Wenn man in Miami ist, ist der Everglades NP quasi ein Muß. Zumindest für mich. Auch wenn die Bedingungen heute eher schlecht waren: Sommerliche Schwüle und 95°F (=35°C) sind gut für Gelsen, aber weniger für Menschen; kluge einheimische Tiere sind da auch im Schatten und zeigen sich wenig.
Der Campingplatz in Miami ist lebensgefährlich. Ganz prinzipiell ist die Idee ja nett, man übernachtet im Zelt unter Bäumen und die Sonne dringt nicht durch.

Aber wenn man mitbekommt, daß die Bäume Teil einer alten Avocadoplantage sind, dann sollte man gewarnt sein. Derzeit ist nämlich Erntezeit für Avocados. Und was passiert wenn man sie nicht erntet? Korrekt, sie fallen runter. So aus 2 bis 3m Höhe. Und wer weiß wie groß so ein Ding ist, das da neben einem einschlägt und einen Krater im Boden verursacht? Yup.

Bis jetzt hatten wir hier nur zwei near miss. Wenn ich den Bericht hier nicht fertig schreibe oder wenn ab jetzt nix mehr kommt, dann war daran wahrscheinlich eine Avocado schuld. ![]()
Wir sind heute in den von uns sehr geliebten Everglades NP gefahren. Wie schon gesagt, durch die hiesige Hitzewelle ist es sommerlicher als im Hochsommer, aber man kann nicht alles haben. Die Hoffnungen auf Tiersichtungen haben wir schon im Vorfeld ziemlich eingeschränkt. Bei der Einfahrt in den Park, ging es aber gut mit einem Blue Heron los.

Das Wetter war wolkig, aber die Sonne stach gnadenlos herunter. Ob das ohne Gewitter abgehen würde? Laut Wetterbericht gab es nur eine 20%ige Gewitterwahrscheinlichkeit. Das war aber auch gestern so, wo hier alles unter Wasser stand. ![]()

Die nette Dame im Visitor Center hat uns mehrmals gefragt, ob wir eh genug insect repellent hätten, das mit mindestens 25% deet. Und ja, wir hatten das mit 40% und einen Spray mit 100%. Also haben wir das auch ausreichend benutzt, bevor wir weitergefahren sind. Aber ganz so dramatisch war es denn nun auch nicht. Ok, dunkle überwucherte Gänge sind eine gefressene Sache…

Aber sonst war es auch nicht schlimmer als sonst. Der Ausblick vom erhöhten Boardwalk war wie immer super.

Wer immer noch glaubt, die Everglades sind ein Sumpf, dem sei so ein Foto gezeigt; das Wasser ist kristallklar!

Auf einem Parkplatz ist mir der hübsche Bursche vor die Kamera gelaufen. Mich hat es gewundert, daß das arme Vieh am Asphalt nicht gebraten wurde. Ich hätte mich heute mehrmals fast verbrannt, weil ich metallische Oberflächen wie das Auto berührt habe.

Auch wenn es heute weniger Tiere gab, sind solche Landschaften mit Wolken nicht genug?

Am südlichsten Punkt, Flamingo, haben wir uns mit kalten Getränken und einem Eis gelabt. Die Leute in der Marina haben uns tapfer versucht einzureden, daß die Bootsfahrt ur tolle Tiersichtungsmöglichkeiten bringt und das ganze eh nur 33$ pro Nase kosten würde. Keine Ahnung, ob da jemand darauf reingefallen ist. Ich habe die Tour ja schon vor langer Zeit gemacht und da kam als Text des Führers: “Ich liebe Büsche und Pflanzen auf der Strecke, denn die sind immer da und ich kann etwas darüber erzählen”.

Bei der Rückfahrt machten wir an diversen Seen halt.

An dem wartete ein Geier auf mich. Sah ich schon so fertig aus? ![]()

Am Anhingatrail, ganz im Norden, gleich beim Eingang, sieht man eigentlich immer Tiere. Da war es heute auch eher leer, aber immerhin, einen Anhinga habe ich gefunden.

Voller Hoffnung ging es auf die Suche nach Tieren. Dem Boardwalk entlang. In der Entfernung grollte ein Gewitter.

Nix. Aber der nahezu sichere Platz hat dann doch einen Treffer gebracht. Natürlich im Schatten.

Ziemlich durchgekocht ging es zu einem Walmart zum Getränkekauf (die gehen hier weg wie was) und danach zu Krispy Kreme, denn obwohl die Kette aus dem Westen ist, sind die Doughnuts hier im Osten wesentlich besser. Sie haben auch andere Sorten. Der etwas bewölkte aber trockene Abend begann mit einer Erholung im riesigen Pool. So kann man es aushalten, wenn es wärmer als üblich ist.
Am nächsten Tag sollte es auf die Keys gehen, die 5 Nächte im Bahia Honda SP begannen.