Massive, gelblich-weiß leuchtende Tropfsteine hängen von der dunklen Höhlendecke herab, umgeben von feinen Kalkkristallen und rauem Gestein im Hintergrund

Timpanogos Cave NM & American Fork Canyon

Die Fahrt war länger als gedacht, aber trotzdem kurz genug, um eigentlich garnicht als Fahrt zu gelten:


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Mehr durch Zufall habe ich gesehen, daß im Raum Provo, UT ein NM zu finden ist. Da ich dieses Jahr noch keine Höhle auf dem Plan hatte, überlegte ich mir diese anzusehen. Leider fand ich heraus, daß wegen dringender Bauarbeiten die Höhle derzeit nur Freitag bis Sonntag zugänglich ist. Aber welch Zufall, ich konnte an einem Freitag kommen. Weiters stand auf der Homepage zu lesen, daß die Führungen i.A. lange ausverkauft sind und man telefonisch reservieren soll. Das habe ich in der Früh des Vortages gemacht (dank einer US-Leih Sim-Karte). Zu meiner Überraschung konnte ich mir praktisch jeden Termin frei wählen. Also habe ich 12 Uhr Mittag genommen. Der Haken an der Höhle? Man muß vom Visitor Center zu Fuß zur Höhle hatschen: 1.5mi und 1029ft (314m) Höhenunterschied (rauf natürlich).

Bei der Einfahrt in den Canyon wird man zur Kasse gebeten, der ganze Canyon ist Fee Area des National Forests. Das Gute daran ist das Wort National, denn damit komme ich mit dem NP Paß gratis rein. Schon die ersten Meter im Canyon sind sehenswert: Eine enge Schlucht mit einem rauschenden Bach. Bald war das Visitor Center erreicht. Eigentlich zu bald, denn es war gerade mal 10:30. Nach einem kurzen Rundgang im Center holte ich mein Ticket ab. Die nette Dame fragte ob ich nicht früher los will und verschob mich gleich auf die 10:45 Tour; gerade genug Zeit meine Wasserflasche, die Jacke und die Kameras aus dem Auto zu holen. Das Auto hatte btw nicht mehr am normalen Parkplatz Platz, ich stand daher ein wenig weiter entfernt (und mußte dementsprechend flott hin und zurück).

Gleich nach den ersten 50m war der Weg abgesperrt und man mußte eine Sicherheitsbelehrung über sich ergehen lassen. Sie kontrollieren auch das Ticket und die Wasserflasche; es soll ja keiner oben ohne Ticket ankommen oder auf dem halben weg dehydriert kollabieren.

Die Strecke lag noch im Schatten und es war ziemlich kühl in dem Canyon. Eigentlich wollte ich die Jacke schon anziehen, aber es ging ja doch den Berg rauf. Zunächst in weiten Serpentinen mit mäßiger Steigung. Trotzdem fiel die Gruppe mit der ich die Sicherheitsbelehrung gehört habe schnell zurück. Das letzte was ich von einem gehört habe war: ‘hätte ich doch weniger geraucht’.

Das große Problem der Gegend ist der bröckelige Stein. Daher kommen ihnen laufend Steine den Hang herunter und das ist nicht so recht touristengerecht. Sie haben daher einige Bodenmarkierungen erfunden, damit jeder kapiert was er tun soll: Eine rote Mittellinie soll sagen, do not stop here:

Ein schmaler Asphaltweg mit roter Mittellinie führt durch das Glenwood Canyon, flankiert von einer steilen, ockerfarbenen Felswand und dichten Nadelbäumen im Hintergrund

Langsam schraubt man sich an der Canyonwand höher. Die Bilder werden naturgemäß dunkel, der Schatten ist bei dem klaren Wetter mörderisch duster:

Ein schmaler Weg windet sich durch dichte Büsche und Nadelbäume hinauf zu steilen, felsigen Bergwänden unter einem hellen Himmel

Die Ausblicke auf den Canyoneingang sind aber hübsch und gut beleuchtet:

Der wolkenlose, blaue Himmelspanorama öffnet sich zwischen schattigen Nadelbäumen im Vordergrund, während rechts eine steile, felsige Bergflanke mit spärlichem Bewuchs abfällt

Sie waren so nett und haben Markierungen bei ¼, ½ und ¾ der Strecke gemacht. Auf halben Weg haben sie auch eine Notrufsäule installiert (da sterben ihnen wohl die meisten weg). Nach ein paar Kehren ist die Runterfallmöglichkeit schon höher. Daher kommt die gelbe Markierung zum Zug: Da kann man blöd weit fallen!

