Nach der wirklich langen Fahrt des Vortages konnten wir uns an dem Tag Zeit lassen und die Sanddünen genießen. Der Rest der Fahrt nach Pueblo war kaum der Rede wert.
Man erreicht die Sanddünen über eine lange und sehr einsame Straße. Die Düne selbst kommt bald in Sicht.

Gleich beim ersten Parkplatz kann man auch sein Auto stehen lassen und den Rest des Weges zu Fuß durch die Landschaft zurücklegen. Dazu muß man auf die andere Seite des Zaunes. Die US Version eines Kuhgatters sieht ziemlich simpel aus, braucht keinerlei bewegliche Teile und scheint sich bewährt zu haben.

Von der Ferne sieht man verschiedene Stellen der Düne. Auch die, wo schon Gras über die Sache wächst. ![]()

Ein paar Füße weiter kommt man schon sehr nah an die Düne ran. Da merkt man erst, wie groß das Ding ist.

Entstanden ist das Dünenfeld durch Zufall. Nicht wie andere verrückte Ideen durch einen Spleen Reicher (da hätten sie viel geschaufelt), sondern durch einen Zufall, der Winde dazu gebracht hat, an der richtigen Stelle durchzupfeifen. Somit konnte der vorhandene Sand zu Dünen aufgehäuft werden. Im Laufe der Zeit halt.

Vom Dünen-Parkplatz aus muß man geschätzt einen Kilometer über Sand laufen, bis die Düne wirklich anfängt. Im Frühjahr fließt dort ein Fluß, jetzt ist es echt trocken. Da es an dem Tag noch ein wenig kühler war und am Berg daneben eine dunkle Wolke hing, war der Weg nicht extrem heiß. Man konnte fast sagen angenehm. Daher wollten es viele wissen und sind dort rumgekrabbelt. Trotzdem konnte ich die Menschenmassen auf den Fotos beiseite lassen.

In der nahegelegenen Stadt kann man sich Sandsurfbretter ausleihen. Wenige hatten die dabei, aber auch nur wenig Erfolg. Sand rutscht doch nicht so toll wie Schnee und Eis.

Ich wollte nur einen kleinen Rundgang machen. Daher hatte ich kein Wasser mit, ich bin ja eh gleich wieder unten. Zunächst habe ich mich auf der weniger frequentierten rechten Seite gehalten. Ich wollte wüstenhafte, menschenleere Fotos.

Die vielen Fußstapfen wurde man nirgends los. Aber die machen doch erst die schönen Muster, oder?

Irgendwie kam bei vielen bei dem Wetter der Drang auf, den Gipfel erklimmen zu müssen. Das sind zwar nur ca. 230 Höhenmeter, auf Sand ist das aber eine Ewigkeit. Jeder Schritt bringt den Sand zum Rutschen und aus einem großen Treppenschritt, wird ganz schnell nur ein kleiner Höhengewinn. Zum Glück war der Sand aber nicht sommerlich heiß, denn im Sommer erreicht die Sandoberflächentemperatur bis zu 60°C. Da wäre mein Sandalenversuch ganz schön heiß geworden. Manche sind jedenfalls da rauf gerannt, als würden sie nie was anderes machen. Links die beiden auf der Düne (vergrößern hilft), rechts sieht man, daß die Typen doch glatt joggen. Nicht gehen.

Ich bin langsam meine Runde zur Hauptroute gegangen. Wie ich dort war, wurde es immer sonniger und die verschiedenen Bilder immer spannender. Daher bin ich immer noch ein klitzekleinwenig höher gegangen. Immer wieder.

Bei ungefähr 2/3 der Höhe habe ich dann doch umgedreht. Einerseits, weil ich den Sinn den Gipfel erklimmen zu müssen nicht so ganz verstanden habe und andererseits weil die dunkle Wolke um die Dünen rumgezogen ist und von der anderen Seite donnergrollend auf die Dünen zusteuerte. Und ich wollte ganz sicher nicht der höchste Punkt bei den Dünen sein.

Viele andere ließen sich durch das Grollen nicht abhalten und sind weiter rauf, obwohl unten beim Parkplatz erklärt wurde, wie blöd Blitzschlag dort sein kann. Selbst Statistiken wieviele Leute im Jahr an Blitzschlag sterben, scheint kaum jemanden zu beeindrucken.

Ich stapfte fröhlich zum Fuße der Düne und freute mich über unglaublich hübsche Fotos, die bei den wechselnden Lichtverhältnissen nicht so ganz einfach zu machen waren. Nur noch über die lange Ebene zum Parkplatz.

Das Gewitter kam zumindest in der nächsten Stunde nicht. Ich habe mich da mit einem kalten Getränk bei der Picknick Area an den bunten Blumen erfreut, die man nach nur kurzer Zeit umgeben von Sand schnell vermißt.

Der restliche Weg zum Campingplatz war schnell erledigt, an der Bergkante hat es sogar kurz geschüttet. Beim Campingplatz war es aber sehr warm und sonnig. Was wollte man mehr?