Der erste Fahrtag

Bis jetzt konnte ich es hervorragend vermeiden einen reinen Fahrtag zu haben. Jetzt hat mich jedoch die Zeitknappheit und das Wetter doch noch zu einem Fahrtag gezwungen.

Der Hintergrund zu der Geschichte: In Weatherford war es sehr warm (30°C+) und es wurde dort nur noch wärmer (in den nächsten Tagen 35°C+). Wir mußten aber in den Westen und überall dort kam eine Kaltfront durch; mit Gewittern und ungemütlichen Temperaturen von 20°C Höchstwert. Das ging garnicht. Also mußte eine Lösung her. Theoretisch hätten wir es auch einfach aussitzen können, denn nur 2 bis 3 Tage später wäre die Front weg gewesen, aber so viel Zeit hatten wir nun auch wieder nicht mehr. Die Lösung war daher ein langer Fahrtag. Geplante 630mi (=1014km) mit den öden Geschwindigkeiten der USA.

In der Früh im Bad konnte ich die Heimatbegeisterung des Eigentümers nicht übersehen.

Das Wetter war sonnig, wenngleich auch ein wenig hochnebelig. Damit hätte ich schon leben können, aber wir mußten durch die Kaltfront in den Westen. Das Gute an Texas ist, daß wenigstens die Limits erträglich sind. Auf normalen Highways 70-75mi/h, das hat man am Vortag schon bemerkt, wo gleich an der Grenze zwischen Lousiana und Texas das Limit von 55 auf 75 raufgegangen ist. Nur bei Autobahnen sind sie zurückhaltender, da bleibt es bei 70 bis 75. Aber besser als nix.

Das neblige blieb einige Zeit und wurde nur dichter. Sonnenbrille oder nicht ist da die Frage. Aber dann wurde es wolkiger. Dafür dazwischen noch heller.

Die I20 ist im Vergleich zur altbekannten I10 nahezu bevölkert. Alle paar Meilen kommen Städtchen, es ist immer was los. Ganz das Gegenteil zur I10 wo es vorwiegend gerade und einsam ist. Trotz der quasi Überbevölkerung steigt im zweiten Teil der I20 das Limit auf ungeahnte 80mi/h.

Kaum auf der I10 gelandet, so bei Van Horn wurde es tatsächlich wie versprochen kalt und sehr wolkig. Das hat wohl auch die Polizei rausgescheucht, denn so viele Sheriffs habe ich noch nie in der Gegend gesehen. Haben immer schön abkassiert. Wir haben wenigstens keinen Tropfen Regen gesehen, was das Fahren schon erleichtert hat. In El Paso hätte es eigentlich schütten sollen, aber da wurde es schon freundlich. Gar nicht so schlecht.

In Las Cruces war es voll sonnig, nur in den umliegenden Bergen haben sich ein paar Wolken gefangen. Wir kamen noch eine gute halbe Stunde vor Sonnenuntergang, 3 Minuten vor Büroschluß des Campingplatzes. Gingen sich die Meilen also doch gut aus.

Somit hatten wir einen Tag gewonnen, den wir verplanen konnten. Yeah!

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