Ein schmaler, asphaltierter Weg mit roter und gelber Bodenmarkierung verläuft direkt an einer steilen Felswand entlang, während rechts ein schroffer Abhang in ein bewaldetes Tal führt und im Hintergrund mächtige, felsige Berggipfel aufragen

Im Winter donnern hier häufig Lawinen runter und nehmen genug Geröll mit. Im Frühling dürfen sie daher immer lustig schaufeln. Nach einigen Fotostopps und einigen überrundeten Wanderern ist das Ziel in Reichweite. Links ist das exponierte Klo und rechts der überdachte Höhleneingang:

Der schmale Gehsteig im American Fork Canyon führt an schroffen Felswänden vorbei, während dichte Nadelbäume den Hang säumen und im Hintergrund hochaufragende Bergspitzen in den hellen Himmel ragen

Beim Blick zurück nach unten (das Häuschen ist wieder das exponierte Klo) fragt man sich unwillkürlich, wer hatte nichts besseres im Sinn als hier oben nach Höhlen zu suchen? Die Antwort ist recht ernüchternd: Schon Ende des 19. Jahrhunderts war im Tal Bauholz rar und ein Typ ist IM WINTER hier raufgekrabbelt um Bauholz zu schlägern. Dabei ist ihm eine Berglöwenspur aufgefallen, die in einem Loch endete: Das war der Originalhöhleneingang.

Das steile, felsige Gelände des Grandeur Peak im Wasatch Range bei Salt Lake City zeigt eine schmale, in den Hang gebaute Serpentinenstraße mit einzelnen Fahrzeugen und einem kleinen Steinbauwerk

Ich bin jedenfalls nach ziemlich genau einer Stunde oben gewesen und war somit eine halbe Stunde zu früh. Ich will mich also in Ruhe hinsetzen, meine Kamera auf Supernachtmode stellen, Jacke anziehen, … aber dazu kam ich nicht mehr. Weil ich alleine unterwegs war, wurde ich einfach der nächsten Führung angeschlossen und die begann: SOFORT!

Also habe ich in der dunklen Höhle während der Einführungserzählung die Sonnenbrille gegen die normale Brille getauscht, habe die Jacke angezogen (was bei 0 Platz und jede Menge Zeug nicht einfach ist) und habe dann im Dunkeln versucht die Kamera auf das richtige Programm zu bringen. Kaum geschafft, ging es auch schon los:

Das geheimnisvolle Innere einer Tropfsteinhöhle zeigt ockerfarbene Felswände, bizarre Sinterbildungen am Boden und eine dunkle, zerklüftete Höhlendecke

Die Rangerin war nett aber nicht sehr fotohilfreich. Die meisten Strecken ist man flott unterwegs und wenn man rumsteht ist es ziemlich eng und wenig fotofreundlich. Schnell sein ist daher angesagt:

Beleuchtete Tropfsteine hängen von einer dunklen Höhlendecke herab und zeigen ockerfarbene, strukturierte Gesteinsformationen vor einem schwarzen Hintergrund

Die Beleuchtung ist eher auf den Fußweg als auf die Formationen ausgelegt. Für das menschliche Auge ok, für Kameras eine Herausforderung. Ich habe zum ersten mal mit einem EXR Chip solche Aufnahmen gemacht, bin aber von den Ergebnissen sehr angetan. Ich mußte bei ISO 3200 bei keinem einzigen Foto Rauschen bekämpfen, ¼ Sekunde Freihand geht auch noch, der Farbabgleich hat bei der Beleuchtung völlig problemlos geklappt, nur die Belichtung brauchte ein wenig Korrektur, weil die hellen Stellen bei so viel Dunkelheit zu hell geraten wären. Ich war jedenfalls in der Nachhut und habe – wenn die Meute schon weg war – nachfotographiert:

Beleuchtete Felsformation im Inneren einer dunklen Tropfsteinhöhle mit markanten Mineralstrukturen an der Decke und hängenden Sintergebilden im Halbdunkel

