Der Wildlife Safari Park und Essen bei Joe’s Kansas City BBQ

Der Zoo hat vor kurzem ein Naturzentrum übernommen und macht dafür Werbung. Also schauen wir uns das doch an. Kann ja nur besser werden. Der Weg ging weiter durch Kansas City und laut meinem Freund darf man dort den Besuch bei Joe’s Kansas City BBQ auf keinen Fall versäumen.

Der Wildlife Safari Zoo (ja so genau hieß er auch wieder nicht) wurde vom Doorley Zoo übernommen. Nach dem gestrigen Erlebnis kein gutes Vorzeichen? Wir haben uns nicht viel erwartet, der Eintrittspreis ist niedrig und wir haben eine kurze Attraktion gesucht. Der Einfahrtsbereich sieht verwahrlost aus, die Büsche fressen schon die Straße. Eine freundliche alte Dame nimmt uns das Geld ab und erklärt die üblichen Drive Through Regeln. Und los ging es. Die Straße ist gleich am Anfang unter jeder Kritik. Riesige Steine und Gräben von Regenfällen. Da sind die erlaubten 7mi/h nie zu erreichen. Ich habe ja keinen Hummer.

Das erste Gebiet enthält Elche. Nach ein paar Kurven sind auch schon die ersten zu sehen. Imposante Geweihe. Der schaut btw nur deshalb so dämlich drein, weil er gerade genüsslich sein Gras mampft.

Der nächste Elch wurde zur Straßensperre. Fahr doch mal an dem vorbei, wenn Du kannst.

Auf der sonnigen Wiese lagen viele Elche rum. Stress ist dort absolut keiner zu bemerken.

Was aber auffällt: Das Areal nur für die Elche allein ist riesig! Da lebt es sich sicher gut als Elch.

Die Weißwedelhirsche sind mit einem Gitter von den Elchen getrennt. Keine Ahnung warum, denn Platz wäre genug. So haben die Weißwedelhirsche auch noch irrsinnig Platz. Ist irgendwie genau anders als beim Zoo von gestern: Alle haben so viel Platz, daß sie die Zäune nur durch Zufall finden.

Der darauf folgende Teich ist die Heimat von einigen Pelikanen. Die haben das sonnige aber nicht heiße Wetter (30 nichtschwüle angenehme Grad) auch genossen. Dort darf man auch zum ersten mal das Auto parken und zu Fuß den Teich erkunden.

Auf der Rückfahrt kommt man dort wieder vorbei. Da habe ich eine Wasserschildkröte retten wollen, weil sie zielstrebig über die Straße gerannt ist. Bis ich bemerkt habe, daß dort auch ein Teich ist. Habe ich halt nur aufgepaßt, daß sie am Weg nicht von einem Auto geflacht wird. Happy ist sie im hohen Gras verschwunden.

Kurz danach kommt man zum großen Parkplatz, von wo man den Streichelzoo erreicht. Ein paar Hühner und Ziegen wurden von den wenigen Kindern gescheucht und wenig gut behandelt. Die bräuchten dringend eine ‘Nachschulung’ im Umgang mit Tieren. Eine Ziege hat sich auf den Kübel gerettet.

Ein recht großräumiges Gehege ist den verletzten Weißkopfadlern gewidmet. Sie werden dort auf Lebensdauer gepflegt und dienen als Lerntiere. Die zwei, die ich gesehen habe, waren aber noch gut beieinander. Habe sie halt nicht fliegen sehen.

Ein mehrstöckiger Aussichtsturm gibt einen Überblick über den anschließenden Vogelteich. Pelikane, kanadische Gänse, Kraniche und sonstiges Geflügel treibt sich dort herum. Übrigens ist der Name kanadische Gans nicht so ganz richtig: Keine Gans ist so dumm und lebt dort. Die ziehen nur ihre Jungen im warmen Sommer dort auf und flüchten im Herbst in den Süden.

Ein kurzer Wanderweg führt zu den riesigen Gehegen der Bären und Wölfe. Auf dem Weg dorthin kleine Volieren für kleine Käuze. Die mögen die Sonne beim Schlafen.

Ich habe zwei Bären gesehen. Die haben aber so viel Platz, wie gestern alle Bären zusammen nicht hatten. Ur cool.

Die Wölfe haben ebenfalls so viel Platz, daß es schwer ist welche zu finden. Einen habe ich in der Entfernung erahnt und mit dem Tele herangeholt.

Am Kranichteich vorbei geht es zu den Bisons.

Auch die können nur durch Zufall den Zaun finden, denn das sind unendliche Weiten, wo sie herumlaufen können. An dem Tag lagen alle beim Eingang in der Sonne. Die waren leicht zu finden.

