Die Nacht über hat es natürlich nicht geregnet, wir hatten ja eine Hütte. Ich wette darauf, hätten wir im Zelt geschlafen, hätte es durchgeschüttet. In der Früh hat uns jedenfalls Sonne geweckt und alles sah schon viel freundlicher aus.

Wir sahen auch die unendlich vielen Eichkätzchen, die alles, aber auch wirklich alles nach Freßbarem durchsuchten. Sie kamen dabei auch in die Hütte und wenn wir das Auto offen gelassen hätten, wohl auch dahinein.

Wir haben die Kerlchen mit Popcorn abgelenkt, sonst wäre das Einräumen echt schwer geworden.

Für die Fahrt habe ich eine weitere Eisteevariation getestet, ganz ohne künstlichen Süßstoff im Gegensatz zum anderen half&half. Arizona ist hier sehr erfinderisch.

Der geplante Weg war doch wieder einige Meilen lang, sollte es doch auf die Keys gehen, bis kurz vor Key West auf das Bahia Honda Key.
Die Fahrt wurde einmal mehr, obwohl viele Spuren zur Verfügung stehen, zu einem Rennen, denn auch wenn überall Schilder rumstehen, daß auch in den USA Rechtsfahrordnung gilt, die Unart auf irgendeiner Spur, i.A. möglichst weit links zu fahren, wird immer schlimmer. Hier ein Beispiel für einen LKW, der natürlich nur auf der linken Spur Platz findet. Bei der ‘vollen’ Interstate.

Ab der Hälfte der Strecke wurde es wesentlich betriebsamer. Da fahren dann alle wie die Lemminge heftig flott (so 10-15mi/h über Limit), nur ein paar weniger trotten unter Limit, natürlich auf einer linken Spur dahin. Dann geht das heitere Spurwechseln los, alle überholen irgendwo, einige Rennraser fahren auf den rechten Spuren Slalomrennen (mit 80mi/h+). So habe ich Downtown Miami gefunden.

Gegenüber meiner letzten Zeit in der Gegend sind noch mehr Straßen zu toll roads mutiert; auch mein lieber TomTom war sich da unsicher und wollte mich (obwohl ich toll roads verboten habe) über eine toll road schleppen. Konnte ich aber durch stures Ignorieren auch hinbekommen und nach einem Kurzstopp bei einer Tankstelle kurz vor dem ersten Key (die hatten auch wirklich gute Chicken Chipotle Rollen) ging es auf den Overseas Highway.

Der Kurzstopp war btw unklug, denn – warum auch immer – die Tankstellen am Key Largo sind billiger als am Festland. Das war bisher noch nie so. Sie bauen auch am ganzen Overseas Highway rum, sodaß man von einer Baustelle quasi direkt zur nächsten wechselt. Auch nicht so spannend. Trotzdem haben wir bald die 7-Miles-Bridge überquert…

… und konnten danach in den Bahia Honda SP einbiegen. Dank vorheriger Reservierung war das Einchecken kein Problem (laut online Buchungssystem ist der Platz ausgebucht). Bevor wir noch zum Zeltplatz gefahren sind, haben wir Halt beim Hafen gemacht, wo ich gleich die Schnorcheltour für den nächsten Tag reserviert habe. Trotz des ausgebuchten Campingplatzes dürften viel weniger Tagesgäste und Touristen auf den Keys sein. Alles ist irgendwie leer. Ich habe damit aber sicher kein Problem.

Die tropische Landschaft ist atemberaubend, da läßt es sich aushalten. Und das ist auch unser Plan: 3 Nächte jetzt, dann eine Miamipause, weil über das Wochenende der Platz völlig ausgebucht ist (und mir jemand beim Buchen auch noch zwei Tage vor der Nase weggeschnappt hat, blödes langsames Gratisinternet!
) und noch einmal 3 Nächte nächste Woche. Dann ist es wohl wieder Zeit zum langsamen Zurückfahren nach LA.

Sorry, daß die SP Bilder nur von der Handykamera sind, aber mehr hatte ich beim ersten Kurzbesuch nicht dabei. Überrascht war ich btw, daß es rund um das Bootshaus (wo man Kleinigkeiten kaufen kann und die Schnorcheltouren bucht) gratis WLAN gibt, das sogar ziemlich gut funktioniert. So kann ich auch hier halbwegs aktuell bleiben. ![]()
Der Strand mit der alten Brücke macht immer noch einiges her. Da muß ich wieder für einen Sonnenuntergang herkommen.

Unser Platz war laut online-System der einzige freie Platz. Und just der war auf unserer Lieblingsliste der drei schönsten Plätze von letztem mal. Es ist auch wirklich wunderbar, mit direktem Strandzugang und einem schattenspendenden Baum.

Unser Hausstrand ist auch ganz ok. Es gibt natürlich auch noch die größeren Strände.

Bei Sonnenuntergang haben sich ein paar gewittrige Wolken über dem Meer getürmt, aber ich glaube nicht, daß die uns besuchen kommen.

Damit war die Reise ins tropische Paradies geglückt, der südöstlichste Punkt ist erreicht.