Die Höhle sind eigentlich drei Höhlen, die mit künstlichen Tunneln verbunden wurden. Die erste Höhle wurde von dem Holzfäller vermarktet. Leute sind gegen Geld da raufgehatscht (ohne Weg!) und haben sich eine recht kleine Höhle angesehen. Dabei waren auch Eltern mit zwei 14jährigen Söhnen, denen natürlich langweilig war. Also sind sie auf eigene Faust los und haben noch ein Loch entdeckt, die zweite wesentlich größere Höhle. Da sie ja für Höhlen ausgerüstet waren, sind sie rein und haben sich natürlich prompt verirrt. Erst nach einiger Zeit haben sie wieder rausgefunden.

Bernsteinfarbene Tropfsteine hängen von der dunklen Höhlendecke herab, während künstliches Licht die kristallinen Strukturen des Gesteins und die feuchten Wände erhellt

Sie haben im Inneren rote Stellen gefunden und vermuteten Abbaumöglichkeiten von Eisen oder anderen wertvollen Sachen. Daher haben sie den Eingang zugedeckt, damit ihn kein anderer findet. Wieder im Tal haben sie die Schürfrechte für dort oben erworben. Leider fanden sie nach dem Winter die Höhle selbst nicht mehr! Die Zeit verging und das Gebiet wurde zu einem National Forest. Die Höhle und die zweite Höhle sollten der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, nur da war das gültige Schürfrecht.

Der hell beleuchtete Eingang einer unterirdischen Karsthöhle zeigt raue, mineralische Felsformationen und feine Tropfsteine, während der hintere Gang im tiefen Schatten verschwindet

Rechtanwälte wurden bemüht, damit das nie verwendete Schürfrecht zu Fall gebracht werden konnte. Dann kam gerade die Wirtschaftskrise der 1920er und alles wurde noch komplizierter. Zwischenzeitlich haben sie bei den Eingängen einen Mann postiert, damit niemand etwas wegtragen konnte. Die dritte Höhle wurde dann auch bald entdeckt und mit viel Aufwand wurden die drei Höhlen verbunden und der Weg wurde für Städter gebaut. Da gibt es einige historische Aufnahmen, die erkennen lassen, daß das kein Spaß war. Alleine das Kabel für die Beleuchtung raufschleppen hat 2 Duzend Mann beschäftigt. Hier btw die bekannteste Formation, the heart. Man kann auch ein rotes Licht blinken lassen, damit es schlägt:

Massive, gelblich-weiß leuchtende Tropfsteine hängen von der dunklen Höhlendecke herab, umgeben von feinen Kalkkristallen und rauem Gestein im Hintergrund

Sonst findet sich in der Höhle so ziemlich alles was man aus anderen Höhlen kennt: Straws, Bacon, Popcorn, …

Feuchter Tropfstein aus Kalk in warmen Ockertönen hängt von der rauen, hellen Gesteinsdecke einer Höhle herab, umgeben von dunklem Fels und glitzernden Mineralstrukturen

Stalagmiten und –titen sind eher selten und wenn zusammengewachsen:

Hell beleuchtete Tropfsteine in einer dunklen Karsthöhle, wobei ein feiner Stalaktit von der feuchten Felsdecke herabhängt und das umliegende Gestein rötlich schimmert

Der Ausgang der Höhle wird gerade verändert, weil dort die Steinschlaggefahr extrem ist. Man darf derzeit nur nach einer besonderen Sicherheitsbelehrung unter Begleitung einer zweiten Rangerin gehen. Kaum wurde ich ‘ausgelassen’, habe ich einmal den Höhenunterschied dokumentiert: Die Straße dort unten ist Beginn und Ende des Weges:

Der steile Abgrund am Devils Punchbowl im kalifornischen Siskiyou County zeigt felsiges Gestein im Vordergrund, dichten Wald im Tal und den Schatten einer Person

Die Sonne war inzwischen schon deutlich höher, sodaß die Fotomöglichkeiten deutlich gestiegen sind. Hier ein kleines Panorama in den Canyon:

Das steile, felsige Gebirgstal mit spärlichem Bewuchs und dunklen Nadelwäldern im schattigen Talgrund öffnet sich unter einem blauen Himmel im Lamoille Canyon in Nevada

