Downtown Baton Rouge und eine Landpartie

Wie immer bei US Bundesstaaten ist nicht die bekannteste Stadt die Hauptstadt, sondern irgend eine andere i.A. völlig unbekannte und wenn es geht auch noch kleine Stadt. Ein paar Beispiele:

  • Florida: Nein, nicht Miami sondern Tallahassee
  • Kalifornien: Nein, nicht Los Angeles oder San Francisco sondern Sacramento
  • Texas: Nein, nicht Dallas oder San Antonio sondern Austin
  • Nevada: Nein, nicht Las Vegas sondern Carson City

Das kann man noch lange so weiterführen. Baton Ruge ist aber die Hautstadt von Lousiana (und eben nicht New Orleans). Wenn man schon da ist, kann man auch einen Blick auf Downtown werfen, bevor wir uns auf eine Landpartie durch Lousiana und Texas begeben haben.

Das Old State Capitol ist leicht zu finden, wenn man ein Navi hat. Schwieriger ist dort einen Parkplatz zu finden, denn die Garagen sind teuer und die Plätze haben nur Tagestarife. Nach zwei Runden entdeckte ich einen Street Parkplatz und stürzte mich mit einer mutigen Wendung auf einer Kreuzung hin. Und was für ein Glücksfall das war: Der Vorgänger hat auch noch Geld für eine Stunde drinnen gelassen. Gratisparken!

Downtown in dem Bereich kann locker zu Fuß erkundet werden, es gibt auch einen Trolley für den Bereich bis zum neuen Capitol, aber da wollten wir eh nicht hin. Beim Art Center haben sie überall Springbrunnen verteilt. Schauen gut aus. Das weiße Ding ist mit National Landmark beschriftet. Wenn ich nur wüßte was es sein soll. Stehen tut da nix.

Die Häuser sind hübsch mit Ziegeln und weißem Zement gebaut, ein Kaffeehaus paßt auch gut hinein.

Das alte State Capitol ist heute ein Museum für Politik. Man kann auch gratis reingehen, aber so spannend finde ich das jetzt auch nicht. Vielleicht habe ich hübsche Räume verpaßt, aber ich bin kein so großer Museumsfan. Und das sah schon so aus, als wollten sie auf mich einreden.

Der Platz ist irgendwie anders als die, die ich sonst kenne. Es wird Musik aus dem Neujahrskonzert gespielt, überall laden Tische und Sessel zum Verweilen ein, was die Leute auch gerne tun, es ist fast gemütlich.

Die Häuser sind auch farbig verschieden. Macht es individueller.

Die Veranstaltungsüberdachung ist mutig. Wer traut sich da drunter? Künstler sind keine Statiker und ob der Statiker das hinbekommen hat???

Rundherum zur noch bekannteren Seite des Old Capitols.

Auch hier überall Springbrunnen, die in verschiedenem Takt tanzen.

Am Weg zurück zum Auto noch ein paar Blinkwinkel des Old Capitols.

Mit dem Auto sind wir die knappe Meile zum neuen Capitol gefahren. Na wenn das Ding besser ist?

Dahinter ist ein See, der recht hübsch wirkt. Aber nur einen Block entfernt beginnt die Industrie und die Raffinerie. Nicht wirklich lauschig.

Wir sind gleich weiter zum Highway 190, der uns fast bis ans Ziel der Reise gebracht hat. Um Baton Rouge jedoch verlassen zu können, muß man über den Mississippi. An die alte Eisenbahnbrücke haben sie links und rechts eine Fahrbahn ‘drangemacht’. Wenig vertrauenserweckend aber es ist die offizielle Ersatzbrücke, wenn die I10 steht. Das seltsame Band auf Stelzen auf den Bildern, ist eine Eisenbahnbrücke der simplen Art: Steher und oben einfach die Gleise drauf.

Zunächst geht die 190er wie eine Autobahn dahin, ist ja der Notfallersatz für die I10. Die Brücken sind aber auch da alte Handwerkskunst.

Nach der I49 wird schnell ein normaler Highway daraus und man kommt durch nette Städtchen.

Der Camingplatz ist am Ende der Welt, obwohl die Stadt recht groß aussieht. Man hat eine direkte Abfahrt von der Ringstraße rund um die Stadt. Trotzdem hält sich der Lärm in Grenzen. Die Beschreibung, nur die gut betriebene Kuh-Farm ist Nachbar, ist aber dann doch zu dick aufgetragen.

Es ist der billigste Campingplatz der Reise. Nur $16.20. Wäre auch super gewesen, wenn der Besitzer nicht vergessen hätte den Baumberegner abzustellen und so alle Zeltplätze geflutet hat und die darin befindlichen Ameisen zur Attacke geblasen haben wie ich nach einem trockenen Stück gesucht habe. Dafür geht das Internet so gut wie auf keinem Platz bisher.

Am nächsten Tag sollte es in den Großraum Dallas/Fort Worth gehen.

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