Memphis

Zunächst eine erstaunliche Tatsache: Memphis als Ortsangabe ist nicht sehr eindeutig. Es gibt scheinbar fast in jedem Bundesstaat ein Memphis. Zumindest sagt das mein Navi. Also wir sprechen hier vom Memphis in Tennessee (gleich an der Grenze zu Akransas).
In der Früh habe ich meinen Campingplatz in Arkansas verlassen und bin in die Stadt. Das Tennessee Welcome Center ist direkt an der Autobahnabfahrt und kaum zu übersehen. Der zugehörige Parkplatz darf aber nur maximal 2 Stunden verwendet werden. Also nichts wie hin in den Zahlparkplatz gegenüber der Straße. Kostet harmlose $3 für den ganzen Tag, nur die Zahlmethode war für mich neu. Man parke sein Auto wie immer, merke sich die Platznummer und gehe zu einem zentralen Kasten. Dort findet man seine Nummer mit einem winzigen Loch, in das man seine sehr klein gefalteten Dollarnoten reinstopft. Sehr unelektronisch.
Jedenfalls waren es von dem Parkplatz nur wenige Meter zur Mud Island Brücke und schon war ich beim maßstabsgetreuen Modell des Mississippi (http://www.mudisland.com/).
Durch den Betonmississippi darf man waten und das kommt wohl bei Kids gut an. Trotz Maßstab ist das Modell ziemlich lange. Das Meer wird durch einen Pool dargestellt, in dem man mit Tretbooten fahren kann. Von Oben sieht es deutlich flußähnlicher aus, ungefähr wie im folgenden Bild:
Zurück über die Brücke und rein in die Stadt. Das geht zum Glück vom selben Parkplatz aus. Dieser Platz des springenden Wassers ist im Sommer sicher auch bei Kids beliebt. Das Betreten der Springbrunnen mit Schuhen ist ausdrücklich erlaubt.
Weiter durch die Fußgängerzone (Main Street), die auch von einer Straßenbahn befahren wird. Nette Gegend wenngleich auch nicht wirklich einzigartig. Einzigartig spleenig ist das Zeremoniell in diesem Hotel (Peabody http://www.peabodymemphis.com): Jeden Tag kommen 5 Hausenten auf einem eigens ausgerollten roten Teppich vom Aufzug in den Garten gewatschelt und am Abend wieder retour. Das nennt sich Entenmarsch! Ich hab mir den nicht gegeben, soll aber jedes mal einen Menschenauflauf geben. Unten sieht man das Hotel mit einer Tram davor.
Gleich um die Ecke beginnt die Beale Street (http://www.bealestreet.com). Die soll das Herz der Musik sein. Vielleicht vor einigen Jahren, jetzt ist gerade einmal eine Straße von 2 Blocks länge übrig geblieben, die auf der Musikwelle Geld machen will. Wenn man in Memphis ist, sollte man sich das ansehen, aber eine extra Reise ist das nicht wert.
Dann gibt es noch die Adams Avenue, in der einige alte Häuser erhalten geblieben sind. Die sind wirklich nett anzusehen, wer rein will soll natürlich zahlen. Ich habe mich für gratis von außen Ansehen entschieden. Im folgenden eines der vier Häuser aus dem 19 Jahrhundert.
Memphis ist natürlich auch die Heimat von Elvis. Graceland wird beworben auf Teufel komm raus (nur der Zoo hat seltsamerweise mehr Plakate). Ich wollte mal hinfahren und ein Foto von außen machen. Aber das ging nicht. Selbst der Parkplatz ist dort natürlich nicht gratis und sehen kann man gleich garnichts, denn dafür haben sie hohe Holzzäune aufgestellt. Trotzdem sind dort Menschmassen rumgelaufen. Wer’s braucht, soll es halt so bekommen. Ich bin nach einem Besuch bei Taco Bell wieder in Richtung Campingplatz aufgebrochen.
Der Tag war schön, das Wetter sehr warm und schön, was will man mehr.

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