Runter schnauft man nicht, dafür geht es in die Füße. Trotzdem bleibt genug Zeit für Fotostopps:

Ein schmaler Wanderweg verläuft entlang einer Bruchsteinmauer aus grauen Steinen durch ein alpines Gelände, gesäumt von grünen Nadelbäumen und Sträuchern, während im Hintergrund ein steiler, felsiger Berggipfel unter blauem Himmel emporragt

Dieser gelbe Busch wächst in vielen Bereichen (selbst neben Straßen), ist aber bei der Beleuchtung ein Hammer:

Leuchtend gelbe Blütenstände einer goldgelben Staude ragen vor einem tiefschwarzen Hintergrund auf, wobei die feinen Stängel und graugrünen Blätter im harten Sonnenlicht strahlen

Der Geruch ist nicht wirklich meins, aber Schmetterlinge mögen ihn:

Ein C-Falter mit braun-orange gemusterten, leicht ausgefransten Flügeln sitzt auf einer leuchtend gelben Blüte, umgeben von grün-grauem Gestrüpp

Der Fußweg geht durch ein paar kurze Tunnel. Scheinbar war das weniger Mühe als rundherum zu arbeiten:

Eine schmale, in den Fels gehauene Straße führt in einen dunklen Tunnel, umgeben von schroffen Gesteinsformationen und dichtem Nadelwald an einem steilen Berghang

Unten angekommen war Zeit für eine kleine Stärkung. Ganz in der Nähe ist ein unglaublicher Picknickplatz: Man geht vom Parkplatz über eine Brücke und auf der anderen Seite des Baches sind jede Menge Tische mit Grillern. Jeder Tisch auf einem eigenen Platz, manche mit Bachzugang. Das ist ein netter Platz um seine Brote zu essen! Das war btw die Aussicht von ‘meinem’ Tisch:

Ein klarer Gebirgsbach fließt über ein steinernes Bachbett, gesäumt von satten grünen Laubbäumen und steilen Ufern, während im Hintergrund eine hölzerne Brücke schimmert

Damit war der Tag aber noch lange nicht vorbei. Beim Picknicken habe ich die Broschüre des NMs gelesen und da wird nicht nur Werbung für den Rest des Canyons gemacht, sondern auch für eine Stichstraße zu einem Bach mit Terrassen. Also sind wir losgefahren und haben uns sehr bald gefragt, warum das Gebiet nicht ein Nationalpark ist, denn das was wir zu Gesicht bekommen haben, rechtfertigt auf jeden Fall einen NP!

Die Straße verläßt bald den Grund des Canyons und windet sich den Berg hoch. Die Bäume beginnen sich zu verfärben. UND WIE! Haben wir noch am Vortag die bunten Bäume gesucht, so gab es hier ganze Wälder. Traumhaft!

Das herbstlich gefärbte, steile Bergltal zeigt im Vordergrund gelb blühende Sträucher am Schotterrand einer schmalen Straße, umgeben von dichtem Nadelwald und markanten Gipfeln unter klarem, blauem Himmel Ein leuchtend orangeroter Laubbaum sticht im Herbst inmitten eines dichten, dunkelgrünen Nadel- und Laubwaldhanges hervor, der sich im Hintergrund nach oben zieht Weitläufige, sanft geschwungene Bergreihen im herbstlichen Gewand unter strahlend blauem Himmel, durchzogen von rot-braunen Waldflecken inmitten saftiger, von hohem Gras gesäumter Almen

Nach unerwartet vielen Meilen kamen wir bei den Terrassen an. Das ganze Tal war hellgelb:

Ein schmaler Bachlauf schlängelt sich durch eine herbstliche Aulandschaft mit gelb gefärbten Laubbäumen, saftigem Grün und schattigem Gehölz unter strahlend blauem Himmel

Ein Bach teilt sich dort über einen ganzen Hang auf und plätschert mit kleineren oder größeren Wasserfällen von Pool zu Pool. So etwas habe ich noch nie gesehen, es wäre ein eigenes NM wert (aber ich bin ja für den NP!):

Ein kleiner, klarer Bach stürzt über eine begrünte Stufe in ein flaches, sonnendurchflutetes Gewässer, umgeben von saftigen Uferpflanzen und Sträuchern

