Der Tag begann überraschend sonnig. Überraschend deshalb, weil wir mitten am Platz ohne Bäume standen und das Zelt war schattig. Schlußfolgerung: Wolken. Aber dann kam es doch anders.
Man macht das Zelt auf und sieht strahlend blauen Himmel. Wie das sein kann? Die Palmen links im Bild werfen einen echt langen Schatten. Bis zum Zelt.

Beim Frühstück wurde es schon warm und nach dem Zusammenpacken war es wieder Zeit für den Pool. Um 11 Uhr mußten wir wieder draußen sein, der einzige gute Grund den Pool so bald wieder zu verlassen. Wir gaben Marco Island und dem Strand eine zweite Chance. Laut Internet gibt es einen öffentlichen Bereich, der sich Tigertail Beach nennt. Mit dem Navi haben wir auch hingefunden, eine Beschilderung fehlt komplett. Der dortige Aushang unterscheidet sich aber gar erheblich vom Internet Text. 1.50$ pro Stunde parken oder 8$ für den ganzen Tag stand im Internet. Ich wollte nicht baden, ich wollte mir die Gegend ansehen und ein paar Minuten beim Strand sitzen. Besonders wollte ich auf Vogelsuche gehen, denn angeblich ist der Strand zum Baden eh schwach, aber die Vögel sollen super sein. Nur vor Ort wußten sie nix von stundenweisem Parken. Und nur zum Reinschauen wollte ich keine 8$ zahlen. Also keine Vögel dort, weiter durch die echt hübschen Häuser. Dort sollte man jemand kennen, der einem in so einem Haus wohnen läßt. Da würde ich wahrscheinlich nicht einmal auffallen, bei der Größe.

Überall dazwischen Kanäle, damit man mit dem obligaten Boot auch zum Haus fahren kann. Oder im schlimmsten Fall zu so einer Marina.

Ein Kurzbesuch auf Capri Island brachte wenig Neues, nur die Häuser sind dort kleiner und wohl auch günstiger.
Noch ein wenig mehr gegen Festland wird man von einem Schild des Florida Bird Watch Trails angezogen. Wir sind dem gefolgt und kamen ins Rookery Bay Reserve. Das beste darin ist der Boardwalk. Statt dem Visitor Center gibt es dort eine Polizeistation (Abteilung Wildtier und Fischfang). Zum Boardwalk geht man also nicht durch das ehemalige Visitor Center, man geht außen rum den Pfeilen durchs Gestrüpp folgend. Der Boardwalk hat schon ein paar Jahre am Buckel, ist aber sehr schön und hat zumindest mich noch ausgehalten.

Man sieht die üblichen Mangroven, Hammocks und Teiche. Alles sehr schön, nur die versprochenen Vögel waren weder zu hören noch zu sehen. Am Aussichtspunkt haben sie Daten und gesichtete Vogelarten hingeschrieben. Die letzten vom April.

Wenn man die Straße bis zum bitteren Ende fährt, verschwindet die Straße im Wasser. Dort kann man Kanutouren buchen und die Natur direkt erleben. Wenigstens da habe ich einen Reiher gesichtet, der laut schreiend angeflogen kam.

Damit zum nächsten Teil des Actionmarathons, Minigolf spielen. Heißt hier wegen der Aufmachung Adventure Golf und das Thema ist immer Piratenzeugs. Genauso wie das immer fließende Wasser türkis ist. Unser Problem bei dem Golf: Wie wir ankamen hing eine ziemlich finstere und laute Wolke über der Gegend und alles war ur naß. Dafür war es fast kühl (nur 30 Grad?). Spiel beginnen oder nicht? Ein paar Minuten haben wir überlegt, dann Sch*** drauf gesagt und sind reingegangen. Wenn man beide Runden spielt, ist die zweite fast geschenkt. Also haben wir das getan.
Die Bahnen sind ganz gut, es sind nicht die kreativsten, aber sie sind gut. Nur manche standen ein wenig unter Wasser.

Die grollende Wolke verzog sich nach ein paar Minuten und ab da war es echt warm: 35°C und 100% Luftfeuchtigkeit. Da ist jeder Schritt in der Sonne ein Schweißausbruch. Die Sonne sticht btw hier, daß es auf der Haut brennt. So muß sich eine Laserbehandlung eines Tattoos anfühlen.
Nach zwei echt warmen Runden ging es in das noch viel wärmere Auto (das zum Glück schwarz ist, damit man keine Sonnenstrahlen verschwendet) und über den Tamiami Trail zum Campingplatz. Je näher wir jedoch der Ostküste kamen, desto dunkler wurde es. So RICHTIG dunkel. Es fing an zu tropfen, überall standen sehr tiefe Pfützen, aber so richtig losgedonnert hat es nicht. Das ging bis am Campingplatz so. Dort verzogen sich die Wolken und die Sonne kam raus. Ok, die eine Pfütze der ich nicht ausweichen konnte hat bei 30mi/h eine Fontäne von mehreren Metern Höhe und Breite erzeugt, aber den zugehörigen Regen habe ich zum Glück versäumt.
Am nächsten Tag sollte es in den schon oft besuchten aber echt schönen Everglades NP gehen. Noch war unser NP Paß ja gültig.