Auf geht es in den Süden, denn von Norden jagt uns eine regnerische Kaltfront vor sich her. Also lieber flotter nach Savannah, denn da sollte es den ganzen Tag sonnig und warm sein. Und wie warm…
Dieses mal war es so wie ich es lieber mag: Erst die Fahrarbeit und dann das Vergnügen. Wir sind zunächst durch Atlanta durch (da gibt es zum Glück eine HOV Lane) und obwohl es Sonntag war, war auf den Interstates die Hölle los. So als ob alle in der Freizeit nix besseres zu tun haben als Auto zu fahren. Bei Baustellen gab es immer gleich Stau. Also kaum ein paar Minuten durch leicht erhöhte Geschwindigkeit gewonnen, schon viele Minuten Bonus für eine Baustelle.
Die I16 ist btw eine der langweiligsten die es gibt. Leicht hügelig, links und rechts Bäume und Büsche. Viele Meilen lang. Aber trotzdem habe ich es endlich geschafft und wir sind durch Savannah gefahren. Die Stadt hat eine der hübschesten Altstädte die ich kenne, aber bei 34 Grad und Sonne war ich lieber auf einer der Inseln. Alleine die Durchfahrt zeigt aber einiges vom Flair.

Mich zog es zum Fort Polaski. Der Aufbau ist klassisch. Nur das grüne Ding war für mich neu. Wird von jeder Seite nicht anders.

Die Idee dahinter ist simpel. Der Eingang ist zu schützen. Daher haben sie vor den Eingang noch eine Insel gebaut, unter der Vorräte gelagert sind und auf der Insel waren jede Menge Kanonen. Zu den Zeiten des Bürgerkrieges waren sie noch nicht so schlau, da hatten sie dort noch die Küche. Aber dazu später mehr. Die Brücke zur Vorinsel konnte natürlich hochgezogen werden.

Die ganze Insel ist untergraben wie ein Präriehundbau.

Heute stehen dort keine Kanonen mehr, aber man sieht überall die dafür hergerichteten Plätze.

Wenn man es durch die Vorinsel geschafft hat, sieht man den Haupteingang. Hinter den Schlitzen sind die Quartiere der Leute gewesen. Also der verletzlichste Teil des Forts.

Der Wassergraben ist ziemlich bevölkert. Fische, die wiederum Vögel anlocken.

Innen ist der Platz eben, alle Gebäude sind in den Wänden enthalten. Dieses Fort ist dabei völlig erhalten. Sehr selten.

Sie haben versucht auch die Quartiere darzustellen. Wie immer, je höher der Rang, desto besser das Quartier.

In den anderen Mauerteilen waren Lager aber viel häufiger Kanonen untergebracht. Jedes Fenster eine Kanone.

Oben am Dach waren auch Kanone an Kanone gestapelt. Das muß fetzig ausgesehen haben, wie sie voll besetzt waren.

Obwohl das Fort so gut erhalten ist, ist es im Bürgerkrieg eingenommen worden. Da halfen auch die vielen Kanonen nix.

Die Nordstaatler bauten eine Ewigkeit am gegenüberliegenden Ufer Stellungen auf. Den Fortleuten war es wurscht, denn sie konnten nicht so weit schießen, also sollten sie dort rumlungern. Nach Monaten kam ein Bote zum Fort und meinte, sie mögen sich doch bitte ergeben. Die fanden das lustig. Aber nicht sehr lange, denn wie sie abgelehnt hatten, fingen die anderen vom Ufer zu schießen an. Und die hatten neue Kanonen mit einem Zug im Lauf. Damit trafen sie extrem gut und haben auf die schnelle eine Ecke vom Fort völlig demoliert. Als sie dann die Pulverkammer auch anfingen zu erwischen, hat sich der Kommandant des Forts eines besseren besonnen und hat aufgegeben.

So schnell wendet sich das Blatt. Sie mußten dann das Fort wieder reparieren und durften gehen. Fortan waren die Nordstaatler die Herren des Forts. Aber sie waren umzingelt von Südstaatlern. So warteten sie auf das Kriegsende und hatten zwar einen gefangenenähnlichen Status, aber sie waren frei von Kriegsdiensten und das Fort gehörte ihnen.
Den ‘Burggraben’ zu durchschwimmen war btw auch keine gute Idee. Da schwimmt heute noch was anderes.

Der Ausgang von Innen sieht auch ganz nett aus. Da wollte man nicht versuchen ein- oder auszubrechen.

Weiter ging es an den Tybee Beach. Das war aber eine ziemliche Enttäuschung, denn das Dörfl könnte Caorle sein und es gibt keinen einzigen Parkplatz, den man nicht zahlen muß. Der Strand ist weiß, aber schmal und überbevölkert. Da wollte ich nicht aussteigen, sondern bin gleich zum Campingplatz gefahren. Der liegt an einem kleinen See und ist echt ruhig und hübsch. Da habe ich es gut ausgehalten.

Da das Wetter wieder einmal etwas schwierig war, planten wir am nächsten morgen weiter in den Süden in Richtung Daytona Beach zu ziehen.