Ein 800m Boardwalk geht in Schleifen über den Hang, damit man von den verschiedensten Blickwinkeln das Schauspiel genießen kann:

Sanft über moosbewachsene Steinstufen fließendes, klares Quellwasser in einem herbstlich gefärbten Auwald, im Hintergrund ragen bewaldete Berghänge unter klarem blauem Himmel auf Wild schäumendes Wildwasser bricht sich Bahn über moosbewachsene Steinblöcke, umgeben von dichtem, herbstlich gefärbtem Geäst und Laubhölzern am Uferrand

Ein kurzer Weg führt ein wenig höher, sodaß man den Bach vor den Terrassen sehen kann. Auch nicht schlecht!

Ein flacher, sprudelnder Bach schlängelt sich durch eine grüne Aulandschaft mit gelblichen Sträuchern, im Hintergrund erheben sich sanfte, bewaldete Hügel unter klarem Himmel

Wo so viel Wasser ist, können Blumen nicht weit sein:

Zarte, hellviolette Astern mit gelben Blütenkörbchen recken sich im Halbschatten zwischen saftig grünen Blättern nach oben

Überall krabbeln auch diese seltsamen Raupen umher. Licht mögen sie aber nicht so recht, es ist daher garnicht so leicht eine halbwegs gut zu fotographieren:

Eine schwarz-gold behaarte Raupe mit langen Borsten sitzt auf grünen Blättern vor einem dunklen Hintergrund im Unterholz

Zum Abschluß noch ein Blick auf die gelben Bäume:

Ein schattiger Gehweg verläuft entlang eines plätschernden Baches durch einen lichten Laubwald mit saftig grünen und herbstlich gelben Bäumen, während im Hintergrund ein schlichter Holzsteg über das fließende Wasser führt

Die Stichstraße ist ungeahnt breit ausgebaut:

Eine asphaltierte Straßn führt im herbstlichen Licht durch ein weites Tal mit bunt gefärbten Laubbäumen, während im Hintergrund karge Berggipfel unter einem blauen Himmel aufragen

Das kommt einem aber erst dann komisch vor, wenn man die ‘Hauptstraße’ gesehen hat. Das ist mal wieder Autowandern:

Ein asphaltierter Fahrweg führt durch einen lichten Wald aus schlanken Espen mit weißer Rinde und sattgrünem Laub unter strahlend blauem Himmel

Der Abschluß des Tages war ein Wasserfall, der von der 4spurigen Quasiautobahn nach Provo gesehen werden kann. Das Ding ist auch einen Halt wert:

Der mächtige Bridal Veil Falls stürzt in mehreren Kaskaden über steile Felswände in ein von herbstlich gefärbtem Laub und sattem Grün gerahmtes Tal herab

Dazu gibt es natürlich noch eine rührende Geschichte, ich sag’ mal Romeo und Julia auf Indianisch. Kurz zusammengefaßt: Ein Männlein und ein Weiblein von zwei rivalisierenden Stämmen verliebten sich in einander und beschlossen, sich in einer bestimmten Nacht zu treffen und davonzulaufen, damit sie ein gemeinsames Leben weit weg von ihren Stämmen führen könnten. In der Nacht findet das Weiblein aber am vereinbarten Treffpunkt nicht ihren Liebsten, sondern Krieger aus ihrem Stamm. Sie glaubt daher, ihr Liebster sei gemeuchelt worden und stürzt sich über die Klippen. Mutter Natur war so von der Wildheit der Frau angetan, daß sie an der Stelle den Brautschleierfall entspringen lies. Da – wie üblich – der Mann sein Leben einsam und gebrochen fortgeführt hat, hat Mutter Natur seine gebeugten Schultern in den Felsen gemeißelt. Hier noch ein Detail des Wasserfalles zum Abschluß:

Der mächtige Wasserfall stürzt über dunkle Felsstufen herab, während schäumendes Wasser in die Tiefe sprüht und im oberen Bereich dichtes Laubgehölz die Felskante säumt

Ach ja, der Tag endete mit gegrillten Rindfleischspießen und Bier. Was will man mehr?

Am nächsten Tag ging es wieder über den Berg mit dem Brautschleierfall zum Dinosaur NM.

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