Einen Tag Las Vegas

Der Tag begann mit Ausschlafen. Beim Öffnen der Vorhänge (man sind die lichtdicht!) strahlte uns sonniges Wetter an. Also nix wie los und ins Getümmel gestürzt. Aber bevor man große Taten vollbringt, soll man sich stärken. Aus dem Buffetdebakel des Vortages schlau geworden, sind wir zum CircusCircus gefahren. Und siehe da, es ist dort nicht nur viel billiger, es ist auch gut. Astrid meint, das Frühstück war eines der Highlights des Urlaubs. Also haben wir es uns schmecken lassen. Die Shops im CircusCircus sind auch ok, vorallem der Souvenir-Shop bei der Garage, der wirklich vernünftige Preise hat. Die Shops sehen btw auch sehr nett gestaltet aus:

Gestärkt ging es ins Venetian, wo man schon auf die echt teuren Geschäfte stößt. Man findet so ziemlich alle bekannten Modelabels dort und in keinem der Auslagen wird auch nur annähernd ein Preis erwähnt. Darüber spricht man wohl nicht. Die Gondoliere singen weniger falsch als bei meinem letzten Besuch, eine (extrem asiatisch aussehende) Gondoliera sogar echt gut. Die Rundfahrt zu zweit ist aber mit 75$ auch nicht so gar arg billig:

Im benachbarten Palazzo standen die Brautpaar Schlange, um sich ablichten zu lassen. Ist auch recht hübsch hergerichtet:

Wieder auf der Straße sind wir an den Statuen von Sigfried & Roy vorbeigekommen. BTW, sie machen echt viel Werbung für das Delphinarium. Laut Plan aber winzig, kostet dabei aber rund 20$ Eintritt. Wo sind die Zeiten, wo jedes Hotel einen Gratisbesuchermagneten hatte, damit man Leute ins Casino zog?

Das Wynn soll ganz super edel sein, aber es hat gleich gar keine Attraktion. Da will man sicher nur die Reichen, das Pöbelpack ist nicht erwünscht:

Das Forum im Cesar’s ist auch von exklusiven Marken dominiert. Man muß schon suchen, um ein paar volkstaugliche Geschäfte zu finden. Und die werden auch fetzig in Szene gesetzt:

Die beiden Gratisattraktionen im Cesar’s (die Brunnen) sind derzeit leider außer Betrieb. Die brauchen auch keine Gratisattraktion mehr.

Das noch im Bau befindliche, aber trotzdem schon eröffnete Quad (gleich der Nachbar zum Harrah’s und eh vom gleichen Besitzer) hat eine hübsche Automobilsammlung. Also sind wir wie immer quer durch alle Casinos und Gänge gehirscht um zum Gratishighlight zu gelangen. Aber wer sagt gratis??? Da kann man schon wieder lockere 20$ dafür verlangen. Das Ding kann man gratis sehen (und nicht mehr):

Am Nachmittag haben wir uns mit unserem Freund Paul getroffen. Der residiert wegen einer Familienfeier im Aria. Ist ganz neu (gemeinsam mit The Cosmopolitain und Vdara) und natürlich so edel wie nur möglich. Man wird daher schon in der Empfangshalle mit Kunst verwöhnt:

Das Zimmer schaut cool aus, die Fenster gehen bis zum Boden, alles kann man mit Knöpfen bedienen, selbst der Vorhang geht nicht mit der Hand auf (dafür sucht man mal den kleinen Knopf). Es hat aber weniger Fläche als unser altes Harrah’s Zimmer. Ok, das Bad hat dort keinen Fernseher, dafür ist es sehr groß und die Kombination von Wanne und Dusche hat schon was. Die Aussicht ist natürlich beim einfachen Aria Zimmer auch nicht auf den strip. Man darf hinten raus schauen:

Die drei Hotels gehören zum selben Eigentümer wie das Bellagio, das New York und fast alle anderen von der Seite. Sie haben daher auch eine eigene Einschienenbahn zwischen ihren Resorts eröffnet. Nennt sich Aria Express, kann aber locker zu Fuß überholt werden. Ist oben im Bild ganz unten zu sehen. Die Shops haben das kalte Flair von Heathrow Terminal 5. Wer’s mag:

Unsere Runde hat im Paris geendet und es ist wirklich immer noch das schönste. Selbst der Casinobereich ist im französischen Stil. Bravo, da fühlt man sich wohl!

Das Abendessen haben wir am Zimmer genossen. Nein, nicht Zimmerservice (bin ja kein Millionär), wir haben vorher beim in-n-out gegenüber dem Aria Halt gemacht. War günstig und absolut genial. Und schon war ein Tag in Las Vegas vorbei.

Was ist mein aktueller Eindruck: Sie bauen immer noch überall. Der Strip bleibt die größte Baustelle. Der Trend geht zu kleineren Hotels, die nur wenig Striplänge verbrauchen. Die neuen Hotels sind nicht mehr gestyled, sie sind eigentlich alle völlig unterkühlt und hässlich. Die Namen sind wenig prägend und ich wüßte jetzt nicht, warum ich einem der Häuser den Vorzug geben sollte. Ich kann sie ja kaum voneinander unterscheiden. Gratis ist nicht mehr in und selbst ein Aria mit einem Zimmerpreis von 250$ verlangt einen Resortzuschlag pro Tag. Wollen sie dort keine Besucher mehr sehen? Es scheint ja auch kaum mehr verschiedene Mitbewerber zu geben, denn entweder MGM Resorts oder die Wynn-Gruppe stehen dahinter. Man sieht viele Hotels, aber sie gehören eh alle der einen oder anderen Gruppe.

In dürfte es auch sei, die Leute nicht mehr auslassen zu wollen. Vdara, Aria und The Cosmopolitain bilden eine Gruppe. Es gibt eine Tram dazwischen. Aber wie man auf den strip kommt, ist nirgends angeschrieben. Das soll man wohl auch nicht, bleib lieber in der eigenen Gruppe.

Seltsame Ideen.

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