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Unser Auto habe ich dieses Jahr noch nicht vorgestellt, aber nun nach guten 5000mi habe ich ihn eingefahren und kann ein wenig über ihn erzählen. Es handelt sich um einen Dodge Charger mit 296PS aus 6 Zylindern. Damit ist er entgegen der allgemeinen Meinung und dem Design kein rennauto. Er fährt gemütlich bei den hiesigen langsamen Geschwindigkeiten und er verbraucht mit 7-8l/100km weniger Sprit als die letzten Autos, die ich so hatte.

Mit dem Ding fällt man auf. Viele schauen nur, einige reden einen darauf an. Man hat also sicher kein unauffälliges Fahrzeug.

Meiner ist in schwarz. Das ist blöd, weil nahezu alle derzeitigen Polizeiautos schwarze Dodge Charger sind (mit weißem oder silbernen Streifen über die Mitte, die man aber von vorne nicht sieht). Daher neigen viele Leute sich einzubremsen wenn sie mich im Rückspiegel sehen, oder sie düsen von hinten ran und schleifen sich dann hinter mir ein. Mühsam.

Das Ding hat wireless Schlüssel wie mein nun auch schon in die Jahre gekommener Renault. Für mich also nix Neues, für die armen Leute in Bahia Honda schon. Die mußte ich retten, sonst stünden sie jetzt noch dort. Sie drücken die Fernbedienung, das Ding sperrt zu, sie probieren ob er zu ist und er ist offen. Das haben sie echt lange gemacht (bis ich sie gerettet habe). Das Problem: Er hat keine Totzeit wie mein Renault. D.h. wenn man hingreift, sperrt er sofort auf. Die Kontrolle geht nur an den hinteren Türen, die haben keine Sensoren. Er ist auch nicht intelligent, denn er sperrt auch zu, wenn noch Türen offen sind oder wenn der Schlüssel drinnen ist. Nix mit Sicherheit.

Das Fahrwerk ist extrem gut, es schluckt auch miese Autobahnhüpfer und das Auto bleibt schön stabil. Die Lenkung ist aber sehr schwammig, was so manche Kurve ein wenig schwerer macht. Dafür ist das Lenkrad endlich halbwegs leichtgängig und ich kriege keine aufgepumpten Arme.

Die Klimatronik ist dumm. Man kann keine Temperatur einstellen, sondern nur warm/kalt, für Fahrer und Beifahrer getrennt und wo es bläst kann man NUR am Touchscreen in einem Untermenü vom Untermenü einstellen (ganz toll für den Fahrer). Man kann auch keine reine Außenluft verwenden. Ventilator an = Klimaautomatik an. Klima aus = Ventilator aus.

Die analoge Geschwindigkeitanzeige ist ganz schlecht abzulesen, daher setzt man sich den kleinen Bildschirm immer auf die Geschwindigkeitsanzeige; die kann man gut lesen. Den Kilometerstand sieht man auch NUR in der Anzeige und dann auch NUR, wenn man den Tempomaten nicht eingeschaltet hat. Also Abzweigung in 7mi geht nur ohne Tempomat. Am Bildschirm wäre aber genug Platz. Wenn man gar sich nicht angurtet, gibt’s garkeine Anzeige mehr, denn dann wird einem die Warnmessage angezeigt. Und sonst nix.

Die Türen sind US-üblich sauschwer. Aber sie sind gefährlich. Hat man sie offen, neigen sie zum automatischen Schließen. Mit viel Schwung. Das hat bisher schon mehrere Löcher im Fuß ergeben. Wenn die Türe ganz offen ist, kann man sie auch nicht von innen schließen. Sie haben auf jede Art Griff vergessen. Also wieder abschnallen, mit einem Fuß aussteigen und zu angeln beginnen.

Der Kofferraum ist innen komplett mit Teppich ausgelegt. Das verhindert die üblichen Schäden an den scharfkantigen Blechen, die in allen bisherigen Autos üblich waren. Der Kofferraum geht beim Öffnen auf automatisch ganz auf. Das mag nett sein, man kann den Deckel aber nicht mehr anlehnen. Weniger toll.

Der integrierte mp3 player spielt irgendwie nur die ersten x Lieder eines Sticks und da ist er sich bei variabler Bitrate nicht sicher, wie lange die Lieder sind. Verbesserungswürdig.

Die Scheinwerfer sind immer noch altmodische Reflektorstrahler (das dürften sie in der 2015er Version behoben haben), aber strahlen halbwegs ok.

Insgesamt ein Auto, mit dem man sehr gut leben kann und zumindest so gut ist, wie die Vorgängerautos. Der Kofferraum ist ein wenig kleiner, aber immer noch ok.

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