Am Rückweg beim Kranichteich sieht man beim genauen Hinschauen jede Menge Schildkröten. Durch die Wasserlinsen sind sie perfekt getarnt.

Die wenigen Tiere beim Visitor Center sind eh lieb, aber wohl vorwiegend zum Drüberreden gedacht. Der Zoo kann natürlich eine bessere Straße brauchen, noch verschiedene Tiere aufnehmen (die Gehege können locker auch andere Tierarten noch dazubekommen), noch mehr riesige Gehege wären natürlich auch toll, ABER den Tieren geht es darin prächtig und man freut sich Tiere in quasi realer Natur sehen zu können. Besser kann das Zooerlebnis nicht sein.

Die Fahrt nach Kansas City ist nicht besonders spannend, man sollte nur bemerken, daß die trockene Gegend nun endgültig vorbei ist. Überall Gras, grüne Büsche und Bäume. Heute waren die aber ein hervorragendes Zeichen dafür, daß es echt windig ist, denn die Büsche sind nur so herumgefetzt, das Gras lag. Da werden auch nur 200mi zu einer längeren Strecke, wenn man auf der Autobahn herumgeblasen wird.

Trotzdem kamen wir bald auf die Ringautobahn von Kansas City, wo wir laut TomTom zu Joe’s Kansas City BBQ kommen sollten. Das Ziel kam immer näher und…. Nix. Nur Lagerhallen und eine billige Tankstelle. Wieder ein POI, der bei TomTom nicht stimmt. Kein Problem, ich habe mir die Adresse von Google Maps auf’s Handy schicken lassen. Auf den Eintrag getippt, Google Maps lädt, sagt mir das ich kein Internet habe und beendet sich wieder. Den Eintrag löschend. BRAVO GOOGLE!

Also das ganze in den eingebauten Garmin eingetippt. Der sucht und findet nix (obwohl unter dem Namen nachweislich drei Restaurants existieren). Also TomTom noch einmal vertraut und das zweite Restaurant gewählt, daß eh nur auf der anderen Seite der I35 liegt. Und siehe da, das hat gestimmt. Aber jetzt ehrlich, man braucht drei Systeme um drei mal zu scheitern???

Aber egal, zurück zum BBQ Restaurant. Ein Typ macht zum Spaß an einer BBQ Meisterschaft mit und schneidet ganz gut ab. Also kauft er einen professionellen Smoker, nimmt sich 4 Freunde und geht das ganze voll als Team an. Zwei Jahre später hat er fast alle Preise gewonnen, die man so in der BBQ Szene gewinnen kann. Leute fragen ihn, ob er nicht Catering machen will oder gleich ein eigenes Restaurant eröffnen. Langes Zögern, dann mit Hilfe eines Bekannten ein Restaurant in Oklahoma eröffnet. Kurz darauf fällt ihnen eine Tankstelle mit angeschlossenem Imbiss, gleich neben ihrem Haus in Kansas City, in die Hände.  Ein zweites Restaurant wird gegründet. Einige Jahre später geht der Mitbesitzer in Pension nach Texas. Das Restaurant in Oklahoma wird geschlossen, das in Kansas City alleine übernommen. Inzwischen sind sie weltberühmt, alle Gourmetzeitschriften haben schon berichtet und sie haben zwei weitere Restaurants in der Nähe eröffnet. Mehr wollen sie aber nicht.

Wir hatten ein Beef Brisket (Rinderbrustspitz) und ein Z-Man (Beef Brisket mit Käse und Zwiebelringen) Sandwich. Wirklich super gut! Nicht ganz billig, aber auch nicht schlimmer als Portillos. Man könnte sich da durch die Speisekarte durchfuttern. Gibt auch Huhn und vegetarische Sandwiches. Der Spruch dazu auf der Karte: Welcher vernünftige Griller hat ein vegetarisches Sandwich im Programm? Wir. Hey, wir schreiben das Jahr 2015!

Sie verwenden beim vegetarischen Sandwich geräucherte Pilze statt dem Fleisch. Das kann sogar ich mir gut vorstellen.

Das Restaurant ist natürlich amerikanisch eher fastfoodartig aufgebaut, aber sieht nett aus:

Mit gefülltem Magen ging es zurück auf die Ringautobahn und nach 45 Minuten haben wir den Campingplatz erreicht. Ein weiterer Tag mit wieder angenehm warmen Wetter. Die Kälte des Yellowstone NP ist überwunden: Bei Tag gute 30°C in der Nacht noch kühle 19.

Und um das Wetter so zu erhalten, geht es weiter in den Südosten.

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