Die Yellowstone und Grand Teton NPs

Heute hatten wir den ganzen langen Tag Zeit um sich die beiden Parks anzusehen. Aber wer diese beiden Parks kennt weiß, daß kann nur ein reinschnuppern werden. Aber wir haben viel geschnuppert.

Der Tag begann mit einem Bisonstau der besonderen Art. Man kam nicht auf den Parkplatz eines Geysirbeckens, denn da stand ein Bison rum und zeigte deutlich, daß er Vorfahrt hat.

Endlich bei den Geysiren angekommen, zeigte sich im strahlenden Sonnenlicht die Farbenpracht der Bakterien im warmen Wasser. Hätte man nicht schöner malen können.

Wenn Wasser und Schlamm vermischt sind und von unten Gas nachkommt, entstehen mud pots. Da blubbert es und es bilden sich die interessantesten Formen. Ist wie ständiges automatisches Bleigießen.

Wenn man Glück (oder echt viel Geduld hat) geht ein Geysir neben einem los. Bei der Anzahl an Geysiren in Yellowstone, kann man locker auf sein Glück setzen.

Als Baum hat man es in der Gegend schwer. Einerseits ist es im Winter nicht so kalt, andererseits wenn sich der Wasserstrom ändert, kann man ganz schnell gekochte Wurzeln bekommen. Wenn man sich dort umsieht, passiert das gar nicht so selten.

Heißes oder kaltes Wasser ist im besten Fall vorwiegend klar und farblos. Wenn ein Geysir losgeht, spritzt es rum und Dampf ist zu sehen. Sehr nett. Bunt wird die Angelegenheit erst, wenn Bakterien ins Spiel kommen.

Wenn ein Geysir losgeht ist auch eine sehr allgemeine Bezeichnung. Die einen schießen Wasser wie blöd raus, andere fauchen nur mit Dampf und wieder andere Blubbern kräftig in einem Becken; da gibt es viele Variationen.

Was passiert eigentlich mit dem ganzen Wasser, das da rausgeschossen wird? Sie laufen i.A. über bunte Rinnen in einen Fluß. Auch das sieht sehr nett aus.

Wenn nur genug Geysire losdampfen, dann bildet sich je nach Windlage eine ganze Dampfwand. Und davor springt das Wasser lustig herum. Wenn sich der Wind dreht verschwinden manche Geysire im Dampf und andere tauchen wieder auf. Eine gespenstische Vorstellung.

Bei vielen der großen Becken wünscht man sich einen Aussichtsturm, um die Becken besser von oben sehen zu können. Die ganzen bekannten hübschen Fotos von bunten Geysirbecken sind daher aus der Luft gemacht. So wie dieses Werbefoto vom NP Service (man beachte der Strich unten ist ein Boardwalk, in der vollen Größe sieht man auch Menschen darauf laufen):

Als armer Besucher muß man mit deutlich flacheren Ansichten auskommen. Daher eignen sich eher kleinere Becken deutlich besser als die bekannten Großen, denn von den Großen sieht man ja direkt davor nur wenig.

Wenn irgendwo ein Geysir voll lossprüht, rennen i.A. die Leute mit Kameras einfach los. Dann sollte man entweder in Deckung gehen, oder mitrennen. Cooles Smiley

Bei einigen Geysiren gibt es Tafeln, mit Schätzungen wann er wieder losgehen wird. Da kann es aber Ungenauigkeiten von +/- 12 Stunden geben. Sie sind also eher froh, wenn sie den Tag erraten. Die meiste Zeit steht dann der Geysir rum und dampft vor sich hin. Kann aber auch hübsch sein.

Der berühmteste Geysir in Yellowstone ist Old Faithful. Er spuckt halt halbwegs regelmäßig und war früher einer der größten Spucker. Ich habe noch sehr hübsche Fotos (mit meiner ersten Digicam aus dem Jahr 2004), wo er noch sehr bemüht war.

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Rund um Old Faithful hat sich im Laufe der Zeit eine ganze Stadt angesiedelt. Hotels, Restaurants, eine Zuschauerarena, und wenn das Ding seinen geist aufgibt alles umsonst. Wie ich vom Parkplatz kam (und da bekommt man trotz der Größe eines SCS Parkplatzes mit der gleichen Chance einen Parkplatz wie an einem Weihnachtseinkaufssamstag in der SCS) ging er gerade los, aber ich glaubte, er wäre schon am Ende seiner Phase und daher so klein. Also eine ganze Periode gewartet. Man weiß, daß es mindestens eine Stunde dauern wird, also kann man einen Rundgang durch das angrenzende Becken machen, aber das ist nicht eines der besten. Zurückgekehrt kann man gerade noch einen Sitzplatz in der Arena ergattern und sieht ihn lustlos vor sich hindampfen.

Zum Ankurbeln der lokalen Wirtschaft kann man sich wie ich ein Eis aus dem nahegelegenen Shop holen. Man hat ja Zeit beim Warten. Und dann endlich schießt er los. Früher soll das bis 10 Minuten gedauert haben, jetzt ist es in 2 oder 3 vorbei. Ja wenn Männer älter werden…

Wasser sieht man kaum, mehr Dampf. Die Höhe ist schwach. Old Faithful ist nicht faithful und vorwiegend old. Die Restaurants sollten sich schon mal um Alternativen umsehen. Und wer es eilig hat, kann in Yellowstone seine Zeit anders besser nützen. Wir sind nach der schwachen Leistung des alten Herrn weiter in den Süden gefahren, an bekannten Wasserfällen vorbei, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

Den Yellowstone NP haben wir über die Südeinfahrt verlassen und nach nur wenigen Meilen ist man im Grand Teton NP. Warum der großer Busen heißt weiß ich nicht, denn wer so einen spitzen Busen hat, wird es nicht leicht haben im Leben. Wir hatten jedenfalls kaum Schnee auf den Gipfeln und die Sonne stand ungünstig, Morgensonne wäre hier wohl besser. Trotzdem ist der Anblick über den See sehr hübsch.

Wir haben am Visitor Center am See kehrt gemacht, unser Zelt stand ja noch am Westeingang von Yellowstone. Die kleine Marina macht sich gut mit den Berggipfeln.

Am Rückweg haben wir die ersten gelben Bäume dieses Jahr gesichtet. Offenbar hatten wir es überall zu warm dafür.

Das lange Tal der Südeinfahrt ist ganz anders als der nette Fluß der Westeinfahrt. So hat jede Straße ihren eigenen Reiz.

Die Rückfahrt zum Campingplatz verzögerte sich wieder durch einen Bisonstau. Der Bison legte es wieder voll darauf an.

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