenig erstrebenswert. Zum Glück ist der Eintritt von $5 nicht so gar arg teuer.

Den viel gerühmten Rio Grande sieht man vom SP aus nicht, da mußt man vorher am Highway stehenbleiben. Wegen der nächtlichen Gewitter ist er überraschend gefüllt und ziemlich braun.

Gut den Magen gefüllt, ging es ins New Mexico Farm and Ranch Museum. Dort soll man sehen, wie die Farmwirtschaft sich entwickelt hat und wie das alles so funktioniert. Gleich nach dem Eingang sieht man den Schmied, der seine Kunst dem Alter nach noch in der guten alten Zeit selbst gelernt hat. Er zeigt z.B. wie man einen Nagel herstellt. Nägel waren früher ein teures Gut. Ein 2 Zoll Nagel hat 4 Cent gekostet, ein Wochenlohn lag bei 3$. Es gab daher eigene Nägelhersteller. Man erwartete von einem guten Nägelhersteller, daß er 114 Nägel (keine Ahnung warum diese krumme Zahl) pro Tag herstellt. Na dann aber in die Hände gespuckt.

Eine große Fläche im Außenbereich ist mit historischem Farmgerät gefüllt. Die sehen zum Teil ziemlich unglaublich aus.

Eine alte Brücke über den Picos River haben sie auch dorthin gerettet.

Zur Farm gehört auch Vieh. Man sieht dort daher Kühe, Pferde, Ziegen und Schafe. An manchen Samstagen dürfen Kinder auch Ponys reiten.

Das Vieh hat jedenfalls eine super Aussicht auf die nahen Berge.

Ein ganzer Barn ist der Milchwirtschaft gewidmet. Man kann an einer Plastikkuh das Melken üben. Es gab auch Melkvorführungen an echten Kühen. Dazu haben sie den klimatisierten Saal mit Sitzreihen vollgepflastert und von hinten kann eine Kuh von außen reingeführt werden. Nur derzeit haben alle Kühe Kälber und geben daher die Milch nur an die eigenen Jungen. Also keine Vorführung.

Am Gelände blühen sehr hübsche Kakteen. Irgendwie nicht ganz der erste Gedanke, den ein Mitteleuropäer mit Landwirtschaft verbindet.

Windräder als Wasserpumpen waren früher überall zu sehen. Jetzt vorwegend in Museen wie diesem.

Im riesigen Eingangsgebäude haben sie verschiedene Ausstellungen. Z.B. einen alten Kramersladen wie er früher ausgesehen hat.

Das berühmte Ford T Modell mit einer dazu passenden Tanksäule. Lustige Technik: Man pumpt mit einer Handpumpe das Benzin aus einem unterirdischen Tank in den Glasbehälter, mißt so die Menge in Gallonen und läßt dann das Benzin ins Auto rinnen.

Insgesamt ist das Museum sehr wenig living, weil ein alter Schmied noch kein living Museum macht. Die Tiere sind vorwiegend da, viele sieht man nur aus großer Entfernung. Die Maschinen sind eher lieblos aufgestapelt. Auch hier ist der günstige Eintrittspreis eine Entschuldigung.
Weiter ging es in Richtung Mesilla’s altem Stadtzentrum. Die genaue Adresse haben wir google maps entlockt (TomTom kennt das nicht als POI). Für das WLAN mußten wir leider einen Starbucks besuchen. Sehr traurig.
Man trinkt aber gerne gefrorene Getränke bei 32 Grad (im Schatten). Hier ein flüssiger S’more. Ganz nebenbei beachte man, daß dort auch im Freien das Rauchen verboten ist.

Leider haben wir den Markt in Las Cruces um einen Tag verpaßt. Um so überraschter waren wir, daß am alten Hauptplatz von Mesilla Marktstimmung herrschte. Und weil der typische Amerikaner nicht parallel parken kann, haben wir sogar am Hauptplatz einen Parkplatz bekommen.

Die alte Kirche sieht immer noch hübsch im Sonnenschein aus.

Rund um den Grasplatz sind Stände, wo man verschiedenste Handwerkskunst kaufen kann. Unter anderem stand dort auch der alte Mann, von dem wir letzten Herbst die wunderbaren Stahlfiguren gekauft haben. Wir sind da leider wieder schwach geworden, sodaß bald Eidechsen in unsere Wohnung einziehen werden.

Spannend ist die Geschichte eines Hauses an dem Platz. Es war einmal der Sitz des Gouverners, es war einmal ein Gericht und jetzt ist es ein Giftshop. In dem Haus wurde Billy the Kid zum Tode verurteilt; daher der makabere Name Billy the Kid Gift Shop.

Zurück am Campingplatz war ein wenig Erholen angesagt, bevor es in den warmen Pool ging. Die Wolken waren zu dem Zeitpunkt schon fast verschwunden, die Reste verkrümelten sich bis zum Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag sollte es zu den Carlsbad Caverns gehen. Leider sagte aber die Web-Seite des NPs, daß der Aufzug kaputt war.