In der Früh zeigte sich eine weniger angenehme Überraschung: Es nieselte und der Nebel hing bis zum Boden. Sowas passiert wohl, wenn es irre schüttet und dann warm wird. Das Internet behauptete, daß das Nieseln bis 10 Uhr und der Nebel bis Mittag weg sein sollte. Also haben wir uns nicht gestresst, haben langsam gefrühstückt und tatsächlich hörte das Nieseln pünktlich auf. Daher haben wir das Zelt eingepackt und sind zum Palo Duro State Park gestartet. Dort war der Nebel zwar nicht am Boden, dafür sah es aber garnicht so sehr danach aus, daß der Nebel bis Mittag weg sein würde. Und so war es auch: Es blieb eine hochnebelartige Bewölkung übrig, die vielleicht bis zum Abend verschwunden gewesen wäre, aber so lange wollte ich auch nicht warten. So präsentiere ich hier eben ein Überblicksfoto mit Hochnebel:
Tief ist der Canyon nicht, er soll aber der zweitgrößte Canyon nach dem Grand Canyon sein. Also rein mit uns. Am Grund sehe ich etwas über die Straße wuseln und das wollte ich mir näher ansehen. Begeisterung machte sich breit, denn so etwas hatte ich bis dahin noch nie in freier Wildbahn gesehen:
Sicher Handteller groß und sehr hübsch anzusehen. Das alleine hat den Besuch dieses State Parks gerechtfertigt. Nach ein paar Minuten des Beobachtens, habe ich die Spinne wieder in Ruhe gelassen und bin weiter. Sehr viel weiter bin ich aber nicht gekommen, denn durch die starken Regenfälle vor zwei Tagen in der Nacht, war die Hälfte des Parks wegen Überflutungen gesperrt. Zum Wahrzeichen des Parks kam ich aber trotzdem, der Leuchtturm:
Kurz vor 2 Uhr bin ich dann wieder in Richtung Interstate aufgebrochen, nach Wetterbesserung sah es im State Park jedoch immer noch nicht aus. Klar muß ich jetzt die USA-Wetterfrösche in Schutz nehmen, ganz falsch lagen sie ja nicht. An der Interstate (ca. 30mi entfernt) lugte um kurz nach 2 Uhr die Sonne durch und eine weitere Autostunde entfernt war es wolkenlos. Die Frage war also nicht wann der Nebel wegging, sondern wo!Und nun zu einem kleinen Exkurs zum Thema amerikanische Raststationen. Raststationen in den USA sind i.A. selten. Also irgendwo zwischen 100 und 200mi von einander entfernt. Je nach Bundesstaat variiert die Ausführung und die Möglichkeit von kleineren Pausenplätzen ergänzt zu werden. In CA sind i.A. die Abstände kleiner und die Rastplätze selbst schön ausgestaltet. Bekanntlich sind private Betriebe an der Autobahn verboten (also auch keine Tankstellen!), somit findet sich auf einem Rastplatz auch kein Restaurant oder ein Getränkestand. Einzig Vending Machines geben das Notwendigste wie Kaffee, kalte Getränke oder Snacks ab. In Texas gibt es auf der I40 im Prinzip keinen Rastplatz, dort heißen die alle Standplätze Picknickareas. Im Prinzip einsame Tische mit Müllkörben. Wo die Leute auf’s Klo gehen, will ich lieber nicht wissen; wer sich das bloß ausgedacht hat? In anderen Bundesstaaten haben sie für klolose Halteplätze auch noch romantischere Namen: Scenic Overlooks. I.a. sieht man dort wenig Landschaft, aber es klingt halt besser als kloloser Rastplatz. Hier in Oklahoma habe ich bisher nur einen Rastplatz gesehen und besucht. Super Ausstattung und im Stile der Route 66 hergerichtet (sogar mit Videos zur Route 66). Etwas sprachlos haben mich die Restrooms gemacht: Neben jedem Restroom (für Männchen und Weibchen) gibt es Tornado Shelters. Kommen wohl häufiger vor als man denkt.
Interessant ist es bisher in Texas und Oklahoma, wo da eigentlich die Leute wohnen. Auf mehreren hundert Meilen finden sich maximal 2 kleinere Städte. Ist die ganze Fläche hier unbewohnt?
Und sind Leute vergesslicher, wenn es weniger Städte gibt? In der einsamen Gegend ist es fast normal Werbung für Tankstellen und Motels zu machen, wenn man 1-2 Stunden davon entefrnt ist (was auch klein drunter steht). Also Werbung zwischen 50 und 100mi vorher? Und dann natürlich immer wieder, sonst wären ja da keine Plakate notwendig.
Zu guter letzt habe ich dann meinen Campingplatz erreicht (keine Stadt, nur in der Nähe einer Tankstelle im Nichts), dort aber gleich an die Meldung des ORFs gedacht, daß in Texas Anfang August das größte Spinnennetz mit einem Durchmesser von 180m gefunden wurde. Hier spinnen Spinnen ihre Netze zwischen Bäumen. Die netten Tierchen sind (Körper alleine) sicher 4-5cm lang. Und es gibt da schon einige pro Baum. Na mal sehen, ob ich da morgen eine Machete brauche, um aus dem Zelt zu kommen.
Zu guter letzt habe ich dann meinen Campingplatz erreicht (keine Stadt, nur in der Nähe einer Tankstelle im Nichts), dort aber gleich an die Meldung des ORFs gedacht, daß in Texas Anfang August das größte Spinnennetz mit einem Durchmesser von 180m gefunden wurde. Hier spinnen Spinnen ihre Netze zwischen Bäumen. Die netten Tierchen sind (Körper alleine) sicher 4-5cm lang. Und es gibt da schon einige pro Baum. Na mal sehen, ob ich da morgen eine Machete brauche, um aus dem Zelt zu kommen.
Die wirklich heiklen Viecher in Texas sind die „brown recluse spiders“. Wenn dich so etwas beisst, stirbt mal gleich das Geweben rund um die Bisstelle ab – und wenn nicht sofort behandelt, dann in rauhen Mengen:
http://www.brown-recluse.com/bitephotos.html